Slomka sieht seinen Ruf geschädigt

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Mirko Slomka wird öfters als "Der nette Herr Slomka" bezeichnet

Hannover - Trainer Mirko Slomka, einst tituliert als "Der nette Herr Slomka", sieht seinen Ruf nach den langen Verhandlungen über einen neuen Vertrag bei Hannover 96 als ramponiert an.

“Das hat mir extrem geschadet. Es wurde dargestellt, als wäre ich ein unanständiger Pokerspieler“, sagte der 43 Jahre alte Fußball-Lehrer am Mittwoch in Hannover.

Punktprämien: Was die 18 Bundesligisten kassieren

Wie sind eigentlich die Punkte-Prämien in der Bundesliga geregelt? Welches Team bekommt wieviel Geld? Die "Sport-Bild" hat die Prämienregelungen der 18 Bundesliga-Vereine veröffentlicht. Sehen Sie selbst, wer wann und wie abkassiert. © 
FC St. Pauli: Die Kiez-Kicker bekommen individuelle Punkt-Einsatz-Prämien. Im Schnitt sollen die Prämien bei 3.000 Euro pro Punkt liegen. © Getty
1. FC Kaiserslautern: Alle Prämien sind individuell in den Spielerverträgen geregelt. Bei Sonderprämien verhandelt der Mannschaftsrat. © Getty
1. FC Nürnberg: Die indivduellen Punkt-Prämien beim Club sollen zwischen 2.000 und 6.000 Euro liegen. Um in den Genuss einer Prämie zu kommen, muss ein Spieler aber mindestens 20 Minuten gespielt haben. © Getty
Hannover 96: Maximal 75 Prozent des Jahressalärs sind fix. Der Rest wird über eine individuelle Punkt-Einsatz-Prämie geregelt. Pro Zähler sind das zwischen 3.500 und 7.500 Euro. © Getty
SC Freiburg: Alle eingesetzten Spieler kassieren bei Punktgewinn und bei Sieg. Sonderprämien sind individuell geregelt. © Getty
1. FC Köln: Auch hier sind individuelle Prämien die Regel. Nur wer bei erfolgreichen Spielen auch eingesetzt wird, der darf auch kassieren. © Getty
Borussia Mönchengladbach: Das Gehalt ist an die Anzahl der Einsätze und die Zahl der erreichten Punkte gekoppelt. Verhältnis: Das Grundgehalt macht 60 Prozent aus, die restlichen 40 Prozent sind variabel. © Getty
1899 Hoffenheim: Für einen Sieg gibt es pro Mann etwa 3.000 Euro. Hinzu kommen individuelle Prämien. © Getty
Eintracht Frankfurt: Vom Einkommen sind nur 50 Prozent fix, der Rest setzt sich aus Prämien zusammen. Die kompletten Prämien gibt es aber nur dann, wenn die Mannschaft in der Saison 45 Punkte erreicht. © Getty
FSV Mainz 05: Die Mainzer kassieren pro Punkt zwischen 3.000 und 6.000 Euro. So kommt es, dass den Klub ein Punktgewinn in der Bundesliga 83.000 Euro kostet, da auch der Trainerstab und die Betreuer berücksichtigt werden. © Getty
VfL Wolfsburg: Beim VfL wurde die individuelle Punkt-Einsatz-Prämie eingeführt, damit die Spieler nicht 100 Prozent des Gehalts garantiert bekommen. Bis zu 9.000 Euro werden pro Punkt bezahlt. © Getty
Hamburger SV: Die Punkt-Prämien sind individuell geklärt. Angeblich sollen Top-Spieler wie Mladen Petric 11.000 Euro pro Punkt kassieren. © Getty
VfB Stuttgart: Der Klub zahlt lediglich Einsatz-Prämien. Punktprämien werden nur dann ausbezahlt, wenn die Mannschaft die Europa-League-Qualifikation erreicht. © Getty
Borussia Dortmund: Es gibt individuelle Punkt-Einsatz-Prämien beim BVB. Für den Fall der Meisterschaft hat der Mannschaftsrat eine Prämie von einer Million Euro ausbezahlt. © Getty
Bayer Leverkusen: Die Spieler haben individuelle Punkt-Prämien in ihren Verträgen. Sonder-Prämien werden erst am Saisonende verhandelt. © Getty
Werder Bremen: Die Bremer sollen an Punkt-Einsatzprämien bis zu 13.500 Euro kassieren. Wenn die Champions League erreicht wurde, gab es zuletzt noch für jeden Zähler 1.300 Euro nachträglich. © Getty
FC Schalke 04: Fast alle Spieler haben eine Meister-Klausel in ihrem Vertrag. Sollten andere Ziele erreicht werden, werden die Spieler anteilig bezahlt. © Getty
FC Bayern München: Der Mannschaftsrat der Bayern soll eine Meisterschaftsprämie verhandeln, die bis zu 250.000 Euro pro Spieler betragen kann. Auf den ersten beiden Plätzen stehend gibt es zudem 5.000 Euro pro Punkt. Darunter nichts mehr, wie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge dem "Kicker" sagte. "Prämien werden nur dann bezahlt, wenn wir Meister oder Zweiter geworden sind". © Getty

Am Vortag hatte Slomka nach wochenlangen Verzögerungen seine Zusage für einen bis 2013 geltenden Kontrakt gegeben. “Ich habe nicht gepokert“, versicherte er. Warum sich die Verhandlungen so lange hingezogen haben, erklärte Slomka allerdings nicht. “Die Berichterstattung hatte mit der Wirklichkeit nichts zu tun.“

Der vor rund einem Jahr als Nachfolger von Andreas Bergmann präsentierte Coach sagte: “Ich fand, das hat nicht so lange gedauert, wie es dargestellt wurde.“ Andererseits hatte er den seit Montag schriftlich vorliegenden Kontrakt auch am Mittwochmittag immer noch nicht unterschrieben. 

Ein erstes Vertragsangebot im Dezember hatte Slomka abgelehnt. Vor zwei Wochen hatte der ehemalige Schalke-Coach mit der Frage nach einer vorzeitigen Freigabe aus seinem Vertrag für zusätzliche Irritationen gesorgt. Clubchef Martin Kind hatte diese überraschende Anfrage öffentlich bestätigt, aber einen vorzeitigen Abschied abgelehnt.  

Die Profis von Hannover 96 begrüßten die Vertragsverlängerung. “Die Mannschaft freut sich“, berichtete Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach am Mittwoch. Der Coach müsse nun ein Essen ausgeben, scherzte Schmiedebach: “Er hat ja auch durch uns den Vertrag verlängert bekommen.“

dpa

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