Münchner reagieren auf Pläne

FC Bayern in der Super League? Klubbosse mit eindringlichen Worten - „Es ist unser Wunsch...“

Zwölf europäische Topklubs haben die Gründung einer neuen Super League beschlossen. Jetzt reagiert der FC Bayern in Person von Karl-Heinz Rummenigge und Herbert Hainer.

Update vom 20. April, 16.35 Uhr: Im europäischen Fußball gibt es derzeit nur ein Thema. Nachdem sich bislang zwölf europäische Spitzenteams dazu entschlossen haben, eine Super League zu gründen, war der Fokus auch auf den FC Bayern gerichtet. Dieser positionierte sich nun in einer unmissverständlichen Mitteilung, in der Präsident Herbert Hainer sowie der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge ihren Standpunkt erläuterten.

FC Bayern: Super League beschlossen - Vereinsbosse zeigen klare Kante

Bereits am Montag äußerte sich Rummenigge eindeutig und stellte am Dienstag abermals klar, „dass der FC Bayern nicht an der Super League teilnimmt“. Der deutsche Rekordmeister stehe „solidarisch zur Bundesliga“, versichert der FCB-Boss. Es war und ist für uns immer eine große Freude, als deutscher Vertreter in der Champions League spielen zu können. Wir alle erinnern uns immer noch gerne an unseren Champions-League-Sieg 2020 in Lissabon, so einen glücklichen Moment vergisst man nicht“, so Rummenigge.

Auch Vereinspräsident Hainer hat eine klare Meinung und geht dabei auf das Umfeld ein, dass ebenso abgeneigt von der Super League ist. „Unsere Mitglieder und Fans lehnen eine Super League ab. Es ist unser Wunsch als FC Bayern und unser Ziel, dass die europäischen Vereine diesen wunderbaren und emotionalen Wettbewerb Champions League leben und zusammen mit der UEFA entwickeln. Der FC Bayern sagt Nein zur Super League“, lautet sein Statement.

Super League beschlossen: FC Bayern wird wohl nicht teilnehmen - „Wird die finanziellen Probleme nicht lösen“

Update vom 19. April, 18.49 Uhr: Keine Super League mit dem FC Bayern! Karl-Heinz Rummenigge unterstrich diese Position nochmal in einem neuerlichen Statement des Vereins nach der Bekanntgabe der Pläne am Montag. „Ich glaube nicht, dass die Super League die finanziellen Probleme der europäischen Klubs lösen wird, die durch Corona entstanden sind“, lässt sich der Bayern-Boss in einem Statement zitieren.

„Der FC Bayern hat sich an den Planungen einer Super League nicht beteiligt“, stellte Rummenigge klar. „Wir sind davon überzeugt, dass die aktuelle Statik im Fußball eine seriöse Basis garantiert.“ Zugleich begrüßte er die von der UEFA am Montag beschlossene Champions-League-Reform inklusive der Ausweitung des Spielkalenders, „weil wir glauben, dass sie für die Entwicklung des europäischen Fußballs der richtige Schritt sind. Die modifizierte Vorrunde wird zu mehr Spannung und Emotionalität im Wettbewerb beitragen.“

Statt der Super League sollten die Beteiligten solidarischer handeln, forderte Rummenigge. „Die Kostenstruktur, insbesondere die Spielergehälter und die Honorare für die Berater, müssen den Einnahmen angepasst werden, um den gesamten europäischen Fußball rationaler zu gestalten.“

Super League geplant - FC Bayern und BVB nicht dabei

Erstmeldung vom 19. April: München - Nun soll es also tatsächlich so weit kommen, der europäische Fußball steht vor einer Zerreißprobe. Zwölf Top-Klubs haben eine jahrelange Drohung wahr gemacht und die Gründung einer neuen Super League beschlossen. Die Vereine aus Spanien, England und Italien wollen nach eigenen Angaben aber Teil ihrer nationalen Ligen bleiben, der Wettbewerb soll unter der Woche ausgespielt werden und stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League.

Die Klubs gehen dennoch auf Konfrontationskurs zur FIFA* und UEFA*, die zuvor mit einem Bann der abtrünnigen Vereine und Spieler für sämtliche Wettbewerbe bis hin zur WM gedroht hatten. Die Vereine ließen sich davon aber nicht beeindrucken. „Wir werden dem Fußball auf jeder Ebene helfen und ihn an seinen rechtmäßigen Platz in der Welt bringen“, sagte Florentino Perez, Präsident von Real Madrid und erster Vorsitzender der Super League.

Bei den Vereinen handelt es sich um die englischen Klubs FC Liverpool, Manchester United, Manchester City, Tottenham Hotspur, FC Arsenal und FC Chelsea, die spanischen Topteams Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sowie Juventus Turin, AC Mailand und Inter Mailand aus Italien. Deutsche Teams wie Bayern München* und Borussia Dortmund*, die eine Super League vehement abgelehnt hatten, oder der französische Primus Paris St. Germain sind zunächst nicht beteiligt. Allerdings würden noch „drei weitere Vereine eingeladen“, teilte die exklusive Gruppe mit. Insgesamt sei Platz für 20 Mannschaften.

Weil der neue Wettbewerb unter der Woche ausgespielt werden soll, wollen alle Teams Teil ihrer nationalen Ligen bleiben. Die Super League soll nach Angaben ihrer Mitglieder „so früh wie möglich“ an den Start gehen. Juventus Turin ließ allerdings schon durchblicken, dass der Zeitpunkt derzeit nicht absehbar sei.

Neue Super League: UEFA und FIFA kritisieren Pläne scharf

Den Klubs werde, teilte die UEFA mit, „die Teilnahme an anderen Wettbewerben auf nationaler, europäischer oder weltweiter Ebene untersagt, und ihren Spielern könnte die Möglichkeit verweigert werden, ihre Nationalmannschaften zu vertreten.“ Der Weltverband FIFA drückte umgehend seine „Missbilligung“ des Schritts aus und forderte „Solidarität“ ein. „Vor diesem Hintergrund kann die FIFA nur ihre Missbilligung einer geschlossenen europäischen Liga außerhalb der Fußball-Strukturen ausdrücken“, hieß es in einem Statement.

Die Gründungsvereine gaben dagegen an, sich auf „Gespräche mit der UEFA und der FIFA zu freuen“, um „partnerschaftlich“ zusammenzuarbeiten. Eigentlich sollte am Montag die viel diskutierte Reform der Champions League durchgesetzt werden. Die angekündigten Schritte gingen den Klubs aber offenbar nicht weit genug.

Super League: Kritik aus Deutschland - Fans mit düsterer Prognose

Deutliche Kritik wegen der Abspaltungspläne kam schon vor der offiziellen Verkündung aus Deutschland in Person von DFL-Boss Seifert. „Wirtschaftliche Interessen einiger weniger Topklubs in England, Italien und Spanien dürfen nicht die Abschaffung gewachsener Strukturen im gesamten europäischen Fußball zur Folge haben“, sagte Seifert. Es wäre „unverantwortlich, die nationalen Ligen als Basis des europäischen Profifußballs auf diese Weise irreparabel zu beschädigen.“

Scharfe Kritik gab es auch vom europäischen Fan-Netzwerk Football Supporters Europe (FSE). „Dieser geschlossene Wettbewerb wird der letzte Nagel im Sarg des europäischen Fußballs sein und alles zerstören, was ihn so beliebt und erfolgreich gemacht hat“, hieß es in einer Erklärung am Sonntag. „Diese Pläne sind von Grund auf illegitim, unverantwortlich und gegen jeglichen Wettbewerb. Mehr noch, sie werden ausschließlich aus Gier vorangetrieben.“ (ck/sid/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Tom Weller

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