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Söder fordert sofortige Corona-Maßnahme - Borussia Dortmund reagiert

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Von: Alexander Kaindl

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Am Samstag kommt es zum Spitzenspiel in der Bundesliga: Der BVB erwartet den FC Bayern München. Die Dortmunder haben vorab die bereits verkauften Tickets storniert.

Dortmund - Auch im Dezember 2021 ist Corona das beherrschende Thema in Deutschland. Wer vor einem Jahr damit gerechnet hatte, dass das Virus zum ersten und letzten Mal die Weihnachtszeit trübt, der sieht sich nun schwer getäuscht: Sämtliche Zahlen sind trotz Impfstoff aktuell so hoch wie nie. Deshalb fordern Politiker und Experten dringend Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen.

Eine davon sind Geisterspiele in der Bundesliga. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert bereits seit geraumer Zeit dafür, dass die Stadien leer bleiben müssen. Am Dienstag, vor dem jüngsten Corona-Gipfel, sagte er dem Bayerischen Rundfunk: „Es macht auf absehbare Zeit keinen Sinn, wieder Zuschauer zuzulassen. Es ist eine wichtige Forderung, dass wir heute bundeseinheitlich beschließen, dass wir künftig keine Zuschauer mehr machen. Wenn das auf Bundesebene nicht funktioniert, würden wir das für Bayern allein machen.“

Geisterspiele in der Bundesliga? Borussia Dortmund storniert Tickets für Klassiker gegen den FC Bayern

Bedeutet also: Der FC Bayern München wird künftig wieder vor leeren Rängen in der Allianz Arena auflaufen müssen. Ein Szenario, das in der Bundesliga wohl wieder alltäglich wird: Bereits am vergangenen Wochenende hatte RB Leipzig sein Heimspiel gegen Leverkusen ohne Zuschauer bestritten. Söders Vorstoß sorgt indirekt nun auch in Westfalen für Konsequenzen, denn: Borussia Dortmund hat die Eintrittskarten für den anstehenden Klassiker gegen die Bayern storniert!

Markus Söder fordert die Rückkehr zu Geisterspielen. Der BVB hat nun reagiert. Das Foto zeigt Bayerns Ministerpräsidenten beim EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn.
Markus Söder fordert die Rückkehr zu Geisterspielen. Das Foto zeigt Bayerns Ministerpräsidenten beim EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn. © ActionPictures / Imago

Der Grund dafür ist, dass der BVB mit einer coronabedingten Reduzierung der Stadionkapazität durch die Landesregierung in den kommenden Tagen rechnet. Derzeit erlaubt die Corona-Schutzverordnung in NRW für Großveranstaltungen eine volle Auslastung von Sitzplätzen, während Stehplätze nur zu 50 Prozent belegt werden dürften. Für den Signal-Iduna-Park bedeutet das: 67.000 Zuschauer wären gegen den FCB zugelassen gewesen. All diese Karten waren nach Angaben der Schwarz-Gelben bereits verkauft. Nun werden sie storniert, die Ticketkäufer erhalten ihr Geld zurück.

Borussia Dortmund: Keine Zuschauer gegen den FC Bayern München im Stadion?

„Sobald die politische Entscheidung über zulässige künftige Stadion-Auslastungen in Nordrhein-Westfalen getroffen worden ist und uns in dieser Sache gesicherte Erkenntnisse vorliegen, werden wir über den neuen Vorverkauf informieren“, hieß es in einer Vereinsmitteilung der Dortmunder.

Ist dieser Satz ein Hinweis darauf, dass möglicherweise doch noch Fans ins Stadion dürfen? Ja. Laut Medienberichten plant NRW nämlich eine Auslastungs-Obergrenze von einem Drittel und eine Deckelung bei maximal 25.000 Zuschauern. Ministerpräsident Hendrik Wüst blieb am Mittwoch aber erneut vage. Man werde die Kapazität in den Stadien „deutlich reduzieren“, sagte der CDU-Politiker im Landtag. Bei der Konferenz der Ministerpräsidenten am Donnerstag wolle er sich für einheitliche Regelungen einsetzen.

Borussia Dortmund: Endgültige Entscheidung über Zuschauer wohl erst am Donnerstag

„Ich hätte mich gefreut, möglichst viele Zuschauer zu haben. Die Bundesliga ist kein Pandemietreiber - das bestätigt Ihnen jedes Gesundheitsamt“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei Sky: „Man muss aber auch fairerweise sagen, dass wir der Pandemiesituation Tribut zollen müssen, die wir haben. Davon können wir uns nicht abkoppeln. Deutlich weniger Zuschauer - das nimmt ein bisschen das besondere Feeling. Aber es ist richtig und sachlich geboten.“

Wie viele Fans tatsächlich kommen dürfen, liegt in den Händen der Landesregierung. Doch NRW hält sich wie die anderen Bundesländer mit Beschlüssen noch zurück. Der Konjunktiv hat Konjunktur. Bei den Verantwortlichen freut man sich trotz der komplizierten Lage dennoch auf den Klassiker - BVB-Boss Watzke schickte vorab schon einmal Grüße nach München. (akl/dpa/sid)

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