Stress bei den Spaniern, beste Laune beim DFB

München - Trotz des Vierkampfs um die Meisterschale ist die Stimmung in der Bundesliga bestens. Das wirkt sich auch aufs DFB-Team aus. In Spanien ist das alles ganz anders.

Was für eine Konstellation! Nur zwei Spieltage nach der fußballfreien Zeit bekommt Deutschland die schönste Seite des modernen Vierkampfs geboten – ein ganzes Quartett kämpft ab sofort um den Meistertitel. Bayern, Dortmund, Schalke sind punktgleich, und nur einen Zähler dahinter liegt die Borussia aus Gladbach, da ist richtig Feuer drin! Das Verblüffende: Die Flammen lodern nur auf dem Feld hoch, abseits des Rasens ist Friede, Freude, Fotoshooting angesagt. Alle Nationalspieler verstehen sich bestens, Jogi Löw strahlt. „Trotz allen Konkurrenzkampfs in der Liga, die Stimmung hier ist extrem gut“, erklärte der Bundestrainer am Montag in München.

Foto-Shooting der Nationalmannschaft in München

In München finden die DFB-Marketingtage der Fußball-Nationalmannschaft statt. Sehen Sie hier die besten Bilder und Schnappschüsse der DFB-Stars. Philipp Lahm © dpa
Bundestrainer Joachim Löw © dpa
Filmemacher Sönke Wortmann © dpa
Filmemacher Sönke Wortmann © dpa
Philipp Lahm (r) und Andre Schürrle beim Jubel © dpa
Die Bender-Zwillinge Sven (r) und Lars © dpa
Bastian Schweinsteiger © dpa
Sven Bender © dpa
Thomas Müller © dpa
Simon Rolfes © dpa
Toni Kroos © dpa
Dennis Aogo © dpa
Toni Kroos © dpa
Toni Kroos © dpa
Philipp Lahm und Mesut Özil © dpa
Thomas Müller © dpa
Philipp Lahm © dpa
Philipp Lahm © dpa
Philipp Lahm © dpa

Spitzenteamgeist trotz Schalenstreit, die liebe Liga wirkt sich auch auf den DFB aus. Und vielleicht liegt auch genau da die Chance gegenüber Spanien. Denn während sich unsere Nationalspieler auch vereinsübergreifend verstehen, ist zwischen den Akteuren von Barcelona und Real die gute Laune dahin – dank Startrainer José Mourinho. So schreibt unser Kolumnist von AS: „Mourinho kam nach Madrid, um Barça zugrundezurichten. Doch was er sah war Folgendes: Dass sich seine Spieler mit denen von Barcelona verstehen. Das ist schlicht und ergreifend inkompatibel mit Mourinho“, meint José Luis Guerrero, der eng an beiden Mannschaften dran ist. Und er beobachtet nach den Sticheleien und Attacken des Portugiesen einen Trend. „All das wirkt sich logischerweise auch auf die Selección aus, das Klima zwischen einigen Spielern ist nicht mehr so wie es einmal war. Iker Casillas und Arbeloa hatten Dispute mit Piqué und Villa, Busquets macht viel Theater bei Fouls. Kurz: Die Beziehungen untereinander sind abgekühlt!“

Stress bei den Spaniern – gut für Jogi und seine Jungs? Löw will das nicht überbewerten. „Grundsätzlich ist Spanien eine Mannschaft, die immer in den letzten zwei, drei, vier Jahren von einem guten Teamgeist gelebt hat. Diese Mannschaft war eine verschworene Einheit“, so Löw. Die Giftpfeile zwischen den beiden führenden Teams in Spanien seien demnach auch schon in der Vergangenheit geflogen. Und so erklärt der Bundestrainer: „Sie haben immer bewiesen, dass sie sich vereinen in der Nationalmannschaft. Also darauf möchte ich nicht zählen.“

Dass die Spannungen zunehmen, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, beobachtet aber auch der Bundestrainer. Dennoch sagt er mit Blick auf die EM: „Der große Favorit ist nach wie vor Spanien.“ Er selbst sieht seine Truppe mit anderen Nationen etwas dahinter.

Den Liga-Vierkampf sieht Löw unterdessen aber als sehr hilfreich an. „Es ist unglaublich interessant und natürlich auch gut, wenn so eine Spannung vorherrscht in der eigenen Liga.“ Doch nur gute Liga-Spiele reichen dem DFB-Coach nicht. Löw: „Meine Gedanken gehen dahin, dass ich mir auch wünsche, dass sich international in der Champions League dauerhaft zwei oder sogar drei Vereine immer über die Gruppenphase hinaus durchsetzen könnten. In den letzten Jahren war es nur Bayern.“

Perfekt wäre demnach wohl auch mal ein deutsches Halbfinale in der Königsklasse. Allerdings schön friedlich, natürlich.

mic, lop

Rubriklistenbild: © Getty

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