Europa League

Spannendes Finale: Drei Schwergewichte und ein Außenseiter

Der ukrainische Meister Schachtjor Donezk präsentiert sich in der Europa League bislang enorm stark. Foto: Bernd Thissen/dpa
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Der ukrainische Meister Schachtjor Donezk präsentiert sich in der Europa League bislang enorm stark. Foto: Bernd Thissen/dpa

Das Europa-League-Finalturnier in NRW wird ohne deutsche Beteiligung entschieden. Mal wieder. Vier Teams aus vier Ländern sind noch dabei: Zwei ganz große Namen des europäischen Fußballs, ein Rekordsieger und ein auftrumpfender Underdog aus der Ukraine.

Köln (dpa) - Vier Teams, ein Ziel: Das Europa-League-Endturnier in Nordrhein-Westfalen geht mit den Halbfinals in die entscheidende Phase.

Der FC Sevilla, Manchester United, Inter Mailand und Schachtjor Donezk wollen am 21. August beim Endspiel in Köln den Titel feiern. Die Deutsche Presse-Agentur beleuchtet die Chancen der Spitzenteams aus Spanien, England, Italien und der Ukraine.

FC SEVILLA: Die Europa League ist so etwas wie der Lieblingswettbewerb des Clubs aus Andalusien. Dreimal gewannen die Spanier den Titel bereits, zwei Triumphe gab es im Vorgänger-Wettbewerb UEFA-Cup. Die insgesamt fünf Erfolge bedeuten Rekord in Europa. Im Viertelfinale tat sich die Mannschaft von Julen Lopetegui gegen die Wolverhampton Wanderers lange schwer, setzte sich am Ende aber dank eines späten Treffers von Top-Torschütze Lucas Ocampos verdient durch.

Sevilla spielt clever, routiniert, oft sogar hart an der Fairness-Grenze - und kompensiert damit häufig die Klasse von Gegnern mit besseren Einzelspielern. Das kann auch gegen Manchester United am Sonntagabend in Köln gelingen. Oder, um es mit den Worten von Lopetegui zu sagen: "Manchester ist eine große Mannschaft, ein guter Verein, aber wir haben die gleichen Ambitionen."

MANCHESTER UNITED: Ähnlich wie Sevilla hatten auch die Red Devils in der Runde der letzten acht Probleme mit einem - sogar noch größeren - Außenseiter. United musste gegen den FC Kopenhagen in die Verlängerung und siegte dort durch ein Elfmeter-Tor des Portugiesen Bruno Fernandes. Auf dem Papier zählt das Team von Coach Ole Gunnar Solskjaer mit Inter Mailand zu den größten Titel-Aspiranten.

Stars wie der französische Weltmeister Paul Pogba, die englischen Nationalspieler Marcus Rashford und Harry Maguire oder Stürmer Anthony Martial sprechen für Manchester. Der Dritte der vergangenen Premier-League-Saison hat mit Sevilla zudem noch eine Rechnung offen: 2018 warfen die Spanier den englischen Rekordmeister im Achtelfinale aus der Champions League.

INTER MAILAND: Defensive Stabilität gepaart mit offensiver Wucht: Inter Mailand überzeugte im Viertelfinale gegen Leverkusen und hätte durchaus höher als 2:1 gewinnen können. Vor allem Sturm-Kante Romelu Lukaku, der in allen seiner vergangenen neun Europa-League-Spiele traf, zeigte erneut eine ganz starke Leistung und war von der Bayer-Abwehr nie in den Griff zu bekommen. Der Belgier könnte zum Schlüsselspieler im Rennen um den Titel werden.

Zehn Jahre nach dem Triumph im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern wollen die einst erfolgsverwöhnten Italiener endlich wieder eine internationale Trophäe gewinnen. "Ich bin sehr glücklich, dass es Inter nach zehn Jahren mal wieder geschafft hat, in ein europäisches Halbfinale einzuziehen", sagte Abwehrspieler Diego Godín, der die Europa League bereits zweimal mit Atlético Madrid gewann. Im Semifinale ist Inter gegen Donezk Favorit, doch die Mailänder müssen vorsichtig sein.

SCHACHTJOR DONEZK: Denn der ukrainische Meister präsentiert sich in der Europa League bislang enorm stark. Nach den souveränen Siegen gegen Wolfsburg fertigte das Team des portugiesischen Trainers Luis Castro auch den biederen FC Basel am Dienstag in Gelsenkirchen mit 4:1 ab. Schachtjor stieg zwar als Dritter der Champions-League-Gruppe in die Europa League ab, hat dort aber nach den bisherigen Eindrücken eine echte Titelchance. Zum dritten Mal nach 2008/09 und 2015/16 steht die mit zahlreichen brasilianischen Ballkünstlern gespickte Elf im Halbfinale der Europa League bzw. des UEFA-Cups.

Das Duell mit Inter am Montag in Düsseldorf dürfte hochinteressant werden. An Selbstbewusstsein mangelt es Schachtjor nicht. "Wir haben gegen eine gute Mannschaft fantastischen Fußball gespielt", schwärmte Castro nach dem Sieg über Basel. Seit elf Spielen ist die Elf wettbewerbsübergreifend nun ungeschlagen. Stürmer Júnior Moraes freut sich schon auf Inter: "Ich glaube, dass wir das Finale erreichen können. Wenn du dich selbst testen möchtest, musst du gegen die besten Mannschaften auf diesem Level spielen."

© dpa-infocom, dpa:200812-99-139370/2

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