Tradition schießt keine Tore

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Ratlose Blicke am Mittwoch bei den Werder-Spielern

Dortmund - In der ewigen Bundesliga-Rangliste stehen sie glänzend da, doch in der aktuellen Tabelle bedrohlich weit unten: Auf den letzten sechs Tabellenplätzen rangieren nur Bundesliga-Dinosaurier.

Für die Traditionsclubs aus Köln, Bremen, Mönchengladbach, Stuttgart, Frankfurt und Schalke hat die Saison wenig verheißungsvoll begonnen. Nach fünf Spieltagen rangieren die sechs Traditionsclubs auf den Plätzen 13 bis 18. Mit jeder Niederlage wächst der Druck auf die Fußball-Lehrer und Profis. Erste Krisensitzungen sollen den bedrohlichen Trend stoppen.

Nur beim FC Schalke 04 zeigten die mahnenden Worte des Trainers Wirkung. Nach zuvor vier Niederlagen gelang dem wankenden Revierclub beim 2:1 in Freiburg das ersehnte Erfolgserlebnis. “Ich bin froh und erleichtert. Und ich hoffe, dass wir am Samstag gegen Mönchengladbach den nächsten Dreier folgen lassen“, sagte Coach Felix Magath nach dem späten Siegtreffer von Klaas-Jan Huntelaar. Zwar bleibt sein Team Bundesliga-Schlusslicht, deutete aber einen Aufwärtstrend an. Erstmals war erkennbar, dass Stars wie Huntelaar, Jurado und Metzelder dem verunsicherten Team wirklich weiter helfen können.

Die meistgehassten und die sympathischsten Clubs der Bundesliga

Von August bis Dezember 2009 hat sozioland, das Meinungsportal der respondi AG, über 15.000 Fußballfans in Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu ihrem Lieblingssport befragt. Sehen Sie hier die Liste der meistgehassten und der sympathischsten Bundesligisten. DIE ERSTE FRAGE LAUTETE: WELCHE VEREINE DER BUNDESLIGA MÖGEN SIE WENIGER? © dpa
18. Platz der meistgehassten Clubs: SC Freiburg (1 %). Heißt: Den SC Freiburg hassen die wenigsten Fans © Getty
17. Platz der meistgehassten Clubs: Werder Bremen (5 %) © Getty
16. Platz der meistgehassten Clubs: FSV Mainz 05 (6 %) © Getty
15. Platz der meistgehassten Clubs: Bayer Leverkusen (6 %) © Getty
14. Platz der meistgehassten Clubs: Borussia Mönchengladbach (7 %) © Getty
13. Platz der meistgehassten Clubs: Hannover 96 (7 %) © Getty
12. Platz der meistgehassten Clubs: 1. FC Nürnberg (8 %) © Getty
11. Platz der meistgehassten Clubs: VfL Bochum (8 %) © Getty
10. Platz der meistgehassten Clubs: VfL Wolfsburg (10 %) © Getty
9.Platz der meistgehassten Clubs: Hamburger SV (10 %) © Getty
8. Platz der meistgehassten Clubs: VfB Stuttgart (10 %) © Getty
7. Platz der meistgehassten Clubs: Eintracht Frankfurt (13 %) © Getty
6. Platz der meistgehassten Clubs: Hertha BSC (13 %) © Getty
5. Platz der meistgehassten Clubs: Borussia Dortmund (17 %) © Getty
4. Platz der meistgehassten Clubs: 1. FC Köln (18 %) © Getty
3. Platz der meistgehassten Clubs: FC Schalke 04 (32 %) © Getty
2. Platz der meistgehassten Clubs: 1899 Hoffenheim (33 %) © Getty
1. Platz der meistgehassten Clubs: Bayern München (55 %) © Getty
DIE ANDERE FRAGE LAUTETE: WELCHE VEREINE, AUSSER IHREM FAVORITEN, SIND IHNEN BESONDERS SYMPATHISCH? © dpa
18. Platz der sympathischsten Clubs: Hertha BSC Berlin (3%) Heißt: Hertha BSC finden die wenigsten Fans sympathisch. © Getty
17. Platz der sympathischsten Clubs: Hannover 96 (4 %) © Getty
16. Platz der sympathischsten Clubs: Eintracht Frankfurt (4 %) © Getty
15. Platz der sympathischsten Clubs: VfL Bochum (5 %) © Getty
14. Platz der sympathischsten Clubs: 1. FC Köln © Getty
13. Platz der sympathischsten Clubs: FC Schalke 04 (6 %) © Getty
12. Platz der sympathischsten Clubs: Bayern München © Getty
11. Platz der sympathischsten Clubs: Borussia Mönchengladbach (8 %) © Getty
10. Platz der sympathischsten Clubs: VfL Wolfsburg (8 %) © Getty
9. Platz der sympathischsten Clubs: 1. FC Nürnberg (8 %) © Getty
8. Platz der sympathischsten Clubs: 1899 Hoffenheim (9 %) © Getty
7. Platz der sympathischsten Clubs: VfB Stuttgart © Getty
6. Platz der sympathischsten Clubs: SC Freiburg (12 %) © Getty
5. Platz der sympathischsten Clubs: Bayer Leverkusen (14 %) © Getty
4. Platz der sympathischsten Clubs: Borussia Dortmund (14 %) © Getty
3. Platz der sympathischsten Clubs: FSV Mainz 05 (18 %) © Getty
2. Platz der sympathischsten Clubs: Hamburger SV (25 %) © Getty
1. Platz der sympathischsten Clubs: Werder Bremen (27 %) © Getty

Alle anderen Mitglieder aus dem Kreis der kriselnden Bundesliga- Dinosaurier kassierten am 5. Spieltag Niederlagen. So erwiesen sich beim VfB Stuttgart alle Hoffnungen auf eine Kehrtwende als Wunschdenken. Nur vier Tage nach dem 7:0-Kantersieg über Mönchengladbach folgte beim 1:2 in Nürnberg die Ernüchterung über die 500. Bundesliga-Niederlage der Schwaben. Der schlechteste Saisonstart seit 36 Jahren schlug allen Beteiligten aufs Gemüt. “Ich ärgere mich maßlos darüber, dass wir verloren haben“, klagte Christian Gross. Für die Schlappe machte der VfB-Trainer jedoch nicht seine Profis, sondern vor allem Schiedsrichter Jochen Drees verantwortlich.

Ähnlich angespannt wie in Stuttgart ist die Stimmung in Mönchengladbach, Frankfurt und Bremen. “Die Lage ist kompliziert, da müssen wir uns nichts vormachen“, kommentierte Gladbach-Coach Michael Frontzeck nach dem 1:2 im Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Selbst die frühe Führung durch Juan Arango (25.) verlieh keine Sicherheit. Erneut wurde der Altmeister Opfer seiner schwachen Abwehr, die in den bisherigen fünf Partien bereits 17 Gegentreffer hinnehmen musste.

Noch dürftiger ist die bisherige Punktausbeute der Frankfurter. Nach dem Last-Minute-Gegentor zum 1:2 in Leverkusen rutschten die Hessen auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Nicht zum ersten Mal in seiner Amtszeit steht Trainer Michael Skibbe unter Druck. Fragen nach dem Rückhalt im Verein beantwortete er gereizt: “Wir haben guten Fußball gespielt. Die Ergebnisse stimmen nur nicht.“

Der wohl überraschendste Problemfall ist Werder Bremen. Voller Ärger über das 1:4 am Dienstag in Hannover nahmen sich Trainer Thomas Schaaf und Clubchef Klaus Allofs die Profis zur Brust. Vor dem am Samstag (18.30 Uhr) anstehenden Derby gegen den Hamburger SV schlug Kapitän Torsten Frings Alarm: “Einige Spieler nehmen sich zu wichtig, bei denen steht nicht die Mannschaft im Vordergrund.“ Große Hoffnungen setzen die Bremer in die Rückkehr von Claudio Pizzaro und Per Mertesacker.

dpa

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