Starker BVB: Dortmund fertigt Leverkusen ab

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Kevin Großkreutz (M, Borussia Dortmund) wird von seinen Mitspielern nach seinem Schuß zum 0:2 gegen Leverkusen bejubelt.

Leverkusen  - Starker BVB: Borussia Dortmund hat den ersten Angriff auf seine Alleinherrschaft in der  Bundesliga brillant abgewehrt. Der BVB hat die hervorragende Ausgangslage im Titelrennen gleich zum Rückrundenauftakt nochmals verbessert.

Die Jung-Nationalspieler Kevin Großkreutz (49./53. Minute) und Mario Götze (55.) bescherten der Borussia mit ihren Toren am Freitagabend einen eindrucksvollen 3:1 (0:0)-Sieg zum Rückrundenauftakt bei dem zuvor hoch gehandelten Verfolger Bayer 04 Leverkusen. Für die Hausherren konnte Stefan Kießling (80.) vor 30 210 Zuschauern nur noch verkürzen.

Der souveräne Tabellenführer Dortmund baute seinen Vorsprung auf Leverkusen auf 13 Punkte aus. Für den BVB war es der neunte Auswärtssieg im zehnten Spiel in dieser Saison und der ersehnte Traumstart in die zweite Halbserie.

Im Duell der Herbstmeister 2009 und 2010 konnte Leverkusen nur eine Halbzeit mithalten. Innerhalb von sechs Minuten entschieden die Dortmunder nach dem Seitenwechsel die Partie und revanchierten sich gleichzeitig für die 0:2-Heimniederlage zum Saisonauftakt im August. Seither haben die Dortmunder nur noch bei Eintracht Frankfurt verloren und steuern schnurstracks auf den siebten Meistertitel zu.

Die erneut heimschwachen Leverkusener bei denen Rekonvaleszent Michael Ballack nur auf der Bank saß, müssen nach diesem Fehlstart wieder ihre Kräfte sammeln - und vor allem ihre haarsträubenden Abwehrfehler abstellen, die es den Dortmundern sehr leicht machten.

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

2011/2012: Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke): 29 Tore © AP
2010/2011: Mario Gomez (FC Bayern), 28 Tore. © ap
2009/2010: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg), 22 Tore © Getty
2008/2009: Grafite (VfL Wolfsburg), 28 Tore © Getty
2007/2008 (FC Bayern München), 24 Tore © Getty
2006/2007: Theofanis Gekas (VfL Bochum), 20 Tore © Getty
2005/2006: Miroslav Klose (Werder Bremen), 25 Tore © Getty
2004/2005: Marek Mintal (1. FC Nürnberg), 24 Tore © Getty
2003/2004: Ailton (Werder Bremen), 28 Tore © Getty
2002/2003: Giovane Elber (FC Bayern München), 21 Tore © Getty
2002/2003: Thomas Christiansen (VfL Bochum), 21 Tore © Getty
2001/2002: Martin Max (TSV 1860 München), 18 Tore © Getty
2001/2002: Marcio Amoroso (Borussia Dortmund), 18 Tore © Getty
2000/2001: Ebbe Sand (FC Schalke 04), 22 Tore © Getty
2000/2001: Sergej Barbarez (Hamburger SV), 22 Tore © Getty
1999/2000: Martin Max (TSV 1860 München), 19 Tore © Getty
1998/99: Michael Preetz (Hertha BSC), 23 Tore © Getty
1997/98: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1996/97: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1995/96: Fredi Bobic (VfB Stuttgart), 17 Tore © Getty
1994/95: Heiko Herrlich (Borussia Mönchengladbach), 20 Tore
1994/95: Mario Basler (Werder Bremen), 20 Tore © Getty
1993/94: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty
1993/94: Stefan Kuntz (1. FC Kaiserslautern), 18 Tore © dpa
1992/93: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 20 Tore © dpa
1992/93: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 20 Tore © dpa
1991/92: Fritz Walter (VfB Stuttgart, links), 22 Tore © Getty
1990/91: Roland Wohlfahrt (FC Bayern München), 17 Tore © Getty
1989/90: Jörn Andersen (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty

“Dortmund hat die Qualität, Meister zu werden. Und mit einem Sieg hier auch das nötige Selbstvertrauen“, hatte Joachim Löw schon nach der torlosen Halbzeit prognostiziert. Diese Demonstration der Stärke hatte aber wohl auch der Bundestrainer nicht erwartet. Ähnlich wie sein Gegenüber Jupp Heynckes im Fall Ballack verzichtete auch BVB- Coach Jürgen Klopp in der Startelf auf einen prominenten Profi: Statt Lucas Barrios stand Roman Lewandowski in der Startelf.

Das Spitzenspiel, das in 140 Länder übertragen wurde, erfüllte die hohen Erwartungen. Bereits in der 3. Minute traf BVB- Mittelfeldspieler Sven Bender mit einem Kopfball die Latte. Nur acht Minuten später klärte BVB-Manndecker Mats Hummels in höchster Not gegen Bayer-Angreifer Kießling.

Nach furiosem Beginn ließen es beide Teams in der Folgezeit etwas ruhiger angehen. In einer über weiter Strecken ausgeglichenen Partie entpuppten sich die Gäste vor den Augen von Löw jedoch als die etwas aktivere Mannschaft. Das schlug sich in einem Chancenplus nieder: So scheiterte Lewandowski (23.) aus guter Position an Bayer-Keeper Rene Adler. Zudem verfehlte der Pole mit einem abgefälschten Fernschuss (31.) nur knapp das gegnerische Tor. Die Gastgeber taten sich beim Herausspielen von Möglichkeiten schwerer: Nur Kießling (40.) deutete bei einem Kopfball auf das Außennetz Torgefahr an.

Die zweite Hälfte begann furios. Großkreutz nutzte Stellungsfehler von Manuel Friedrich und Daniel Schwaab eiskalt aus und schoss die Gäste in Führung. Das Bayer-Desaster in der Defensive ging weiter und wurde erneut von Großkreutz und Götze mit weiteren leichten Toren gnadenlos bestraft. Die Verunsicherung der Hausherren war spürbar. Adler ließ sich anstecken und schlug unbedrängt über den Ball - die Konsequenz fiel mit einem Eckball glimpflich aus. Ein wenig Hoffnung kann die Konkurrenz aus Dortmunder Sorglosigkeiten schöpfen. Trotz Kießlings Gegentor ließen es die Westfalen in der Schlussphase recht lässig angehen - wurden dafür aber nicht mehr bestraft.

Von Heinz Büse und Andreas Schirmer

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