"Er hat wenig Rücksicht genommen"

Sport1 gedenkt Udo Lattek - Wontorra erinnert sich

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Im „Doppelpass“ am Sonntag war der Schriftzug „Danke Udo“ eingeblendet.

München - In der Sport1-Fußball-Debatte "Sport1" gedachte man am Sonntag dem kürzlich verstorbenen Udo Lattek auf eine ganz besondere Weise. In der tz erinnert sich zudem Ex-Moderator Jörg Wontorra.

Sie waren neben Günter Netzer und Gerhard Delling das deutsche Kult-Gespann im TV-Fußball. Sieben Jahre lang saßen Udo Lattek (†80) und Jörg Wontorra (66) sonntags Seite an Seite vor der Kamera und befeuerten den Doppelpass. Es entwickelten sich nicht nur legendäre Gespräche, sondern es entstand auch eine große Freundschaft. 786-mal nahm Lattek für den Fußball-Talk im Sessel Platz. Zunächst mit Rudi Brückner und von 2004 bis 2011 mit Wontorra. Bei der letzten gemeinsamen Sendung kullerten bei Wontorra die Tränen. Der Schock des Lattek-Todes sitzt bei ihm noch tief. „Ich war oft über den Gesundheitszustand von Udo informiert. Aber als ich dann die traurige Nachricht erhielt, da war ich wie paralysiert. Da zog das ganze Leben mit Udo an mir vorbei“, so Wontorra. „Man erinnert sich Gott sei Dank an die schönen Zeiten.“

Lattek war Kult bei der Experten-Runde, er sagte seine Meinung, auch wenn die nicht jedem passte. „Er hat wenig Rücksicht genommen. Es war ihm egal, ob er sich auch mit einem Freund anlegen musste“, so Wontorra. Lattek nahm kein Blatt vor den Mund. Unvergessen, als er sich mit Uli Hoeneß zoffte.

„Der eigentliche Doppelpass findet aber nach der Sendung statt. Beim gemeinsamen Essen wurden Interna ausgeplaudert. Da habe ich erst erfahren, was in der Bundesliga passiert. Und beim Essen hat sich der Udo dann immer gleich wieder mit seinem Gegenüber vertragen“, erzählt Wontorra. „Auch wenn er eine andere Meinung hatte, er hat den Menschen immer respektiert.“

Der TV-Moderator kann sich noch gut an die Anfangszeit mit dem erfolgreichsten deutschen Trainer erinnern. „Wir kannten uns schon lange, aber wir mussten uns ein paar Sendungen an uns gewöhnen“, erklärt der 66-Jährige, „aber wir sind beide Ostpreußen und haben uns immer besser verstanden.“

Zur Trauerfeier am Dienstag wird Wontorra nicht reisen. „Die Familie möchte es im kleinsten Kreis halten“, so der gebürtige Lübecker, „aber ich habe das Glück, dass meine beiden Kinder in Köln wohnen. Wenn sich die Trauer ein wenig gelegt hat, werde ich seine Frau anrufen und mich von Udo persönlich verabschieden.“

Tobias Lempe

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