Acht Jahre vor seinem Tod: Beckenbauers schwerster Schicksalsschlag, den er nie verdaute
Im Alter von 78 Jahren stirbt Franz Beckenbauer. Achteinhalb Jahre zuvor hat der Kaiser seinen wohl schwersten Schicksalsschlag durchlebt.
München – Am frühen Montagabend wurde bekannt, dass Franz Beckenbauer im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Der Kaiser galt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs und hat die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft und des FC Bayern entscheidend mit geprägt. Im Sommer 2015 musste der Weltmeister den wohl schwersten Schicksalsschlag seines Lebens hinnehmen.
| Stephan Beckenbauer | |
|---|---|
| Geboren: | 1. Dezember 1968 (München) |
| Gestorben: | 31. Juli 2015 |
Beckenbauers schwerster Schicksalsschlag: Der Tod von Sohn Stephan
Im Jahr 2013 bekam Franz Beckenbauers Sohn Stephan die Diagnose Hirntumor. Zwei lange Jahre kämpfte er gegen die Krankheit an, ehe er am 31. Juli 2015 trotz zahlreicher Therapien und Behandlungen den Kampf verloren hatte und im Alter von nur 46 Jahren verstarb. Beckenbauer selbst sprach kaum über die Krankheit seines Sohnes.
Stephan war nach Michael und Thomas der dritte Sohn des Kaisers. Er kam als zweiter Sohn aus der Ehe mit Brigitte Wittmann, der ersten Ehefrau von Franz, zur Welt. „Ich habe nicht gewusst, was Verantwortung gegenüber der Familie heißt. Ich war ein schlechter Vater, weil ich nie da war“, gab der Weltmeister 2005 im Fernsehen bei Johannes B. Kerner zu.

Stephan war ein erfolgreicher FCB-Jugendtrainer
Als einziger der fünf Kinder von Beckenbauer wagte Stephan den Schritt ins Fußballgeschäft. Nach seiner Zeit in der Jugend des FC Bayern ging es beim Lokalrivalen TSV 1860 München weiter. In der Saison 1992/93 lief er für den 1. FC Saarbrücken sogar in der Bundesliga auf. Für die Saarländer kam der Defensivspieler auf zwölf Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse.
In der Zeit nach seiner Karriere arbeitete Stephan in der Jugendakademie des FC Bayern. Im Jahr 1999 übernahm er den Trainerposten in der B-Jugend des FC Bayern, mit denen er 2001 und 2007 deutscher Meister wurde. Zwischendurch versuchte er sich noch als Co-Trainer der zweiten Mannschaft, ging jedoch nach nur einem halben Jahr wieder zurück in den Jugendbereich.
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Beckenbauer hat den Tod Stephans nie wirklich verarbeitet
Es dauerte eine lange Zeit, bis Beckenbauer erstmals über den Tod seines Sohns Stephan sprach. Erst drei Jahre nach diesem öffnete sich der Kaiser erstmals der Bunte und sprach über den einschneidenden Schicksalsschlag.
„Es ist passiert. Es ist nicht nur mir passiert, es ist in vielen Familien auf der ganzen Welt genau das Gleiche passiert, also ... Es ist so, wie es ist“, sagte Beckenbauer, der sich zwar mit dem Tod abgefunden habe, allerdings glaubt, dass er nie wirklich über diesen hinweg kommen wird „Ich weiß nicht, ob man das jemals verarbeiten kann. Ich glaube, das wird immer so bleiben“, gestand die Fußball-Ikone in dem Interview. (jari)