Offene Worte im Nachgang

EM-Star mit heftigem Geständnis: „Sechs Monate unter Schmerzmitteln gespielt“

Mats Hummels (Deutschland), Kai Havertz (Deutschland), Toni Kroos (Deutschland)
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Ex-Nationalspieler Toni Kroos (r.) spielte monatelang unter Schmerzen.

Bei der Fußball-EM im Sommer schied Deutschland früh aus. Ein Spieler aus dem Aufgebot offenbarte nun, während des Turniers an anhaltenden Schmerzen gelitten zu haben.

Madrid - Besonders nach der erfolglosen Europameisterschaft stand Real-Madrid-Profi Toni Kroos im Fokus. Nach dem Ausscheiden kritisierte Uli Hoeneß den 31-Jährigen für dessen unzeitgemäßen Spielstil, kurz darauf trat Kroos schließlich aus der Nationalmannschaft zurück. Nun offenbarte der Weltmeister von 2014 bislang verborgene Details zu seinem körperlichen Zustand und gab dabei seltene Einblicke.

Toni Kroos: Ex-DFB-Star trainierte „sechs, sieben Monate“ unter Schmerzen – er verzichtete wegen EM auf eine Pause

Bereits seit Anfang August fällt der Greifswalder mit einer Schambeinreizung aus und war daher lange Zeit keine Option für seinen Trainer Carlo Ancelotti. Nun ist Kroos wieder zurück. „Ich bin zufrieden, weil ich heute nach sechs, sieben Monaten mit Schmerzen das dritte Mannschaftstraining in Folge völlig schmerzfrei absolviert habe“, gab er im Gespräch mit Spox und Goal zu verstehen. Wie der Deutsche betonte, datiere sein letzter Einsatz vom EM-Achtelfinale am 29. Juni, weshalb er „noch in den Rhythmus kommen“ müsse.

Seine Schambeinverletzung plagte ihn nach eigener Aussage für mehrere Monate, er habe über die „letzten fünf oder sechs Monate“ geahnt, dass er an einem Punkt aufhören müsse. Angesichts der Viertel- und Halbfinale der Champions League wäre eine Pause im März „schwierig“ gewesen – auch mit Blick auf die Europameisterschaft*. Auch ein dreiwöchiger Urlaub brachte nicht die erhoffte Wirkung, es sei sogar „kein bisschen besser geworden“.

Toni Kroos: Ehemaliger Nationalspieler gesteht: „Habe sechs Monate unter Schmerzmitteln gespielt“

Die Schambeinreizung beschreibt Kroos als „eine Verletzung, die man nur schwer loswird, wenn man nichts tut“. Während der Behandlung habe er „nach drei oder vier Wochen zwei gute Tage“, bei denen er sich fühlte, als habe er sich von seiner Verletzung erholt. „Und dann kamen plötzlich zwei Tage, die genauso schlimm waren wie vor sechs Monaten“, erinnert sich der Star von Real Madrid*. „Für den Kopf“ sei dies „nicht einfach“ gewesen.

Kroos offenbart zwar, dass er bei der Europameisterschaft, die für Deutschland bereits im Achtelfinale endete, unter Schmerzen spielte. Eine Operation sei während der Verletzung dennoch keine Option gewesen, da er eine „konservative Behandlung“ bevorzuge. Diese dauerte zwar länger, „aber dessen war ich mir bewusst, weil ich sechs Monate unter Schmerzmitteln gespielt habe“, verriet er. „Und zwischen den Spielen hatte ich Schmerzen ...“, gesteht das Mittelfeld-Ass drei Monate nach dem EM-Aus gegen England.

Drei Monate nach der Niederlage gegen den späteren Finalisten, die für Kroos nach 106 Spielen auch den Abschluss einer langen DFB*-Karriere bedeutete, könnte er zurück auf den Rasen kehren. Beim Champions-League*-Heimspiel gegen Sheriff Tiraspol aus der Republik Moldau steht Kroos vor seinem Comeback. (ajr)

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