Viertelfinale gegen Frankreich

Müllers Familie kommt: "Ist mir nicht völlig egal"

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Lisa und Thomas Müller sind seit 2009 verheiratet.

Campo Bahia - Mutter Klaudia, Vater Gerhard und Bruder Simon kommen zum Viertelfinale aus Deutschland angeflogen, eine Extra-Motivation bedeutet das aber nicht für den Thomas Müller.

Thomas Müller muss laut loslachen. Es geht um seine Familie und ihre Anreise nach Brasilien. Mutter Klaudia, Vater Gerhard und Bruder Simon kommen zum Viertelfinale aus Deutschland angeflogen, eine Extra-Motivation bedeutet das aber nicht für den schlaksigen Stürmer aus Pähl. Mit so einer Theorie kann er nicht viel anfangen. „Es ist mir nicht völlig egal, dass sie da sind, das wäre jetzt das falsche Wort. Das wäre ja auch respektlos“, sagt er noch immer schmunzelnd. Dann erklärt er ganz sachlich: „Aber es hat nichts mit dem Aufenthaltsort meiner Eltern zutun, wie gut ich spiele. Ich spiele für mein Land, für mich, da gehören meine Eltern auch dazu. Aber ich spiele um des Fußballs Willen.“

Wie immer einer ehrliche, schnörkellose Antwort des Bayernstars, der beim Besuch aus der Heimat allerdings auf Ehefrau Lisa verzichten muss. Sie ist zu Hause gefordert, reitet bei diversen Turnieren. Im Brasilien-Fieber ist sie trotzdem, beide telefonieren bis zu fünf Mal am Tag. Lisa freut und leidet mit – vor allem, wenn Thomas wie zuletzt im zweiten Gruppenspiel mit einer Verletzung vom Platz geht. Müller hatte sich einen Cut am Auge zugezogen. „Thomas ist zäh, er hat einen guten Kampfgeist, er ist ein Dickschädel“, sagt Lisa in der Sport Bild. „Thomas will immer weitermachen. Er geht erst vom Platz, wenn es wirklich nicht mehr weiter geht.“

Auf dem Rasen erkennt sie ihren Mann vor allem an den herunterhängenden Stutzen. Die „Haxe der Nation“ kann herumlaufen, wo er will, dieses Markenzeichen verrät ihn bis in jede Ecke des Feldes. Die drei Tore gegen Portugal hatte er via Facebook seiner Lisa gewidmet. Und die schwärmt noch immer von dieser Aktion. „Ich freue mich sehr darüber, dass Thomas sowas macht. Thomas ist eigentlich keiner, der Privates oder gefühle in die Öffentlichkeit trägt. Denn das geht keinen etwas an. Aber das war schon ein extremer Liebesbeweis, dass er mir die Tore gewidmet hat“, sagt Lisa.

Sie hofft, dass noch weitere Tore folgen, immerhin wäre langfristig auch der WM-Rekord drin. Obwohl sie sich auch für Miro Klose gefreut hat, nachdem dieser Treffer Nummer 15 erzielte. „Aber natürlich wäre es toll, wenn Thomas ihn irgendwann einholt und Geschichte schreiben würde.“

Bei diesem Turnier genießt er bereits die absolute Wertschätzung. Özil, Götze, Podolski – viele Offensivspieler werden hart kritisiert. Müller nicht. Sein Kommentar dazu: „Ich habe im ersten Spiel drei Tore gemacht, da bist du erst mal fein raus.“ Und weiter: „Ich habe aus meiner Sicht eine gute Form. Aber wenn ich die Europameisterschaft nehme, da hatte ich in drei Vorrundenspielen kein Tor geschossen. Das wird dir im Nachhinein angekreidet.“

Heute sagt er selbstbewusst: „Wenn ich mich mit vor vier Jahren vergleiche, bin ich ein viel besserer Spieler geworden!“ Seine Familie kann es morgen persönlich bewerten.

mic

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