Standortbestimmung für beide Teams

Spanien gegen Deutschland: Giganten im Umbruch

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So schnell ändert sich das Gesicht einer Mannschaft: Vier Monate und vier Tage nach dem Gewinn des vierten Sterns fehlen Jogi Löw gleich zwölf DFB-Stars aus Rio. Von links: Jerome Boateng, Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Per Mertesacker, Miroslav Klose, Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, André Schürrle, Julian Draxler, Christoph Kramer und Mesut Özil.

München - Es sollte das Duell der Giganten werden, ein glitzernder Abschluss eines denkwürdigen WM-Jahres. Nun wird es das Duell der Teams, die im Umbruch sind.

Spanien gegen Deutschland, Ex-Weltmeister gegen Weltmeister, der amtierende Europameister gegen den kommenden – wie es viele schon in Gedanken ausgemacht hatten. Nun kommt es anders, weil auf beiden Seiten Spieler zurückgetreten sind, Spieler verletzt fehlen, Spieler mit Umstellungen nicht zurechtkommen. Es ist das Duell der Giganten, die im Umbruch sind.

„Wenn man nur die Startformation aus dem Finale sieht, sind gerade einmal Thomas Müller und Toni Kroos dabei“, sagte Jogi Löw gestern mit Blick auf das Endspiel in Rio und verwies auf die personelle Lage in seiner Mannschaft. In der Aufregung vergaß der DFB-Coach zwar Schalkestar Benedikt Höwedes, der 26-Jährige muss allerdings auch von seiner brasilianischen Stammposition hinten links in die Innenverteidigung rücken. Allein sein Beispiel zeigt, wie viel Bewegung derzeit notgedrungen in der deutschen Mannschaft ist.

Toni Kroos will den vielen neuen Spielern im Team zwar nicht die Qualität absprechen, aber er erkennt auch: „Bei der WM waren wir top eingespielt.“ Im Gegensatz dazu „läuft es nicht ganz so flüssig“. Die bisherige Bilanz von zwei Siegen, zwei Niederlagen und einem Unentschieden nach dem Turnier im Sommer verdeutlicht diese Einschätzung. Manuel Neuer gab im Gespräch mit dem kicker sogar zu, dass der Umbruch im Team höhere Ausmaße annahm als gedacht. Er hätte aber auch „bei Weitem nicht damit gerechnet, dass gleich drei aufhören würden“, erklärte er mit Blick auf die zurückgetretenen Lahm, Mertesacker und Klose.

Dabei wiegt vor allem der Rückzug von Philipp Lahm schwer. Der Bayern-Star hat dem DFB-Team stets Stabilität verliehen, ob als Außenverteidiger oder auf der zentralen Mittelfeldposition. Gegen Spanien wird man ihn vermissen – obwohl die Situation dort ganz ähnlich ist. Mit Xabi Alonso und Xavi haben gleich zwei Mittelfeldstützen dem Nationalteam den Rücken gekehrt. Allein die drei genannten Stars würden dem Spiel heute einen ganz anderen Glanz verleihen. Dennoch: „Es ist etwas Besonderes!“, betont Toni Kroos. „Es sind zwei große Mannschaften, in welcher Besetzung sie auch immer antreten. Es geht irgendwo ums Prestige.“ Und wahrscheinlich tut einem ein Sieg gerade dann gut, wenn man sich im Umbruch befindet.

mic

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