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Tor-Technik abgelehnt: Wie der FCB reagiert

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Karl-Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge. © dpa

München - Die Liga lehnt die Torlinien-Technik mehrheitlich ab. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen zur richtungsweisenden Entscheidung. Auch Karl-Heinz Rummenigge hat sich zum Thema geäußert.

Tor oder nicht Tor? Seit Wembley bewegt diese Frage die Fußball-Fans und seit Stefan Kießlings Phantomtor in Hoffenheim (18. Oktober 2013) die Bundesliga. Und die Frage wird auch in Zukunft allein von den Schiedsrichtern zu beantworten sein und nicht von der Torlinientechnik. Denn bei einer Versammlung der 36 Klubs aus den beiden deutschen Profiligen kam in Frankfurt/Main nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit zustande. Das teilte Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbands DFL, am Montag mit. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen zur richtungsweisenden Entscheidung.

Wie wurde abgestimmt? 

Die Vertreter der ersten und zweiten Liga wurden getrennt befragt. Aus der höchsten Spielklasse stimmten nur neun Vereine (darunter der FC Bayern) für die Technik zur Überprüfung von strittigen Torentscheidungen. Im Fußball-Unterhaus votierten 15 Vereine dagegen.

Wie lief die Entscheidungsfindung?

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte sich zuletzt die vier lizenzierten Techniken vorführen lassen, zwei davon basieren auf Kameras. Das deutsche System Goal Control wurde beim Confederations Cup 2013 in Brasilien getestet und kommt auch bei der WM im Sommer zum Einsatz. Die UEFA hingegen lehnt eine Einführung der Technologie bislang strikt ab. Hierzulande stimmte z. B. auch Schalke mit Nein. Horst Heldt begründete das so: „Ich bin dagegen, weil es noch nicht ausgereift ist und zuviel kostet.“ Der Ball-Chip soll rund 250 000 Euro kosten, das Kamera-System 500 000 Euro.

Wo gibt’s die Tortechnik schon? 

In der englischen Premier League. Dort kommt ein System wie das Hawk Eye im Tennis zum Einsatz.

Was sagen die Referees? Schiri-Boss Herbert Fandel akzeptierte die Entscheidung „selbstverständlich“. Allerdings hoffe er, „dass sich der ein oder andere nach dieser Entscheidung in Zukunft etwas schwerer tut, die Schiedsrichter für eine strittige oder falsche Entscheidung in diesem Bereich öffentlich zu kritisieren“.

Wie reagiert der FC Bayern? 

„Als Demokraten haben wir das zu akzeptieren, aber wir vom FC Bayern bedauern dies“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Wir werden in Zukunft weiter mit Fehlentscheidungen leben müssen. Es sollte dann aber auch nicht weiter darüber lamentiert werden.“

Gibt’s jetzt Torrichter in der Bundesliga? 

Nein! „Wir haben ein klares Votum abgegeben, dass die Torrichter für uns überhaupt nicht infrage kommen, weil letztlich das menschliche Auge nur eine bestimmte Anzahl an bestimmten Bildern pro Sekunde aufnehmen kann“, sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig.

Wird bald wieder abgestimmt? 

Nein! Rauball: „Bis auf weiteres hat sich dieses Thema für uns erledigt.“

tz

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