Sechsjahresvertrag

"Finanzielle Schmerzgrenze": Jovic für Rekordgeld zu Real

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Luka Jovic wechselt von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid. Foto: Uwe Anspach

Die gefürchtete "Büffelherde" ist gesprengt: Eintracht Frankfurt verliert Sturm-Juwel Luka Jovic an Real Madrid und muss sich neu orientieren. Doch der Verkauf birgt großes Potenzial für die Zukunft.

Madrid (dpa) - Den größten Transfer der Vereinsgeschichte verkündete Eintracht Frankfurt nach monatelangem Zerren und Ziehen in einer schnöden Mitteilung: Luka Jovic verlässt die Hessen und wechselt zum Weltclub Real Madrid, wo er nach Vereinsangaben einen Vertrag bis 2025 erhält.

Das 21 Jahre alte Sturmjuwel will nach einer furiosen Saison bei der Eintracht künftig dem Henkelpokal in der Champions League nachjagen und wird bereits in der kommenden Spielzeit an der Seite von Toni Kroos und Sergio Ramos in einer der größten Mannschaften Europas spielen.

Die Frankfurter dürfen sich nach dem Weiterverkauf der einstigen Benfica-Leihgabe über rekordverdächtige Einnahmen von 65 bis 70 Millionen Euro freuen. Offiziell schweigen die Verantwortlichen der beiden Vereine zur Ablösesumme. Jovic muss bei den Königlichen nur noch den Medizincheck absolvieren.

"Für Eintracht Frankfurt ist das ein guter und wichtiger Transfer", schrieb Sport-Vorstand Fredi Bobic. Einen Poker über den kompletten Sommer wollte Bobic offenbar sowohl dem serbischen Stürmer als auch seinem Verein ersparen. Zumal Jovic in der abgelaufenen Saison so überragend spielte, dass sich ein Wechsel zu einem ganz großen Club bereits länger abzeichnete. "Er hat die besten Voraussetzungen für eine großartige Karriere. Und wir sind stolz, dass wir ihn auf diesem Weg begleitend unterstützen konnten", lobte Bobic.

Jovic war im Sommer 2017 auf Leihbasis von Benfica Lissabon nach Frankfurt gekommen und erlebte ein schwieriges erstes Jahr. Erst unter Trainer Adi Hütter schaffte der bullige Stürmer den Durchbruch. Jovic traf 17 Mal in der Liga und schoss zehn Treffer beim völlig überraschenden Einzug ins Halbfinale der Europa League. "Sportlich gesehen ist Luka Jovic ein großer Verlust für uns. Seine Explosivität und Torgefährlichkeit hat sich mittlerweile in Europa herumgesprochen, und wir haben in den vergangenen zwei Jahren nicht nur von seinen Toren stark profitiert", sagte Bobic.

Eine "finanzielle Schmerzgrenze", wie es der Eintracht-Vorstand nannte, war beim Multi-Millionen-Angebot der Königlichen schnell erreicht. Mit den kolportierten 70 Millionen Euro wird Jovic auch zum drittteuersten Verkauf der Bundesliga-Geschichte: Nur Ousmane Dembélé (von Dortmund nach Barcelona) und Kevin De Bruyne (von Wolfsburg zu Manchester City) haben noch mehr Geld gekostet.

Für die Hessen, die bis zu 30 Prozent der Summe an Benfica Lissabon abgeben müssen, bietet sich nun ein finanzieller Spielraum, der nach einem verrückten Fußball-Jahr dringend benötigt wird. Torwart Kevin Trapp (Paris Saint-Germain), Martin Hinteregger (FC Augsburg) und Sebastian Rode (Borussia Dortmund) waren bisher nur ausgeliehen und müssten nun für weiteres Geld fest verpflichtet werden.

Das zweite und letzte Frankfurt-Jahr von Jovic entwickelte sich zu einem kleinen Sportmärchen. Der serbische Nationalspieler war zu Saisonbeginn nur Ersatz für seine beiden "Büffelherde"-Partner Sébastien Haller und Ante Rebic. Dann brachte Hütter ihn in Marseille, wo er das Siegtor erzielte und danach zum Stammspieler avancierte. Es folgten ein historischer Fünferpack gegen Düsseldorf, weitere Tore gegen Inter Mailand, Ex-Verein Benfica und den FC Chelsea. Mit seinen zehn Treffern hätte Jovic die Eintracht beinahe ins erste internationale Endspiel seit 1980 gebracht.

Der Österreicher Hütter hatte den Abgang seines Sturm-Juwels schon vor dem Saisonfinale beim FC Bayern vor zweieinhalb Wochen geahnt. "Wenn es so sein sollte, dann haben wir alle gewonnen. Alle haben etwas richtig gemacht. Es würde mich stolz machen, wenn ich einen Spieler, den ich trainiert habe, auf den Weg dorthin gebrachte habe", mutmaßte er. Mit der schnellen Einigung herrscht nun für alle Seiten Klarheit.

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