Löw: "Der Thomas hat einen Lauf"

Müller macht's per Nackenverrenkung

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„Ich fühle mich gut“, sagte Thomas Müller nach dem Spiel – nach seinem Treffer gegen Polen steuerte der 25-Jährige auch zwei Tore zum 3:2-Sieg gegen Schottland bei.

München - Er trifft und trifft und trifft: Bayerns Angreifer Thomas Müller zeigt auch in der Nationalelf seine Galaform, erzielt in Schottland zwei Tore selbst und bereitet das dritte vor. Der Vergleich mit dem prominenten Namensvetter bietet sich an.

Langsam aber sicher muss er sich den Vergleich gefallen lassen. Wirft man einen Blick auf die beiden Kisten von Thomas Müller beim 3:2 der deutschen Mannschaft gestern in Schottland, so sind doch starke Parallelen mit den Buden seines Namensvetters in den 70er Jahren zu erkennen. Fans des ästhetischen Torabschlusses dürften bei diesen Toren wohl eher wegsehen, Fakt ist aber: Ähnlich wie der Gerd damals spitzelt, nickt und stolpert auch der Thomas die Dinger wie am Fließband in den Kasten – und genau das zählt.

"Müller hat da ein Näschen. Er macht lustige Tore"

Vor allem die zweite Kiste im Hampden Park führte dazu, dass man kurze Zeit Angst um Müllers Wirbelsäulenbereich hatte. Can schloss von rechts ab, Keeper Marshall ließ das Ding abprallen, worauf der Münchner seinen Nackenbereich so formte, dass er das Leder noch irgendwie ins Tor lenkte. „Mit einer Nackenverrenkung“, beschrieb Jens Lehmann bei RTL die Szene treffend und fügte an: „Müller hat da ein Näschen. Er macht lustige Tore.“

Worte, die Müller selbst nicht unbedingt abstreiten würde, sein Tor beschrieb er dann hinterher aber doch etwas anders: „Ich sah wie der Ball zu Emre kommt. Da ist der Winkel spitz, er muss schießen, da habe ich mich vorbereitet. Dann habe ich schnell reagiert und den Ball darauf zeitlupenartig verfolgt.“

Lobende Worte für den Goalgetter, der beim FCB auch schon fünfmal geknipst hat, gab es auch vom Bundestrainer. „Der Thomas hat einen Lauf, aber er steht auch immer dort, wo ein Stürmer stehen muss: im Fünfmeterraum.“, erklärte Jogi Löw. „Er hat ein Näschen und ein gutes Gefühl für Raum.“ Dort sah die Nummer 13 des DFB-Teams Ilkay Gündogan und zauberte ihm einen Sahnepass in den Fuß, sodass der Dortmunder die Kugel nur noch einschieben musste. „Den hat mir Thomas schon super aufgelegt“, sagte Gündogan nach der Partie.

Müller hier, Müller da – der Mann hat derzeit einen Lauf. Und darf sich daher auch mit Recht freuen. „In den letzten Spielen habe ich immer gut getroffen“, sagte er nach Schlusspfiff. „Das ist immer schön. Man freut sich, wenn man das Tor trifft. Natürlich zählt das zu meinen Aufgaben, aber man kann es eben nicht vorprogrammieren.“

Vor allem nicht in dem Stil, mit dem er sie in Glasgow machte. „Das war schon ein bisschen glücklich“, so Müller über das 1:0, das er nach einem Schubser halb im Fallen machte. „Das bedarf schon langer Trainingseinheiten, aber da mache ich auch immer wieder Extraschichten“, grinste der 25-Jährige, fügte aber an: „Ich probiere es gern, denn nur dann kommt auch was dabei heraus.“ Eben genauso wie beim Gerd damals…

lop

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