Hightech-Analyse der Firma MasterCoach ist der DFB-Joker

So spionierte Jogi Löw die Türken aus

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Ein starkes Team: Joachim Löw und Chefscout Urs Siegenthaler

Tenero - Das EM-Halbfinale gegen die Türkei – für Jogi Löw das wichtigste Spiel seines Lebens. Deswegen ging Löw die Vorbereitung besonders akribisch an.

Schwerpunkt: die Beobachtung des Gegners. Und Löw hat bei der Analyse der Türkei ein Ass im Ärmel: den Diplom-Sportlehrer Christofer Clemens. Er ist: Löws Spion!

Clemens (35) ist Vertriebsleiter der Firma MasterCoach, Europas Marktführer in Sachen Spielanalyse. Chelsea, Real oder ManU – sie alle vertrauen auf die Düsseldorfer Software. Seit dem Trainingslager auf Mallorca stellte MasterCoach den Analyse-Experten Clemens für den DFB ab. Nun unterstützt er Chefscout Urs Siegenthaler bei der Auswertung der Spiele. Dabei wird nicht nur die Spielweise des Gegners analysiert, auch potenzielle Elfmeter-Schützen der Türken sowie deren bevorzugte Ecken werden untersucht. Falls es zum Elfmeterschießen kommt, will Löw vorbereitet sein. „Es ist wichtig, zu wissen, welche Ecke ein Spieler in einer Drucksituation auswählt. Zudem ist die Information, wer unter Stress die sichersten Elfmeter schießt, für die Auswahl der eigenen Schützen wertvoll“, erklärt Clemens.

Das türkische Team in der Einzelanalyse: Konfuse Abwehr, zerzauster Angriff

Das türkische Team in der Einzelanalyse: Konfuse Abwehr, zerzauster Angriff © 
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Die Personalnot bei den Türken wird immer schlimmer. Gegen Deutschland sind mit Volkan (Foto) nach seiner roten Karte sowie nach ihrer jeweils zweiten gelben Karte Emre Asik, Arda Turan und Tuncay Sanli vier Spieler gesperrt. © dpa
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Dazu kommen schlimmstenfalls mit Emre Güngör (Muskelfaserriss), Servet Cetin (Innenbandprobleme), Emre Belözoglu (Wade), Tümer Metin (Leiste) und Nihat (Ödem, Foto) noch fünf Verletzte. Zumindest die drei Erstgenannten könnten noch rechtzeitig fit werden. Ansonsten bleiben Trainer Fatih Terim aber nur zwölf Feldspieler und zwei Torhüter, die wir Ihnen hier vorstellen: © dpa
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Rüstü Recber (35, Besiktas): Sollte das Gnadengesuch der Türken für ihren rotgesperrten Stammtorwart Volkan von der Uefa am Montag abgeschmettert werden, muss gegen Deutschland wieder der Oldie von Besiktas zwischen die Pfosten. Eine klare Schwächung. Bei hohen Bällen wirkt Rüstü ähnlich hilflos wie Portugals Keeper Ricardo. Ein echtes Ass ist er nur beim Elfmeterschießen. © dpa
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Tolga Zengin (24, Trabzonspor): Er ist eigentlich dritter Torhüter. Wegen der akuten Personalnot zieht Trainer Fatih Terim aber sogar in Erwägung, ihn zum Feldspieler umzufunktionieren. © dpa
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Mehmet Topal (22, Galatasaray): Der Schlacks mit der Gelfrisur ist ein harter aber fairer Zweikämpfer. Könnte von der Sechs auf die rechte Abwehrseite rücken und zum Haupt-Gegenspieler von Podolski werden. © dpa
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Gökhan Zan (26, Besiktas): Kopfballstark, technisch beschlagen. Er wird Klose das Leben schwer machen. © dpa
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Ugur Boral (26, Fenerbahce): Der etatmäßige Mittelfeldmann ist eine Abwehr-Alternative für den gelbgesperrten Emre Asik. Ob er seine Fehler im Stellungsspiel abstellen kann? © dpa
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Hakan Balta (25, Galatasaray): Der gebürtige Berliner bringt alles mit – außer einem guten Nervenkostüm. Für Bastian Schweinsteiger könnten Hakans Konzentrationsschwächen zur Chance werden. © dpa
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Sabri Sarioglu (23, Galatasaray): Ein echter Wirbelwind. Brillante Technik, scharfe Flanken. Im Abschluss allerdings harmlos. © dpa
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Hamit Altintop (25, FC Bayern): Konstantester Türke bisher. Seine Impulse drehten die Partie gegen Tschechien. Gegen Deutschland will Hamit in der Offensive Akzente setzen. © dpa
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Gökdeniz (28, Rubin Kasan): Spielt beim aktuellen russischen Tabellenführer. Licht und Schatten wechseln beständig. © dpa
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Marco Aurelio (30, Fenerbahce): Der eingebürgerte Brasilianer ist der Ruhepol des Teams. Glänzt mit Übersicht und Technik. © dpa
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Kazim Kazim (21, Fenerbahce): In London geboren, spricht kaum türkisch. Gegen Kroatien fehlte ihm die Bindung zum Team. Viele sinnlose Einzelaktionen. © dpa
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Semih Sentürk (25, Fenerbahce): Torschützenkönig der Süper Lig. Sein Tor rettete die Türken gegen Kroatien ins Elferschießen. © dpa
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Ayhan Akman (31, Galatasaray): Der Mittelfeldspieler durfte bisher nur im Training ran und saß 360 Minuten auf der Reservebank. Zumindest als Einwechselspieler wird Coach Fatih Terim nun wohl notgedrungen auf ihn zurückgreifen müssen. © dpa
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Mevlüt Erdinc (21, FC Sochaux): Der Stürmer wäre erster Kandidat für eine Einwechslung. © dpa
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Welcher Autokorso setzt sich nach Abpfiff am Mittwoch in Bewegung und hupt, was das Zeug hält, über den Finaleinzug: der deutsche ... © dpa
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... oder der türkische? © dpa

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Gemeinsam mit Siegenthaler bearbeitet er Videoaufnahmen der gegnerischen Spiele, filtert mit Hilfe der MasterCoach-Software Posicap bestimmte Spielsituationen heraus. „Diese Kategorien können vorher vom Trainerteam individuell festgelegt werden. Zum Beispiel Ecken, schnelles Umschalten oder Offensiv-Zweikämpfe. So können bei Teamsitzungen Stärken und Schwächen besonders anschaulich erklärt werden“, sagt Jens Urlbauer, der Geschäftsführer von MasterCoach. Löw kann somit Filme zusammenstellen, Präsentationen vorbereiten oder Spielern individuelle DVDs brennen. Kosten des Programms: 20 00 Euro pro Arbeitsplatzlizenz, der DFB orderte rund 20. Zudem beliefert Clemens Siegenthaler mit Daten, die mit dem MasterCoach-System Amisco per Videoanalyse erhoben werden. „Dabei geht es ums Passverhalten, gewonnene und verlorene Zweikämpfe, aber auch darum, wie oft ein Spieler den Ball berührt, ehe er ihn weiterspielt“, erklärt Urlbauer. So werden die Türken zum gläsernen Gegner.

Schön war's - So sexy zeigten sich die deutschen EM-Fans

Schön war's - So sexy zeigten sich die deutschen EM-Fans © dpa
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Die weiblichen Fans bei den Public-Viewing-Festen und in den Stadien geizen nicht mit ihren Reizen. © dpa
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Manche machen sich nur mit schwarz-rot-goldenen Accessoires schick, wie diese junge Dame beim Spiel Österreich gegen Deutschland. © dpa
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Andere zeigen etwas mehr Haut, wie dieses weibliche Teufelchen beim Fan-Fest in Hannover. © dpa
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Sexy Länderspiel der etwas anderen Art: Mit Bodypaintings in Nationalfarben "bekleidet", trafen sich hübsche Kickerinnen aus Deutschland und Österreich zum Beach-Fußball-Länderspiel. © dpa
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Klar, dass die Frauen nicht ganz nackt waren. Aber eben fast. © dpa
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Wo eine solche Fete steigt, darf natürlich auch "König von Mallorca" Jürgen Drews nicht fehlen. © dpa
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Das Ergebnis interessierte wohl nur die wenigsten. © dpa
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Mancher Fan lehnt sich ganz schön weit aus dem Fenster. © dpa
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Andere haben bei den Fanfesten besseres zu tun, als sich dem deutschen Fußball zu widmen. © dpa
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Dabei kann man sich doch auch näher am Geschehen um die traute Zweisamkeit kümmern. © dpa
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Die EM kennt keine Grenzen - auch nicht beim Alter. Diese Seniorin hat sich fürs Hamburger Fan-Fest ziemlich fein gemacht. © dpa
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So manches EM-Accessoire in Deutschland-Farben ist unerlässlich. © dpa
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Das Wetter zeigte sich wechselhaft. Diese Anhängerinnen nutzen den strahlend blauen Himmel, um leicht bekleidet beim Fan-Fest in Hamburg zu posieren. © dpa
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Wenn es Nacht wird über Frankfurt, sind die schwarz-rot-goldenen Klamotten immer noch knapp. © dpa
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Wer eine Karte fürs Stadion ergattert hat, bemüht sich natürlich auch da, eine gute Figur zu machen. © dpa
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Mit Küssen zum EM-Titel - klappte leider nicht. © dpa

Warum datenbasierte Spielanalyse so wichtig ist, erklärt Clemens so: „Für jeden Spieler sind nur etwa fünf Minuten in einer Partie fußballerisch relevant. Zugespitzt gesagt: Der Spieler hat 85 Minuten Zeit, um sich auf fünf Minuten Höchstleistung vorzubereiten. Was in dieser Zeit bewegt wird, ist entscheidend. Wer die eine oder andere starke Minute draufpacken kann, erhöht die Erfolgsaussichten seiner Mannschaft.“ Und das kann gegen die Türken nie schaden.

Die Türkei bezwingt Kroatien im Elfer-Krimi - Die besten Bilder

Die Türkei bezwingt Kroatien im Elfer-Krimi - Die besten Bilder © 
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Vor dem Spiel bringen sich die kroatischen Fans weltweit in Stimmung, wie hier in Wien. © dpa
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Das gilt natürlich auch für die türkischen Anhänger, wie hier im Ernst-Happel-Stadion in Wien, wo die Begegnung stattfindet. © dpa
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Viel Farbe und wenig Stoff auf der Tribüne ist bei manchen türkischen Fans angesagt ... © dpa
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... in diesem Fall sogar in den Haaren. © dpa
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Dann der Anpfiff und die ersten Zweikämpfe, hier zwischen dem Kroaten Ivica Olic und Goekhan Zan aus der Türkei. © dpa
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Der kroatische Coach Slaven Bilic würde am liebsten selbst mitspielen. © dpa
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Sein türkischer Kollege Fatih Terim ist an der Seitenlinie auch höchst aktiv. Beide Trainer coachen, was das Zeug hält - ohne vom vierten Offiziellen auf die Tribüne geschickt zu werden. Der heißt übrigens Mejuto Gonzales und bestrafte letzte Woche Joachim Löw und Josef Hickersberger. © dpa
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Die reguläre Spielzeit ist eher von Kampf als von Qualität geprägt. © dpa
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Die größte Chance vergeben die Kroaten durch Ivica Olic, der aus kürzester Distanz den Ball an die Latte jagt. Kranjcars Nachschuss landet über dem Tor. © dpa
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Die Fans - wie hier beim Public Viewing in Dortmund - fiebern mit. © dpa
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Kroatiens Josip Simunic macht den Abflug. © dpa
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Tor in der 119. Minute: Der eingewechselte Ivan Klasnic köpft Kroatien in Führung. Die Türkei steht vor dem aus. © dpa
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Doch die Türken schaffen die sensationelle Wende. Nach 121 Minuten trifft Semih zum Ausgleich und rettet die Türkei ins Elfmeterschießen. © dpa
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Kroatien scheint durch den späten Schock völlig konsterniert. Gleich drei Schützen vergeben ihre Elfmeter, hier hält Rüstü den Strafstoß von Mladen Petric. Die Türken verwandeln alle Strafstöße sicher. © dpa
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Die Kroaten sind am Boden ... © dpa
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... die Türken jubeln! Durch ein 4:2 n.E. schießen sie sich ins Halbfinale. Dort wartet Deutschland als nächster Gegner. © dpa
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Nicht nur bei den Spielern könnte es eine lange Nacht werden ... © dpa
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... sondern natürlich auch bei den türkischen Fans in Bayern und auf der ganzen Welt. © dpa

Quelle: tz

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