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Streich über Ärger mit dem Schiri: „Da hört's dann auf“

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Verärgert
Freiburgs Trainer Christian Streich (r) sprach nach dem Spiel mit Schiedsrichter Frank Willenborg. © Tom Weller/dpa

Hoffenheim verdrängt den Landesrivalen SC Freiburg vom Champions-League-Platz. Die Tabelle ist aber nicht das Thema, sondern die Nachspielzeit mit dem umstrittenen Siegtor für die TSG.

Freiburg - Christian Streich baute sich vor Schiedsrichter Frank Willenborg auf und zerrte demonstrativ wie wild an seiner eigenen Jacke.

Es war aber nicht das dunkelblaue Kleidungsstück, das der Trainer des SC Freiburg loswerden wollte, sondern seinen Ärger. Das späte Gegentor zum 1:2 (1:1) im badischen Verfolgerduell der Fußball-Bundesliga gegen die TSG 1899 Hoffenheim versetzte den Sport-Club in Rage. Streich sprach von „Katastrophe“ und „Wahnsinn“. Und im Gegensatz zu seinen sonstigen Gepflogenheiten kritisierte er den Referee aus Osnabrück ausführlich - wenn auch mit ruhiger Stimme - in der Pressekonferenz.

„Lucas Höler wird runtergerissen im Mittelfeld, und es wird gepfiffen: Freistoß für Hoffenheim. Ich habe Verständnis für viele Dinge, aber da hört's dann auf“, sagte der 56-Jährige mühsam gefasst. Was war geschehen? Ein Trikothalten von Kevin Vogt an Höler ahndete Willenborg nicht, dafür im Anschluss einen Hakler an Hoffenheims Sebastian Rudy. Der Freistoß führte zu einem Eckball, den Chris Richards in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Siegtreffer für die TSG ins Netz köpfte.

Hoffenheim zieht an Freiburg vorbei

„Ein unvergessliches Gefühl“, sagte der Amerikaner später. So gewann die Mannschaft von Chefcoach Sebastian Hoeneß das vierte Spiel in Serie und verdrängte das Streich-Team vom vierten Tabellenplatz.

Was Willenborg auf seine ungehaltenen Worte nach dem Abpfiff gesagt habe? „Er antwortet mir dann, er habe es nicht gesehen. Ich frage mich: Hat er in eine andere Richtung geschaut?“, sagte Streich, der aber auch seine eigene Mannschaft in die Pflicht nahm: „Wir dürfen die engen Spiele nicht immer so weggeben, auch wenn die Entstehung vom zweiten Gegentor wirklich eine Katastrophe ist.“

SC-Kapitän Christian Günter reagierte ebenfalls mit großem Unverständnis auf die Entscheidungen in der Schlussszene. „Ich sage am besten gar nichts. Weil jedes Wort, das ich jetzt sage, ist zuviel“, meinte er am Sky-Mikrofon. „Ich behalt's am besten für mich. Das sollen sich die Leute selbst ansehen im Fernsehen, dann sieht man es.“ Günters Jubiläum - er bestritt sein 250. Spiel im Oberhaus für den SC - war jedenfalls gründlich verdorben.

Streich bedient

Vor einer Woche erlebte Streich noch den 6:0-Sieg seiner Mannschaft in Mönchengladbach, jetzt stand er genauso fassungslos am anderen Ende der Gefühlsskala. Denn die Gastgeber hätten sogar in Führung gehen können, doch der frühere Freiburger Torwart Oliver Baumann hielt einen Foulelfmeter des ehemaligen Hoffenheimers Vincenzo Grifo (62. Minute). „Ich habe gedacht, er springt in die andere Ecke. Sehr, sehr bitter“, sagte Grifo.

Die Nationalspieler David Raum mit seinem ersten Tor im Oberhaus für Hoffenheim (3. Minute) und Nico Schlotterbeck für Freiburg (21.) trafen zuvor vor coronabedingt nur 750 Zuschauern im Europa-Park Stadion. „Der Schiri hat hier und da nicht die richtige Entscheidung getroffen, das gehört dazu zum Fußball. Im Endeffekt war der Sieg dann auch verdient“, bilanzierte Raum.

So sah es auch TSG-Trainer Hoeneß, was den Unmut bei seinem Kollegen nicht gerade herunterdimmte. „Ich habe das ein bisschen anders gesehen“, murrte Streich. „So einseitig war es nicht, dass Hoffenheim nur Chancen hatte und wir keine. Das Spiel war ein Unentschieden-Spiel. Wenn dann ein Spiel so entschieden wird durch ein klares Foul gegen uns und dann noch Freistoß für Hoffenheim gepfiffen wird, dann ist das doppelt bitter.“ Immerhin räumte auch Hoeneß bei der Szene um Höler ein: „Den Zweikampf kann man sicher abpfeifen.“ dpa

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