Trainer-Knall an der Weser

Bremen feuert Kohfeldt vor letztem Spieltag! Vereinslegende übernimmt - Insolvenz-Sorgen belasten Verein

Florian Kohfeldt
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Werder Bremen trennt sich von Florian Kohfeldt

Der abstiegsgefährdete SV Werder Bremen trennt sich von Coach Florian Kohfeldt. Nach der 0:2-Niederlage gegen Augsburg rutschen die Norddeutschen auf den Relegationsplatz.

Update vom 16. Mai, 11.45 Uhr: „Ich kann die Insolvenz nicht zu 100 Prozent ausschließen“, gibt Werder-Geschäftsführer Frank Baumann auf Thomas Helmers Nachfrage im Sport1 Doppelpass zu. Die Bremer trennten sich kurz zuvor von Trainer Florian Kohfeldt, Vereins-Ikone Thomas Schaaf übernimmt für die restlichen Saisonspiele (siehe Erstmeldung).

Auf die sportlichen Misserfolge folgen nun finanzielle Schwierigkeiten. Werder habe während der Corona-Pandemie* „sehr zu leiden“, erklärt Baumann. Trotzdem habe die Führungsriege ihre „Hausaufgaben gemacht“. Im Hinblick auf die Entwicklungen auf dem Transfermarkt und mögliche Zuschauereinnahmen in der kommenden Saison schätzt Frank Baumann das Insolvenzrisiko als „sehr, sehr minimal“ ein.

Erstmeldung vom 16. Mai: München/Bremen - Der SV Werder Bremen* trennt sich von Trainer Florian Kohfeldt. 0:2 verloren die Bremer gegen den FC Augsburg, sodass sie auf den Relegationsplatz abrutschen. Vor dem entscheidenden letzten Spieltag soll nun die Vereinslegende Thomas Schaaf den Abstieg in die 2. Bundesliga verhindern. „Leider hatten wir nach dem Spiel in Augsburg nicht mehr die Überzeugung, mit Florian Kohfeldt den Klassenerhalt schaffen zu können. Daher haben wir am Abend nach dem Spiel mit den Gremien beraten und sind am Ende zu dieser Entscheidung gekommen“, begründet Werder-Geschäftsführer Frank Baumann in der Stellungnahme des Vereins.

Frank Baumann im „Doppelpass“: „Glaube ist verloren gegangen“

Kurz nach Bekanntgabe der Kohfeldt-Entlassung steht der Geschäftsführer des SV Werder Bremen, Frank Baumann, Rede und Antwort im „Doppelpass“ bei Sport1. Er lobte zwar die Arbeit Kohfeldts an der Weser, allerdings kritisierte er die taktische Ausrichtung des Teams. Die Bremer wirkten „ratlos und hilflos“, kritisierte Baumann Trainer Kohfeldt indirekt. Der Glaube an den Klassenerhalt sei „verloren gegangen“. Besonders die mangelhafte Leistung bei der 0:2-Niederlage stieß der Werder-Geschäftsführung auf. Die Leistung sei „enttäuschend gewesen“. Nun übernimmt Vereins-Ikone Thomas Schaaf an der Seitenlinie.

Werder Bremen setzt für letzten Spieltag und mögliche Relegation auf Thomas Schaaf

Werder Bremen holte nur einen Punkt aus den vergangenen neun Spielen, sodass die Mannschaft von der Weser tief in den Tabellenkeller rutschte. Der Trainer-Wechsel soll nun die Trendwende einleiten. Mit Thomas Schaaf vereinbarte der Klub, dass das Engagement auf die letzte Bundesligapartie und mögliche Spiele in der Relegation begrenzt ist. Der 60-Jährige, der Werder bereits 14 Jahre trainiert und unter anderem 2004 das Double mit den Grün-Weißen gewonnen hatte, soll am Sonntag in das Quarantäne-Trainingslager nach Barsinghausen reisen und die Mannschaft in der Schlussphase der Saison betreuen.

"Das ist natürlich eine riesige Herausforderung, aber wir haben noch alle Möglichkeiten, um in der Liga zu bleiben. Wir haben nur wenig Zeit, werden aber alles tun, um mit Leidenschaft, Zuversicht und dem Glauben an unsere eigene Stärke in die Partie zu gehen und am Ende erfolgreich zu sein", sagte Schaaf. Derzeit müssen sich die Werderaner wohl auf die Relegation einstellen. Möglicher Gegner: Der Hamburger SV. (SID/jjf)

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