21 Teams im Kampf um die Meisterschaft 

Süper Lig: Geschichte, Vereine, Meister – alle Infos zur türkischen Fußball-Liga

Süper Lig, Türkei, Fenerbahce Istanbul - Galatasaray Istanbul, 24. Spieltag. Mesut Özil von Fenerbahce in Aktion
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Mesut Özil wechselt trotz Corona-Krise in die türkische Süper Lig

Spitzenfußball in der türkischen Süper Lig

– Das Stadion vom aktuellen Meister der Süper Lig befindet sich im Stadteil Başakşehir in Istanbul

Türkei – An insgesamt 40 Spieltagen einer Saison treffen die 21 Teams der Süper Lig in einem festgelegten Spielplan aufeinander. Am Ende der Saison wird die Mannschaft mit den meisten Punkten in der Tabelle als türkischer Meister gefeiert. In der Saison 2019/2020 erreichte diesen Titel die Mannschaft Istanbul Başakşehir FK. Durch den ersten Platz in der Tabelle qualifizierte sich das Team direkt für die Champions League. Zudem wird durch die UEFA-Fünfjahreswertung festgelegt, wie viele weitere Mannschaften aus der Türkei zur Qualifikation und Teilnahme an den europäischen Wettbewerben der Champions League und UEFA Europa League berechtigt sind.

Die Plätze 20. bis 21. in der Tabelle steigen am Ende der Saison in die TFF 1. Lig ab. Die beiden Erstplatzierten aus der zweitklassigen TFF 1. Lig steigen in die Süper Lig auf. Die Plätze 3 bis 6 aus der zweiten Liga kämpfen in den sogenannten „Playoffs“ um den Aufstieg.

Süper Lig – die Geschichte der höchsten türkischen Fußballliga

Im Gründungsjahr der Süper Lig 1959 kamen die 16 Teams lediglich aus drei verschiedenen Städten: Ankara, Istanbul und Izmir. Der Aufbau der Liga resultierte aus der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 1954 in der Schweiz. Waren zuvor noch eigenständige regionale Ligen in Istanbul, Izmir, Ankara und anderen Städten etabliert, entschied der türkische Fußballverband nach der WM für ein einheitliches nationales Ligasystem. 

In der ersten Saison wurden zwei Gruppen mit jeweils acht Mannschaften gebildet. Entgegen der aktuellen 3-1-0-Punkteregel für Sieg, Unentschieden oder Niederlage gab es zwei Punkte für einen Sieg und einen Punkt für ein Unentschieden. Die jeweiligen Erstplatzierten in der Tabelle spielten daraufhin um die Meisterschaft.

Die folgenden 16 Teams sind die Gründungsmitglieder der Süper Lig:

  • Adalet SK
  • Altay
  • Ankara Demirspor
  • Beşiktaş
  • Beykozspor
  • Fatih Karagümrük
  • Fenerbahçe
  • Galatasaray
  • Gençlerbirliği
  • Göztepe
  • Hacettepe
  • İstanbulspor
  • İzmirspor
  • Karşıyaka SK
  • MKE Ankaragücü
  • Vefa

Süper Lig – Aktuelles und die Saison 2019/2020

Zwar gehört die türkische Süper Lig ohne Zweifel nicht zu den erfolgreichsten und besten Fußballligen in Europa, jedoch gilt sie unter Fußballfans im Hinblick auf Spannung und hitzige Club-Rivalitäten als besonders interessant. Gerade die Städtederbys der Teams aus Istanbul zwischen Başakşehir, Beşiktaş, Fenerbahçe und Galatasaray sind in den meisten Fällen Spitzenspiele, bei denen es nicht selten um die Meisterschaft geht. Am Ende der Saison 2019/20 konnte sich jedoch Istanbul Başakşehir FK mit vier Punkten Vorsprung (69) auf den zweitplatzierten Trabzonspor (65) durchsetzen. Beşiktaş Istanbul belegte Platz drei, wohingegen die beiden anderen Top-Vereine Galatasaray und Fenerbahçe im Mittelfeld endeten.    

Die Corona-Pandemie machte auch vor der türkischen Fußballliga nicht halt. Umso überraschender war die Meldung im Januar 2021, dass der Traditionsklub Fenerbahçe Istanbul den ehemaligen deutschen Nationalspieler Mesut Özil (*15.10.1988) ablösefrei verpflichtete. Der Fenerbahce-Präsident Ali Koç (*02.04.1967) bat die Fans der Mannschaft um Spenden, damit das Gehalt Özils gesichert werden kann.

Fußball in der Türkei – große Erfolge und besondere Rekorde

Die türkische Liga kann durchaus im internationalen Vergleich mithalten. Deutlich wird das auch daran, dass bereits seit über 25 Jahren jeweils eine türkische Mannschaft an der Champions League teilgenommen hat. Die meisten Erfolge hatte dabei Galatasaray Istanbul mit 20 Teilnahmen und dem Erreichen des Halbfinales in der Saison 1998/99. Außerdem stellten sie in der Saison 2000/01 einen nationalen Rekord mit 11 Siegen in der Champions League auf. Daneben konnte Fenerbahçe Istanbul 2012 bis ins Viertelfinale mithalten und verlor hier gegen den heutigen 13-fachen Champions-League-Sieger Real Madrid. Auch Beşiktaş Istanbul konnte die KO-Runde erreichen und dies ungeschlagen als Gruppenerster.

Auf internationaler Ebene konnte die türkische Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea den dritten Platz erreichen. Das beste Ergebnis bei einer Europameisterschaft wurde 2008 in Österreich und Schweiz mit dem Erreichen des Halbfinales erzielt.

Süper Lig – Istanbul und die drei großen Vereine

Seit der Gründung der Süper Lig im Jahre 1959 wurden insgesamt 62 Meisterschaften ausgespielt. Dabei wurden jedoch nur 6 verschiedene Teams türkischer Meister:

  • Galatasaray Istanbul (22-facher türkischer Meister)
  • Fenerbahçe Istanbul (19-facher türkischer Meister)
  • Beşiktaş Istanbul (15-facher türkischer Meister)
  • Trapzonspor (6-facher türkischer Meister)
  • Burzaspor (einmaliger türkischer Meister)
  • Istanbul Başakşehir FK (einmaliger türkischer Meister)

Gerade in den Jahren 1960 bis 1975 sowie 1986 bis 1996 dominierten die drei Vereine Galatasaray, Fenerbahçe und Beşiktaş aus Istanbul. Man spricht somit im Hinblick auf diese Zeiten von den „Drei Großen“. Umso interessanter und erfrischender erscheint es für die meisten Zuschauer, dass nun erstmalig seit über zehn Jahren eine andere Mannschaft aus Istanbul, außer den drei Großen, die Spitze der Tabelle erreichte.

Süper Lig – große Persönlichkeiten

Zu den erfolgreichsten und bekanntesten Spielern der Süper Lig gehören Hakan Şükür (*01.09.1971), Bülent Korkmaz (*24.11.1968) und Suat Kaya (*26.08.1967) mit jeweils acht Meisterschaftstiteln für Galatasaray Istanbul. Zudem ist die türkische Liga häufig für Spieler interessant, die in ihren letzten Saisons vor dem Karriereende eine neue Herausforderung suchen. Zu den bekanntesten Spielern, die in den letzten Jahren ihrer Karriere in der Süper Lig spielten, gehören Jay-Jay Okocha (*14.08.1973), Samuel Eto’o (*10.03.1981) oder Wesley Sneijder (*09.06.1984).

Eine weitere bekannte Persönlichkeit ist der deutsche Fußballtrainer Christoph Daum (*24.10.1953). Erstmalig in der Süper Lig trainierte er von 1993 bis 1996 den Verein Beşiktaş Istanbul. Nach einer Rückkehr zu seinem Heimatverein Bayer Leverkusen zwischen 1996 und 2001 übernahm er von 2000 bis 2002 erneut die Rolle des Cheftrainers bei Beşiktaş. Doch auch für Fenerbahçe Istanbul (2003 bis 2006) und Bursaspor (2013 bis 2014) war er im türkischen Vereinsfußball tätig. Er wurde in der Süper Lig drei Mal türkischer Meister, zwei Mal türkischer Superpokalsieger und ein Mal türkischer Pokalsieger.  

Skandale überschatten die Süper Lig

Die Saison 2010/11 wurde aus zweierlei Hinsichten leider negativ beeinträchtigt. Die von Christoph Daum trainierte Mannschaft Fenerbahçe lieferte sich am letzten Spieltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bursaspor. Fenerbahçe lag mit einem Punkt in der Tabelle im Vorsprung und erreichte im letzten Spiel lediglich ein Unentschieden. Doch der Stadionsprecher verkündete bereits in der Nachspielzeit, dass Fenerbahçe neuer türkischer Meister sei. Richtig war jedoch, dass Bursaspor im Parallelspiel schlussendlich gewinnen und somit die Meisterschaft erreichen konnte. Zwar korrigierte der Sprecher im Stadion seine ursprüngliche Meldung, doch Ausschreitungen durch Fenerbahçe-Anhänger waren die Folge.

Hinzu kam, dass im selben Jahr ein weitreichender Bestechungsskandal rund um Fenerbahçe Istanbul publik wurde. Dabei wurden mehr als 80 Profi-Fußballer und Funktionäre inhaftiert und der Ligastart der Saison folgenden Saison verschoben wurde. Auch in jüngster Vergangenheit geriet die türkische Liga in den Fokus eines Skandals. Nach einem 2:2 Unentschieden zwischen Alanyaspor und Trabzonspor gelangten die jeweiligen Präsidenten der Vereine körperlich aneinander. Eine Massenschlägerei konnte nur unter größten Anstrengungen verhindert werden.

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