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Teurer Europa-Abschied: Werder muss sparen

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Clemens Fritz war nach dem Europapokal-Aus frustriert
Clemens Fritz war nach dem Europapokal-Aus frustriert © Getty

London - Die schönen Jahre sind vorbei. Nach sieben Jahren wird Werder erstmals wieder ein Frühjahr ohne internationalen Fußball erleben. Es könnte ein Abschied für längere Zeit sein.

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Bremens Keeper nach dem 0:3 bei Tottenham Hotspur: “Wir hatten schöne Jahre.“ Und es klang irgendwie auch ein wenig endgültig. Nach dem sechsten Auftritt in der Königsklasse des europäischen Fußballs innerhalb von sechs Jahren, nach all den rauschenden Europapokal-Abenden und nach dem Sprung auf Platz sieben der UEFA-Rangliste kündigt sich nun das Ende einer Ära an.

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Vorerst bliebt nur noch das bedeutungslose Abschiedsspiel gegen Inter Mailand am 7. Dezember. Danach dürfte es eine lange Zeit ohne internationale Spiele in Bremen und ohne Zusatzeinnahmen geben. Der SV Werder wird von sofort an sparen müssen, weil es als Letzter der Gruppe A nicht einmal zur Trostrunde in der Europa League gereicht hat. “Das Geld war nicht eingeplant, aber wir müssen mit spitzem Bleistift kalkulieren“, sagte Clubchef Klaus Allofs.

Verstärkungen in der Winterpause, die notwendig erscheinen, sind so kaum zu bezahlen. Noch problematischer könnte es jedoch werden, wenn Werder in der Liga keine Aufholjagd gelingt. “Wenn wir langfristig nicht international spielen, dann muss man den Kader verändern“, erklärte Allofs: “Dann muss er preiswerter werden.“ Teure Spieler wie die Nationalspieler Per Mertesacker oder Marko Marin sind ohne die zusätzlichen Einnahmen nicht zu finanzieren. Mehr als 100 Millionen Euro zusätzlich hat Werder in den vergangenen Jahren in den internationalen Wettbewerben eingenommen.

“Wir sind nicht auf Rosen gebettet“, sagte Allofs trotz des derzeitigen Rekordumsatzes von 126,4 Millionen Euro. Schulden machen für neue Spieler will der Clubchef jedenfalls nicht und der hanseatischen Linie treubleiben: “Wir planen immer nur das Geld ein, dass wir sicher verbuchen können.“

Verbindlichkeiten hat aber auch Werder, und zwar durch den Umbau des Weser-Stadions. Statt der geplanten 60 kostet die laufende Renovierung sogar 76 Millionen Euro. “Die 16 Millionen Euro sind keine Gelder, die für den Spielbetrieb vorgesehen waren“, lautete Allofs' Erklärung. Klar ist aber auch, dass das Geld für das Stadion erwirtschaftet werden muss und damit woanders fehlt.

Die Bremer haben Geld und zudem Renommee verloren. “Vorher gab es die Botschaft, dass wir die Nummer sieben im UEFA-Ranking waren und eine gute Mannschaft haben. Dieses Jahr sind wir nicht auf diesem Niveau“, fasste Allofs zusammen. Der Clubchef versuchte dem aber nicht zu viel Bedeutung beizumessen und Gelassenheit zu demonstrieren: “Deswegen ändert sich die Welt nicht.“

dpa

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