Drittligist träumt vom DFB-Pokal

Abtswinds Severo Sturm trifft dreifach gegen Vollath - Türkgücü im Halbfinale

Sercan Sararer im Trikot von Türkgücü München. Sein Einsatz im Toto-Pokal ist fraglich.
+
Sercan Sararer wäre im Toto-Pokal zwar für Türkgücü München spielberechtigt. Sein Einsatz gegen den TSV Abtswind bleibt aber fraglich.

Türkgücü München tritt am Sonntag im Viertelfinale des Toto-Pokals beim TSV Abtswind an. Wer beim Ziel DFB-Pokal-EInzug mithelfen kann, ist noch unklar.

München - Eigentlich ist Türkgücü München klarer Favorit im Viertelfinale des bayerischen Toto-Pokals beim TSV Abtswind. Die Hausherren haben seit dem Aufstieg aus der Landesliga in die Bayernliga Nord die zwei Spielzeiten auf den Plätzen zehn (2018/19) und zwölf (2019/21) beendet. Nach der langen Corona-Pause hat die Elf von Claudiu Bozesan einmal getestet - gegen die SpVgg Greuther Fürth (1:1), den Ex-Klub des neuen Türkgücü-Trainers Petr Ruman.

Auf den ersten Blick spricht also alles für die Gäste aus der Landeshauptstadt. Doch ein Selbstläufer wird es für Ruman in seinem ersten Pflichtspiel nicht. Denn die große Frage wird sein, wer nach dem Saisonende in der 3. Liga Ende Mai überhaupt bei Türkgücü München* auflaufen kann bzw. wird. Etliche Spieler wurden bereits vom Verein offiziell verabschiedet und sind für Sonntag keine Option mehr.

Türkgücü-Geschäftsführer Kothny: „Die anderen Vereine freuen sich, wir schauen dumm aus der Wäsche“

Immerhin werden wohl einige Neuzugänge auflaufen können. Geschäftsführer Max Kothny ließ am Donnerstag bei der Pressekonferenz mit Trainer Ruman aber erneut durchblicken, dass Türkgücü die Ansetzung der letzten drei Runden auf dem Weg in den DFB-Pokal nicht glücklich macht. „Wir müssen es annehmen, dass wir nach Saisonende noch Toto-Pokal spielen. Wir haben viel Aufwand auf uns genommen, die Spieler schon ab Mitte des Monats unter Vertrag zu nehmen“, sagte der 24-Jährige. „Wir zahlen den Spielern zwei Wochen mehr Gehalt. Die anderen Vereine freuen sich, wir schauen erstmal ein wenig dumm aus der Wäsche, wollen aber alles für den sportlichen Erfolg tun.“

Erst am Freitagnachmittag stünde deshalb fest, wer von den Neuzugängen eingesetzt werden kann. Abgebender Verein, abgebender Verband, Spieler, Berater und der BFV seien in diesen Prozess involviert. „Rein technisch“ würde der Transfer zwar erst zum 1. Juli über die Bühne gehen, erklärt Kothny, die Profis könnten aber „mittels Privatspielrecht im Toto-Pokal eingesetzt werden. Ich weiß nicht, ob wir 18 schaffen. 16 sollten wir hinbekommen.“

„Wenn er sich gegen die Konkurrenz im Team durchsetzt, könnte es sein, dass er auf dem Platz steht.“

Trainer Petr Ruman über einen Toto-Pokal-Einsatz von Sercan Sararer

Dann wäre da noch die ungeklärte Zukunft von Topscorer Sercan Sarerer, der den Verein unbedingt verlassen will. Am vergangenen Freitag konnte er sich mit dem Klub vor dem Arbeitsgericht nicht einigen. Die beiden Parteien wurden aufgefordert, bis zum 30. Juni außergerichtlich zu einem Konsens zu kommen, sonst geht es in die nächste Runde. Geschäftsführer Kothny bestätigte, dass es noch „keinen neuen Stand“ gäbe: „Wir haben der Gegenseite ein Vergleichsangebot gemacht. Da kam nichts bisher.“

„Wenn er sich gegen die Konkurrenz im Team durchsetzt, könnte es sein, dass er auf dem Platz steht“, sagte Ruman auf Nachfrage über den türkischen Nationalspieler schmunzelnd. „Sercan ist ein sehr guter Junge. Wenn er den Ball sieht, dann will er spielen, gewinnen und Gas geben. Er ist für mich ein Mitglied der Mannschaft und solange keine Entscheidung kommt, wird das auch so bleiben.“ Ob der 31-Jährgie dann aber beim großen Ziel DFB-Pokal* mithelfen wird, bleibt dennoch mehr als fraglich. (Jörg Bullinger) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare