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So hat Lopetegui die Selección verändert

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Von: José Carlos Menzel López

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Julen Lopetegui ist seit 2016 Trainer der spanischen Nationalmannschaft.
Julen Lopetegui ist seit 2016 Trainer der spanischen Nationalmannschaft. © dpa / Boris Grdanoski

Das Tikitaka? Steht natürlich weiterhin nicht zur Debatte! Bei den Spaniern stehen das nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste, weiterentwickelt hat man sich inzwischen aber auch.

München - Das Tikitaka? Steht natürlich weiterhin nicht zur Debatte! Bei den Spaniern stehen Ballbesitz und Passspiel nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste, weiterentwickelt hat man sich im Land des Weltmeisters von 2010 in der Zwischenzeit aber auch. Zu verdanken ist das einem Mann, der es sicherlich nicht ganz einfach hatte, als er 2016 in die Fußstapfen von Vicente del Bosque trat – seitdem jedoch eine kleine Revolution in der Selección ausgelöst hat: Julen Lopetegui!

Lopetegui? Im Ernst? So ähnlich reagierten die Spanier, als sie von del Bosques Nachfolger hörten. In der Tat hatte der ehemalige Torhüter von Real Madrid und Barcelona als Trainer nur beim FC Porto auf sich aufmerksam gemacht, als er die Portugiesen 2015 ins Viertelfinale der Champions League führte, im Rückspiel von den Bayern jedoch mit einem 6:1 vorgeführt wurde. Sonst war der Baske lediglich in den U-Auswahlen Spaniens tätig gewesen – und genau deswegen entschied man sich letzten Endes auch für ihn.

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Nach dem Aus in der Gruppenphase 2014 und im Achtelfinale 2016 wurde es langsam Zeit, etwas zu verändern. Ein Generationenwechsel stand an, der talentierte Nachwuchs drängte in die erste Mannschaft – weshalb sich die Bosse auch dazu entschlossen, diesen Wechsel einem Mann anzuvertrauen, der sich mit eben jenem Nachwuchs am besten auskannte. Spieler wie Saúl Ñíguez, Marco Asensio oder Thiago, jene Kicker, mit denen Lopetegui in der U 20 und U 21 sensationelle Erfolge gefeiert hatte, bilden das Gesicht des neuen Spaniens, das nach wie vor auf einige Routiniers wie Andrés Iniesta (33) oder Sergio Ramos (31) setzt.

Julen Lopetegui beim Training vor dem Testspiel gegen Deutschland.
Julen Lopetegui beim Training vor dem Testspiel gegen Deutschland. © AFP / PIERRE-PHILIPPE MARCOU

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An Qualität haben die Iberer deswegen nicht eingebüßt, dessen ist sich auch Joachim Löw bewusst. „Ihre ersten elf bis 13 Spieler setzen sich aus Atlético, Barça und Real zusammen“, so der Bundestrainer gestern. „All diese Tugenden vereinen sie. Atléticos Pressing, Reals hohes Tempo und schnelles Umschalten und Barças Ballbesitz. Sie gehören für mich zu den absoluten Topfavoriten.“ Spanien ist wandelbarer geworden. War man bis zuletzt noch bereit dazu, auch in Schönheit zu sterben, agieren Isco & Co. nun variabler. Flanken sind dank der großen Stürmer wie Diego Costa und Álvaro Morata (gegen Deutschland überraschenderweise nicht dabei) kein Tabu mehr, Konter erst recht nicht. Iniesta ist weiterhin der Mann für die besonderen Momente, über die Außen sind dank Dani Carvajal und Jordi Alba ebenso zwei Spieler dabei, die sich mit in den Angriff einschalten – speziell auf Marco Asensio sollte man aber ein Auge werfen. Das Real-Juwel ist gerade einmal 22 Jahre alt, lässt Zinedine Zidane aber schon jetzt keine andere Wahl, als ihn aufzustellen. Ähnlich wie der ebenfalls erst 25 Jahre alte Isco. Beide sind jung, aber „bereits bei Top-Teams etabliert“, erklärt Xabi Alonso. Nicht dabei: Sein Ex-FCB-Kollege Javi Martínez. Warum? Weiß niemand.

J. Carlos Menzel López

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