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Torwartwechsel beim VfB Stuttgart

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Marc Ziegler wird die Nummer 1 beim VfB Stuttgart. © dpa

Stuttgart - Bundesligist VfB Stuttgart hat einen Tag vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Benfica Lissabon (21.05 Uhr/Sky und Sat.1) den Torwart gewechselt.

Der VfB Stuttgart greift in der Krise nach dem letzten Strohhalm und stempelt Sven Ulreich zum Sündenbock. Nachdem zwei Trainerwechsel in der laufenden Saison nicht gefruchtet haben, wechselt der dritte Coach Bruno Labbadia vor dem Zwischenrunden-Rückspiel gegen Benfica Lissabon (21.05 Uhr/Sky und Sat.1) in der Europa League die Torhüter. Labbadia ersetzt Ulreich durch den erfahrenen Ersatzmann Marc Ziegler, der für die nötige Sicherheit im Spiel der Schwaben sorgen soll - nicht nur im Europapokal.

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„Die Abwehr hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe zuerst Sven über den Wechsel informiert und danach Marc. Ich denke, das war ein faires Vorgehen“, sagte Labbadia am Mittwoch. Von dem 34 Jahre alten Ziegler erhofft sich Labbadia „mehr Stabilität“, nahm Ulreich jedoch ausdrücklich in Schutz: „Er ist nicht allein der Schuldige, und ich habe großen Respekt vor ihm.“ Stürmer Martin Harnik erklärte: „Es ist natürlich schwer für Sven, aber die Mannschaft wird beide Torhüter unterstützen.“

Ulreich ist beim Meister von 2007 ein Bauernopfer. Bis auf seine Patzer während der beiden Niederlagen gegen Bayern München leistete sich der 22-Jährige im bisherigen Saisonverlauf keine kapitalen Fehler und zeigte insbesondere auf der Linie herausragende Qualitäten. Doch Ziegler ist ein anderer Typ Torwart: Er bringt die Erfahrung aus 104 Bundesligaspielen mit, breite Schultern und eine eindrucksvolle Körpersprache zeichnen den 34-Jährigen aus. Ulreich ist hingegen schmächtig gebaut und zeigt vor allem in der Strafraumbeherrschung Schwächen. Zieglers Auftreten scheint Labbadia imponiert zu haben.

Der Torwartwechsel beim Tabellen-17. hatte sich bereits während des Trainings am Montag abgezeichnet. Labbadia nahm Ziegler zur Seite und unterhielt sich minutenlang mit ihm. „Da ging es nicht um die Torhüterposition, sondern um allgemeine Dinge, welche die Mannschaft betreffen“, sagte der Trainer über das Vier-Augen-Gespräch. Doch die Unterhaltung zeigte, welchen Stellenwert Ziegler bei Labbadia genießt: Der 44-Jährige vertraut seiner neuen Nummer eins.

Dieses Vertrauen soll Ziegler gegen Lissabon und in den verbleibenden elf wichtigen Ligaspielen zurückzahlen und den VfB vor dem Abstieg retten. Labbadia sieht dafür den Grundstein gelegt, trotz der Hinspielniederlage und der zwei Pleiten in der Liga. Lissabon sei eine „harte Nuss. Aber wir wollen an die Leistung gegen Leverkusen anknüpfen“, sagte Labbadia. Auch Harnik gab sich kämpferisch: „Wir wollen unbedingt weiterkommen.“

Dabei soll der Abstiegskampf möglichst für 90 Minuten aus den Köpfen der Spieler verbannt werden. „Natürlich ist die Bundesliga im Moment für uns wichtiger, aber die Mannschaft hat lange dafür gearbeitet, so weit in der Europa League zu kommen. Der Fokus liegt jetzt auf dem Spiel gegen Benfica, danach konzentrieren wir uns auf das Spiel in Frankfurt“, sagte Labbadia.

Gegen den 32-maligen portugiesischen Meister werden dem VfB in Stürmer Pawel Pogrebnjak, Mittelfeldmann Christian Gentner, Verteidiger Arthur Boka sowie Nationalstürmer Cacau gleich vier Stützen definitiv fehlen. Der Einsatz von Verteidiger Serdar Tasci ist fraglich. Den 23-Jährigen plagen Leistenprobleme.

Also muss die neue Nummer eins vorangehen und die Mannschaft führen. „Ich versuche immer, den jungen Spielern zu helfen“, sagte Ziegler unlängst in einem Interview - nun hat er die Chance, das zu beweisen.

sid

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