DFB in Südtirol: Jogi Löw zeigt Herz

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Jogi Löw weist Piotr Trochowski den Weg

Eppan - Joachim Löw und Oliver Bierhoff sind mit den Bedingungen im schönen Südtirol “rundum zufrieden“ - die Gastgeber schwanken zwischen Stolz, Staunen und ein wenig Enttäuschung.

Der Tourismus der Region rund um Bozen und vor allem die Gemeinde Eppan mit ihren 14 760 Einwohnern sehen im fast dreiwöchigen Aufenthalt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft einen großen Werbeeffekt; über 200 deutsche Journalisten berichten täglich über die Ereignisse in Südtirol. Die Zeitung “Dolomiten“ zitiert am Montag stolz Teammanager Oliver Bierhoff: “Das gute Klima überträgt sich auf das ganze Team.“

Was die Bundestrainer seit 1964 verdient haben

Helmut Schön (r.), Bundestrainer zwischen 1964 und 1978, verdiente umgerechnet 80.000 Euro im Jahr. © Getty
Jupp Derwall, Bundestrainer zwischen 1978 und 1984, verdiente umgerechnet 100.000 Euro im Jahr. © Getty
Franz Beckenbauer, Teamchef zwischen 1984 und 1990, verdiente umgerechnet 200.000 Euro im Jahr. © Getty
Berti Vogts, Bundestrainer zwischen 1990 und 1998, verdiente umgerechnet 300.000 Euro im Jahr. © Getty
Erich Ribbeck, Bundestrainer zwischen 1998 und 2000, verdiente 1,2 Millionen Euro im Jahr. © Getty
Rudi Völler, Bundestrainer zwischen 2000 und 2004, verdiente 1,5 Millionen Euro im Jahr. © Getty
Jürgen Klinsmann, Teamchef zwischen 2004 und 2006, verdiente 2,5 Millionen Euro im Jahr (inklusive einer Million Euro garantierter Werbe-Einnahmen). © Getty
Jogi Löw, Bundestrainer seit 2006, verdient bisher 3 Millionen Euro im Jahr. © Getty

Die Landesregierung Südtirol lässt sich das Trainingslager des dreimaligen Weltmeisters rund 350 000 Euro kosten; weitere 300 000 steuert die Gemeinde Eppan bei. “Wer A sagt, muss auch B sagen“, erklärte Projektleiterin Monika Gross am Dienstag und wies auf die große Außendarstellung hin. Eppan kann 3900 Gästebetten und 480 000 Übernachtungen pro Jahr vorweisen. Von Sicherheitsleuten, der Feuerwehr, Hundeführern bis hin zu Servicekräften sorgen rund 80 Freiwillige für beste Voraussetzungen rund um das Trainings-Gelände. “Was wir hier vorfinden, ist sensationell“, berichtete der Hamburger Nationalspieler Marcell Jansen.

Die Südtiroler und ihre fußballbegeisterten Gäste wundern und ärgern sich aber auch, dass sie die Spieler um Lukas Podolski kaum zu Gesicht bekommen. Das Trainingsgelände und das Teamhotel sind blickdicht abgeschirmt. “Alcatraz an der Weinstraße“ titelte die “Neue Südtiroler Tageszeitung“ daher am Dienstag über die “Fußball- Festung“ der Deutschen. Natürlich habe der DFB Verständnis für die Wünsche der Anhänger, aber öffentliche Trainingseinheiten seien in dem kleinen Ort “nicht so einfach zu regeln“, bemerkte Bierhoff.

Der Manager und Bundestrainer Joachim Löw reagierten dennoch: Zum Testspiel des DFB-Teams gegen den italienischen Drittligisten FC Südtirol am Pfingstmontag wurden die Tore kurzerhand für alle Schaulustigen geöffnet; mehr als 500 kleine und große Fans sahen den 4:0-Sieg der deutschen Mannschaft. Schon zuvor hatten Manuel Neuer & Co. Autogramme verteilt. Bundestrainer Löw ließ sich mit dem 13- jährigen Fan Alex Mair ablichten, der in seinem Rollstuhl seinen Idolen für eine Stunde ganz nah sein durfte.

dpa

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