Serie A

Tevez schießt Juve zum Sieg im Spitzenspiel

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Carlos Tevez beim Schnuller-Jubel.

Rom - Ein Klassiker mit Beigeschmack: Über den Sieg von Juventus Turin beim AC Mailand konnte sich besonders Trainer Massimiliano Allegri freuen. Der hatte mit den Gastgebern noch eine Rechnung offen.

Den Schlusspfiff wollte Silvio Berlusconi nicht mehr abwarten. Noch bevor der AC Mailand als 0:1-Verlierer im Heimspiel gegen Juventus Turin vom Feld ging, hatte der Clubpräsident das Giuseppe-Meazza-Stadion schon verlassen. Eine Begegnung mit Juve-Trainer Massimiliano Allegri, der noch bis Januar bei ihm unter Vertrag stand, wollte der Vereinschef auf jeden Fall vermeiden. Schließlich hatte Berlusconi den Coach nach einem großen Krach mit sofortiger Wirkung entlassen.

Schadenfreude ließ sich Allegri am Samstag aber nicht anmerken. Zwar fiel der Händedruck mit seinem Nachfolger Filippo („Pippo“) Inzaghi eher unterkühlt aus. Doch der Juventus-Coach gab sich als abgeklärter Profi. „Nach dreieinhalb Jahren in Mailand, wo ich einen „Scudetto“ und einen Supercup gewann, konnte das kein normales Spiel sein. Also: von Rache kann keine Rede sein. Ich arbeite jetzt bei Juve.“

Mehr als eine Stunde lang musste Juventus gegen die Mailänder Verteidigung anrennen. Erst in der 71. Minute gelang es Carlos Tevez das Bollwerk zu knacken. Dabei hätte der Argentinier die Chance beinahe sogar verpasst. Kurz bevor er Christian Abbiati den Ball ins Netz jagte, war er gestolpert, rappelte sich aber schnell wieder auf und erlöste den Titelträger aus Turin.

„Wir haben vor niemandem Angst“, sagte Tevez selbstbewusst nach dem Spiel. Auch für „Carlitos“ dürfte der Treffer, den er zu Ehren seines jüngst geborenen Sohnes mit einem Schnuller im Mund feierte, eine späte Genugtuung sein: Für die Fußball-Weltmeisterschaft hatte ihn Argentiniens Nationalcoach Alejandro Sabella nicht berücksichtigt. In Mailand konnte er sich als Retter feiern lassen.

„Grande Juve“, lobte selbst der Mailänder „Corriere della Sera“. Den Turinern sei es gelungen, Mailand aus der Defensive zu locken. Dabei kamen die Gastgeber auch ein paar Mal zum Zug. In der 27. Minute stellte Keisuke Honda Juventus-Keeper Gianluigi Buffon auf die Probe. Auch der eingewechselte Newcomer Fernando Torres und Giampaolo Pazzini konnten das Blatt nicht mehr wenden.

Inzaghi wird wohl noch etwas Überzeugungsarbeit bei den Mailändern leisten müssen. „Pippos“ Kurs sei zwar solide, doch gegen Juve habe die Mannschaft „wie ein Verlierer“ gespielt, schrieb der „Corriere“.

dpa

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