Europameister fordert Triumph in Frankreich

Helmer über EM-Titel 2016: "Es wird wieder Zeit"

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Thomas Helmer.

München - Am Samstag wird in Paris die Vorrunde der Fußball-EM 2016 ausgelost. Die tz sprach mit Thomas Helmer, dem Europameister von 1996. Er fordert den Titel.

Die Endrunde beginnt zwar erst am 10. Juli 2016, doch am Samstagabend um 18 Uhr werden in Paris die Gruppen für die Fußball-EM 2016 ausgelost (Auslosung bei uns im Live-Ticker). Auf wen treffen Jogis Jungs? In welche Städte geht es für die deutschen Fans? Und wie sieht unser Weg zum Titel aus? Die tz sprach mit Thomas Helmer, 1996 noch Europameister, heute Moderator des Doppelpass in Sport1.

Italien, Schweden, Türkei – keine Urlaubsziele, sondern mögliche Gruppengegner der Nationalelf bei der EM. Attraktiv oder gefährlich?

Thomas Helmer: Gute Gegner in der Gruppe sind immer gut, dann ist die Mannschaft sofort voll da. Fußballerisch sind auch diese Nationen keine Herkulesaufgabe, aber die Namen klingen doch gut. Wobei ich bei den Italienern sagen muss: Die braucht es nicht unbedingt. Gegen die tun wir uns einfach immer schwer, ich weiß auch nicht warum.

Nach 20 Jahren Wartezeit ist der EM-Titel jetzt aber doch mal fällig!

Helmer: Da brauchen wir gar nicht drüber reden. Der Weltmeister ist natürlich Top-Favorit auf den EM-Titel. Das hat die Mannschaft ja auch schon selbst formuliert, der Bundestrainer auch. Und nach 20 Jahren wird es wirklich mal wieder Zeit. Da kriegen die Jungs jetzt auch von mir noch ein bisschen Druck (lacht).

Sie zählen zu den bislang letzten Europameistern. War es 1996 die beste Truppe, die der DFB in eine Endrunde geschickt hat?

Helmer: Sicher nicht. Aber wir waren erfolgreich, weil wir wirklich eine Mannschaft waren – auch wenn das nach einer abgedroschenen Phrase klingt. Wir hatten sehr viele Ausfälle: Jürgen Kohler, Steffen Freund, Fredi Bobic. Schlimmer ging es eigentlich nicht, doch der Zusammenhalt hat uns stark gemacht.

Sechs Spieler waren damals schon über 30 Jahre, andere noch sehr jung.

Helmer: Das Alter war eigentlich kein Thema. Aber es war glaube ich ganz gut, dass ein paar erfahrene Spieler dabei waren.

Fehlen die aktuell nach den Rücktritten von Lahm & Co.?

Helmer: Die Mannschaft hat genügend Klasse, keine Frage. Dennoch hat sie nach wie vor noch Problemzonen, zum Beispiel auf den Außenverteidigerpositionen. Da fehlt nicht unbedingt das Talent, aber die Erfahrung. Ebenso wird es wichtig sein, die Sechser-Position gut zu besetzen. Da ist die Frage: Wie stellt Jogi auf? Wen stellt er auf?

Wer ist aus Ihrer Sicht die Optimalbesetzung?

Helmer: Da kann und will ich mich nicht hundertprozentig festlegen. Ich bin der Meinung, auf dieser Position braucht man einen Spieler, der defensiv denkt, der Zweikämpfe führt, der seine Stärken nicht nur im Spiel nach vorne hat. Das haben sowohl Bastian Schweinsteiger als auch Toni Kroos und Ilkay Gündogan bewiesen. Sami Khedira ist für mich dagegen einer, der auch diese defensiven Fähigkeiten besitzt.

Ist Schweinsteiger noch unverzichtbar für die Mannschaft?

Helmer: Ich weiß, wie wichtig Führungsspieler bei einem Turnier sind. Bastian ist einer, unbestritten. Die Frage ist, wie es mit seiner Fitness aussieht. Denn als Kopf der Mannschaft ist er für mich schon wichtig, da sehe ich im Mittelfeld sonst keinen. Khedira hat immer wieder mit sich selbst zu kämpfen, Kroos muss diese Rolle endlich annehmen.

Ist die Kritik an Schweinsteiger für Sie nachvollziehbar? Schwächt sie vielleicht sogar seine Position im DFB-Team?

Helmer: Wenn früher der Kapitän angeschossen wurde, dann lauerten die anderen schon in seinem Rücken (schmunzelt). Das war nicht ungefährlich. Ich weiß nicht, ob das heute immer noch so ist. Ich denke aber, dass van Gaal eher von seinen eigenen Problemen ablenken will. Die Kritik dann auf Bastian zu reduzieren, finde ich armselig.

Interview: Sven Westerschulze

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