Der Kapitän kehrt zurück, aber er will sich nicht verbiegen lassen

Spaßbremse Ballack?

Das EM-Finale und seine Begleiterscheinungen: Ballack blutig
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Das EM-Finale und seine Begleiterscheinungen: Ballack blutig

Dortmund - Ich will so bleiben wie ich bin! So lautet dieser Tage das Motto von Michael Ballack.

Der Kapitän ist zurück bei der Nationalmannschaft – und er stellt schon vor den WM-Qualifikationsspielen gegen Russland und Wales: „Ich werde meinen Stil nicht ändern!“, sagt er im kicker.

Trotz seines offiziell ausgeräumten Konfliktes mit Teammanager Oliver Bierhoff und verhaltener Kritik aus dem Mannschaftskreis will Kapitän Ballack nicht von seinem Kurs abweichen. Die „Grundsatzdiskussion über meine Person“ wundert ihn: „Schließlich waren wir bei der EM erfolgreich, und da fühle ich mich als Kapitän in meiner Art, wie ich die Mannschaft nun schon seit Jahren begleite und führe, bestätigt.“ Die Statistik bestätigt ihn: Mit 87 Länderspielen ist Ballack der erfahrenste Akteur im Kader für die Partien am Samstag in Dortmund gegen Russland und vier Tage später in Mönchengladbach gegen Wales.

Außerdem ist Konfrontation laut Ballack nicht unbedingt schlecht – und er sei bei Leibe nicht der einzige im DFB-Team, der hin und wieder aneckt. Beispiele gefällig? Nationalspieler wie Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Robert Enke (Hannover 96) oder Arne Friedrich (Hertha BSC) hätten sich zuletzt in ihren Vereinen ebenfalls in ihrer Funktion als Kapitän mit Teamkollegen angelegt. Eine wertvolle Erfahrung, meint Ballack: „Dann merken auch diese Spieler, dass man als Kapitän eben ganz anders in der Verantwortung steht.“

Bei den Dissonanzen mit Bierhoff, die nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien offen ausgebrochen waren, seien sich unterschiedliche Interessen in die Quere gekommen. „Oliver Bierhoff und ich haben unterschiedliche Aufgabenbereiche. Ich bin Kapitän und Spieler, für mich steht das Sportliche an erster Stelle. Seine Aufgabe ist mehr das Drumherum“, erläuterte Ballack.

Das von Manager Bierhoff verantwortete EM-Freizeitprogramm von Ballon-Fahrten bis hin zu Bootstouren fand Ballack zwar „okay, weil es die Spieler auch gerne annehmen“. Er selbst befürwortet es aber nicht. „Ich muss für mich auch in Anspruch nehmen dürfen, während eines sehr wichtigen Turniers wie der EM an so etwas nicht teilnehmen zu wollen. Deshalb bin ich doch keine Spaßbremse“, sagte Ballack.

Mit 32 Jahren habe er einen anderen Rhythmus als jüngere Spieler. Früher sei das Leben mit der DFB-Elf ganz anders gewesen: „Als ich zur Nationalmannschaft kam“, erinnert sich Ballack, „zogen wir in abgelegene Sportschulen und haben uns drei, vier Tage mit nichts anderem als der Nationalmannschaft beschäftigt. Da wurde trainiert, gegessen, geschlafen, trainiert. Und am nächsten Tag dasselbe. Das ist das Fundament, das bei mir gelegt wurde, so bin ich stark geworden, und deshalb orientiere ich mich heute noch daran.“

Bundestrainer Joachim Löw sieht teamintern vor dem wichtigen Russland-Spiel „keine Problematik“ um Rückkehrer Ballack, der die ersten drei Länderspiele nach der EM wegen einer Fußverletzung verpasst hatte. „Die Sache Bierhoff/Ballack“ ist aus seiner Sicht „hochgeschaukelt“ worden. Heiko Westermann freut sich auf Ballacks Rückkehr: „Wenn so ein Spieler zurückkommt, ist das immer gut. Er hat viel Erfahrung und Klasse“, sagt der Abwehrspieler.

Bei so vielen Vorzügen darf Ballack auch ein bisschen Spaßbremse sein…

Europas Top 20: Der FC Bayern im Aufwind

Europas Top 20: Der FC Bayern im Aufwind © 
Nach einem Jahr Abstinenz darf der FC Bayern wieder in der Champions League mitmachen. In der UEFA-Clubrangliste zählt das Team aber immer noch locker zu den Top 20. Ermittelt wird diese nach dem Abschneiden der europäischen Vereine in den letzten fünf Jahren. Obwohl der FCB in der Vorsaison nur UEFA-Cup spielte, legte er zu. Wir zeigen Ihnen die Top 20 (Stand vor Beginn der neuen Europacup-Saison). Platz 20: AZ Alkmaar (Niederlande) © dpa
Platz 19: SV Werder Bremen (Deutschland) © dpa
Platz 18: Benfica Lissabon (Portugal) © dpa
Platz 17: FC Porto (Portugal) © dpa
Platz 16: AS Rom (Italien) © dpa
Platz 15: FC Valencia (Spanien) © dpa
Platz 14: Newcastle United (England) © dpa
Platz 13: FC Villareal (Spanien) © dpa
Platz 12: PSV Eindhoven (Niederlande) © dpa
Platz 11: FC Bayern München (Deutschland). Der deutsche Rekordmeister kletterte von Platz 18 deutlich nach oben. Das UEFA-Cup-Aus im Vorjahr kam schließlich erst im Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg (Foto), wodurch über 24 Punkte auf das Bayern-Konto einliefen. © dpa
Platz 10: Real Madrid (Spanien) © dpa
Platz 9: Inter Mailand (Italien) © dpa
Platz 8: Olympique Lyon (Frankreich) © dpa
Platz 7: FC Sevilla (Spanien) © dpa
Platz 6: Manchester United (England) © dpa
Platz 5: Arsenal London (England) © dpa
Platz 4: FC Barcelona (Spanien) © dpa
Platz 3: FC Liverpool (England) © dpa
Platz 2: AC Mailand (Italien) © dpa
Platz 1: FC Chelsea (England) © dpa

Quelle: tz

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