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Hitzlsperger wütet wegen „One Love“-Debatte: Für sein Statement gibt es direkt eine Beschwerde

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Von: Christoph Klaucke

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Thomas Hitzlsperger macht nach dem Verbot der „One Love“-Binde bei der WM einen kuriosen Vorschlag. Auf Twitter kassiert der Ex-Nationalspieler direkt eine Beschwerde.

München – Ein Stückchen Stoff bringt die Fußball-Welt ins Wanken. Bei der WM 2022 kam es am Montag zum Eklat, weil die FIFA ein eigensinniges Machtwort sprach. Mehrere europäische Teilnehmer am Turnier in Katar, darunter auch Deutschland, wollten als Zeichen für Vielfalt und Toleranz die „One Love“-Binde tragen. Das hat der Weltverband jedoch mit der Androhung von Strafen kurzfristig verboten. Manuel Neuer trägt keine „One-Love“-Kapitänsbinde zum WM-Auftakt am Mittwoch gegen Japan.

Die öffentliche Kritik in der Presse war groß, auch die Fans verurteilen den DFB für den Rückzieher. Ein offen homosexuell lebender deutscher Ex-Nationalspieler macht nun deutlich, was er von dieser Entscheidung hält. Thomas Hitzlsperger attackiert FIFA-Präsident Gianni Infantino aufs Schärfste und macht einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag.

Thomas Hitzlsperger
Geboren: 5. April 1982 (Alter 40 Jahre), München
Job: ARD-Experte
Länderspiele für Deutschland: 52 (6 Tore)

Keine „One Love“-Binde bei WM: Hitzlsperger attackiert FIFA-Präsident Infantino – „Wie erbärmlich?!“

„Infantino hat es sogar geschafft, die Mannschaften zu zwingen, die #OneLove-Binde nicht zu tragen. Wie erbärmlich?!“, schrieb Hitzlsperger beim Kurznachrichten-Dienst Twitter. Der 40-Jährige geht auf direkten Konfrontationskurs mit dem Fußball-Oberhaupt und kritisiert die angedrohten Sanktionen im Zusammenhang mit der „One Love“-Kapitänsbinde.

„Gianni Infantino denkt, er ist größer als Virgil van Dijk, Manuel Neuer, Harry Kane und andere Topstars des Weltfußballs“, so der offen als homosexuell lebende Ex-Nationalspieler weiter: „Er denkt, das Spiel gehört ihm. Er kann sich schwul, arabisch, moslemisch und noch ganz anders fühlen. Es ist so traurig, dass wir an diesem Punkt angekommen sind.“ Hitzlsperger spielt auf die pathetische Rede einen Tag vor der WM an, als FIFA-Präsident Infantino mit schockierenden Aussagen für Kopfschütteln sorgte.

Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger bringt Regenbogen-Schnürsenkel statt der „One-Love“-Binde ins Gespräch.
Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger bringt Regenbogen-Schnürsenkel statt der „One-Love“-Binde ins Gespräch. © Robin Rudel/Imago

WM 2022: Regenbogen-Schnürsenkel statt „One Love“-Binde? Hitzlspergers kurioser Vorschlag

„Wie wäre es mit Regenbogen-Schnürsenkeln?“, fragte Hitzlsperger mit ironischem Unterton. Der nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag zeigt jedoch auch die Verzweiflung und Frustration, die in der LGBTQ-Community aufgrund solch zweifelhafter FIFA-Entscheidungen herrscht. Ob Manuel Neuer & Co. die Idee von Hitzlsperger aufnehmen oder eine andere Aktion starten, bleibt abzuwarten.

Die „One Love“-Binde galt bei vielen Experten ohnehin nur als Symbolpolitik. Einige hätten sich viel mehr die Regenbogenbinde am Arm der Kapitäne, wie von Neuer bei der EM 2021 praktiziert, gewünscht, wenngleich auch das nur als oberflächliches Zeichen verstanden wurde. Das nun die Botschaften für Menschenrechte („No Discrimination“ - „Keine Diskriminierung“) von der FIFA diktiert werden, ist für viele ein Schlag ins Gesicht.

„One-Love“-Binde: Hitzlsperger kassiert nach Regenbogen-Schnürsenkel-Tweet Beschwerde

Für seinen Tweet kassierte Hitzlsperger umgehend eine Beschwerde. Der gemeldete Inhalt wurde von Twitter untersucht, dabei sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass „er im Rahmen der Twitter Regeln oder deutscher Gesetze nicht der Entfernung unterliegt“. Hitzlsperger veröffentlichte diese Nachricht und versah sie mit drei Lach-Emojis.

Hitzlsperger ist bei der WM in Katar als Experte für die ARD im Einsatz und dürfte ab Mittwoch zur Binden-Thematik sicherlich noch einmal seine Meinung kundtun. Der gebürtige Münchner und ehemalige Vorstandsboss des VfB Stuttgart bestritt zwischen 2004 und 2010 für die deutsche Nationalmannschaft 52 Länderspiele und erzielte sechs Tore. Unterdessen wurde die ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann im Netz für ihr Regenbogen-Outfit gefeiert. (ck)

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