Strafe nach Scharmützel mit Tedesco

Schalkes Spaßvogel Di Santo ist das Lachen vergangen

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Franco Di Santo hat sich selbst einen Bärendienst erwiesen.

Franco Di Santo ist mit seinem verbalen Scharmützel in Richtung von Schalke-Trainer Domenico Tedesco deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Der Argentinier wird von den Königsblauen sanktioniert.

Gelsenkirchen/Freiburg - Eigentlich gilt Franco Di Santo als Spaßvogel. Einer, der schon mal gerne seine Mitspieler neckt und ihnen Streiche spielt. Aber seit vergangenem Samstag ist dem argentinischen Offensivspieler das Lachen vergangen. Seine verbale Auseinandersetzung mit Cheftrainer Domenico Tedesco nach seiner Auswechslung gegen Bayern München (0:2) hat hohe Wellen geschlagen.

Dem 29-jährigen Gaucho blieb nichts anderes übrig, als einen doppelten Canossagang anzutreten. Noch am Samstagabend entschuldigte er sich via der Sozialen Netzwerke ("Ich sehe ein, dass ich mich falsch verhalten habe"). Und am Sonntag folgte auf der Mannschaftssitzung Teil zwei von Di Santos Bitte um Verzeihung. "Franco hat sich vor der Mannschaft und mir noch einmal entschuldigt. Die Entschuldigung haben wir angenommen", berichtete Tedesco am Montag auf der Pressekonferenz.

Strafe für Di Santo bleibt intern

Über die Art der Bestrafung des S04-Profis wollte sich der Fußballlehrer aber nicht genau auslassen: "Es wird sicher etwas geben, davon können Sie zu 100 Prozent ausgehen. Aber das bleibt intern." Der Schalker Strafenkatalog sieht neben Geldstrafen auch die Möglichkeit vor, den Profis spezielle Pflichttermine, die keine Begeisterungsstürme hervorrufen, aufs Auge zu drücken.

Der Zoff war für Tedesco auch wegen der Wahrung seiner Autorität eine Herausforderung. Di Santo hatte nach seiner Auswechslung bei der Heimniederlage auf der Bank sogar die Zahl sieben angezeigt. Ob er damit eine Auswechslung von Mitangreifer Mark Uth forderte oder die Spielminute meinte, blieb allerdings offen. "Ich erwarte Respekt. Das ist auch gegenüber den Mitspielern respektlos", hatte sich Tedesco nach dem Ausraster des Argentiniers echauffiert: "Ein bisschen gute Erziehung wäre da nicht verkehrt."

Di Santo hatte nach seinem Aussetzer von seinem "heißen Blut" und seinem "Wettbewerbsgeist" in den Sozialen Netzwerken geschrieben, die "mich verleitet haben. Und es gibt nichts, um meinen Fehler zu rechtfertigen".

Zukunft von Di Santo ungewiss

Eine Suspendierung des Profis war auf Schalke indes kein Thema. Allerdings machte Tedesco deutlich, dass ihn der Vorfall doch ziemlich geärgert hat. "Ich habe der Mannschaft klar signalisiert, wie ich über die Situation denke. Es ist wichtig, das Thema hart anzusprechen", betonte der 33-Jährige am Montag.

Wie es mit Di Santo, der bei den Königsblauen seit Längerem nicht unumstritten ist, weitergeht, wird sich in der Zukunft erweisen. Innerhalb der Schalker Mannschaft ist Di Santo durchaus beliebt. Das zeigte sich beim Trainingslager im österreichischen Mittersill im Sommer, als der Argentinier nach einem Fehlschuss von einem Fan angepflaumt wurde ("Franco, go home").

Die Schalker Profis reagierten mit einem Gesang in der Kabine ("Franco Di Santo, schalalalalalaaa") und dokumentierten so Geschlossenheit. Diese ließ allerdings Franco Di Santo am vergangenen Samstag deutlich vermissen.

sid

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