Szalai feiert am Zaun

Hoffenheim siegt 4:2 - Mainz sauer auf Fans

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Hoffenheims Adam Szalai schnürte gegen Mainz einen Doppelpack. Foto: Uwe Anspach

Eine Halbzeit lang spielen Hoffenheim und Mainz wie zwei Krisenclubs, dann setzt sich die spielerische Klasse der Kraichgauer durch. Der FSV hat zur Fasnachtszeit nichts zu feiern.

Sinsheim (dpa) - Adam Szalai feierte ausgelassen auf dem Zaun mit den Fans von 1899 Hoffenheim. Die Profis des FSV Mainz 05 gingen erst gar nicht in die Kurve zu ihren mitgereisten Anhängern und trotteten mit gesenkten Köpfen in die Kabine.

Das Bild nach dem 4:2 (1:1)-Erfolg der Kraichgauer gegen den Abstiegskandidaten in der Fußball-Bundesliga sprach Bände. Hoffenheim feierte zum zweijährigen Dienstjubiläum seines Trainers Julian Nagelsmann den ersten Sieg 2018. Die auswärts weiter sieglosen Gäste und ihr Trainer Sandro Schwarz beklagten sich nach dem Abpfiff bitterlich über mangelnde Unterstützung ihrer Fans.

"In so einer Stimmungslage, die wir haben, wird das nicht funktionieren", sagte der Chefcoach über den Abstiegskampf. Mit dem Klassenverbleib könne es nur klappen, "wenn alle gemeinsam" an einem Strang ziehen. "Es fühlt sich so an, als ob wir schon abgeschlagen Letzter oder abgestiegen sind." Mit hämischen "Oh, wie ist das schön"-Gesängen quittierten die Gäste-Fans kurz vor Schluss den Spielstand und schickten die Mannschaft mit Pfiffen vom Platz.

Spieler des Tages vor 24.105 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena waren Szalai und Andrej Kramaric: Der Ungar erzielte gegen seinen früheren Verein ebenso zwei Tore (27./74. Minute) wie der kroatische Nationalspieler (67./88.). "Wir haben heute in der zweiten Halbzeit Riesendruck gemacht, deshalb ist der Sieg verdient", sagte Szalai.

Emil Berggreen traf ebenfalls mit einem Doppelpack (29./80.) für die Rheinhessen, die sich drei Tage nach dem hilflosen DFB-Pokal-Aus in Frankfurt nicht aus der Krise befreien konnten. "Volle Rückendeckung", versprach Sportvorstand Rouven Schröder aber seinem Chefcoach. "Trotz allem war es ein anderer Auftritt als am Mittwoch. Am Mittwoch hat es sich total beschissen angefühlt. Diese Niederlage heute fühlt sich anders an", betonte Schwarz.

Der FSV war dieses Mal wieder mit Robert Zentner zwischen den Pfosten angetreten, da Ex-Nationaltorhüter René Adler nach seinem Comeback am Mittwoch muskuläre Probleme hatte. Die überlegene TSG benötigte eine knappe halbe Stunde, um aus den Problemen der Mainzer im Spielaufbau Kapital zu schlagen: Szalai reagierte nach einem Pass von Serge Gnabry schneller als sein Gegenspieler Leon Balogun und stocherte den Ball zum 1:0 über die Linie.

Torhüter Oliver Baumann leistete dann jedoch Aufbauhilfe für die Rheinhessen, als er nach einer Flanke von Daniel Brosinski hochstieg und das Leder verfehlte: Der sprunggewaltige Berggreen köpfte zum Ausgleich ein.

Auch nach der Pause blieb Hoffenheim am Drücker und suchte immer wieder den Abschluss. Szalai und Dennis Geiger verpassten jedoch zwei gute Einschussmöglichkeiten, ehe Kramaric aus dem Gewühl das 2:1 gelang. Szalai mit einem Flachschuss ins linke Eck und Kramaric per direktem Freistoß sorgten für die Entscheidung gegen offensivschwache Mainzer, die nun in der Bundesliga zum dritten Mal hintereinander verloren haben. Für die TSG war es nach einer unruhigen Woche mit Spekulationen um die Zukunft von Sport-Vorstand Hansi Flick ein versöhnliches Ergebnis.

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