Ex-Manager platzt der Kragen

Bundesliga-Legende Reiner Calmund hat genug: „Kriminelle, Drecksäcke, Verbrecher“

Reiner Calmund ist eines der bekanntesten Gesichter der Bundesliga. Nun ist der Ex-Manager aber außer sich. Er wettert heftig gegen die Pläne der Super League.

Köln - Der ehemalige Bayer-Leverkusen-Manager Reiner Calmund war schon immer ein Freund der deutlichen Worte. Wegen der eben angekündigten Gründung der Super League platzt ihm nun vollends der Kragen. „Diese Raffkes, diese Geld-Haie wollen unseren schönen Fußball kaputt machen. Da schießen mir die Tränen in die Augen“, erklärt er gegenüber dem Express.

Top-Klubs gründen Super League: Calmund außer sich - „Die müssen wir rausjagen“

Am Montag, 19. April, hatten die Topklubs FC Arsenal, FC Chelsea, FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur, AC Mailand, Inter Mailand, Juventus Turin, FC Barcelona, Atlético Madrid und Real Madrid angekündigt, eine eigene Liga zu gründen. Und das kam in der Fußballwelt überhaupt nicht gut an. Fußball-Legenden wie Gary Neville und sogar Prinz William, der Präsident des englischen Fußballverbandes FA ist, kritisierten die Entscheidung heftig. Auch vonseiten der des FC Liverpool gab es lautstarken Protest.

Die UEFA hat bereits angekündigt die Vereine aus allen Wettbewerben werfen zu wollen und ihre Spieler von Welt- und Europameisterschaften auszuschließen. In dasselbe Horn bläst nun auch Calmund und das mit noch schärferen Formulierungen: „Das sind Kriminelle, Drecksäcke, Verbrecher. Die müssen wir rausjagen, die haben nichts mehr in unseren Wettbewerben zu suchen. Abflug, Briefmarke auf den Hintern. Ich schaue mir doch keine Operetten-Liga an, da schaltet doch keine Sau ein.“

Super League: Reiner Calmund fordert striktes Vorgehen - „Den Vereinen zeigen, wo der Hammer hängt“

Die beiden deutschen Schwergewichte FC Bayern und Borussia Dortmund sind nicht teil der Pläne, auch wenn es noch nicht ausgeschlossen ist, dass sie sich noch durch eine Hintertür daran beteiligen. Offiziell bezog aber Bayern-Chef Rummenigge Stellung gegen die Super League. Das freut auch Reiner Calmund: „Dass sich die deutschen Vereine nicht daran beteiligen, verwundert mich nicht. Da sind ja auch richtige Fachleute am Ruder. Dazu kann ich Juventus-Präsident Andrea Agnelli nicht mehr zählen. Sein Vater Umberto würde sich im Grabe umdrehen, wenn er mitbekommen würde, was mit der stolzen ‚alten Dame‘ unter der Führung solcher Amateure passiert.“

Im Interview mit dem Express fordert der Ex-Bundesliga-Manager ein striktes Vorgehen gegen die teilnehmenden Klubs: „Diesen Vereinen muss man jetzt knallhart zeigen, wo der Hammer hängt. Dieses Verhalten ist dermaßen hirnverbrannt. Sollen diese Kapitalunternehmen jetzt den kompletten Fußball bestimmen? Da sehe ich aber schwarz. Diesen Vereinen geht es nicht mehr um Sportlichkeit, Fairness, Solidarität. In Liverpool singen sie ´You’ll never walk alone‘ und über dem Stadion kreisen nur noch die raffgierigen Geier.“

Reiner Calmund: Ex-Manager kann sich nicht mehr mit „Super League“-Klubs identifizieren

Für Calmund ist mit der Super League der Punkt gekommen, wo er sagen muss, dass er sich mit diesen Klubs nicht mehr identifizieren kann. Der 72-Jährige schimpft weiter: „Wenn die nun vorhaben, ihre eigene Elite-Liga zu bilden, dann muss man da knallhart gegen vorgehen. Es muss nun eben gelingen, auch ohne diese Vereine einen interessanten Wettbewerb zu bieten. Da sind ja auch Vereine dabei, die nicht mehr zu der absoluten Spitze zählen. Die kriegen aber den Hals nicht voll.“ (md)

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