Nürnberger ohne Sieg

Trauriger Rekord für Club - Dämpfer für Schalke

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Nürnbergs Timothy Chandler (l) spielt gegen Schalkes Christian Fuchs

Nürnberg - Trauriger Rekord für den 1. FC Nürnberg: Der Club hat auch gegen Schalke keine drei Punkte geholt und die Bundesliga-Hinrunde als erstes Team ohne Sieg abgeschlossen.

Im Duell der beiden Altmeister gab es ein 0:0, das keinem der beiden Vereine weiterhilft. Der Club brachte trotz intensiver Bemühungen und einiger sehr guter Chancen sogar das Kunststück fertig, als erstes Team in 50 Jahren Bundesliga alle 17 Spiele der Hinrunde ohne Sieg zu beenden.

Die Mannschaft von Trainer Gertjan Verbeek, der auch im achten Anlauf ohne Dreier blieb, überwintert mit mageren elf Punkten nur aufgrund der besseren Tordifferenz auf dem vorletzten Tabellenplatz. Für die ambitionierten Schalker, bei denen der umstrittene Trainer Jens Keller wegen eines Magen-Darm-Infekts im Hotel bleiben musste, war es indes ein erneuter Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Keller wurde von seinem Assistenten Peter Hermann vertreten. Zudem saß Sportdirektor Horst Heldt auf der Bank der Königsblauen. Und der sah vor 42.687 Zuschauern eine weitgehend harmlose Schalker Mannschaft gegen einen drückend überlegenen und bemühten Club, der jedoch fast schon fahrlässig mit seinen Möglichkeiten umging. Die größte Chance hatte Per Nilsson, der an die Latte köpfte (76.) - der 16. Aluminiumtreffer der Franken in dieser Saison.

Hiroshi Kiyotake vergab bereits in der dritten Minute völlig freistehend die Führung, als er am glänzend reagierenden Ralf Fährmann scheiterte. Nürnberg, bei dem in der Innenverteidigung der gesperrte Emanuel Pogatetz durch Javier Pinola ersetzt wurde, blieb jedoch klar am Drücker. Von der Negativserie der Hinrunde war zunächst wenig zu spüren.

Die Gastgeber suchten immer wieder den Weg nach vorne. Allerdings verfehlte auch Daniel Ginczek mit einem Schuss knapp das Schalker Tor (10.). Kiyotake traf das Außennetz (23.). Zudem parierte erneut Fährmann gegen Makoto Hasebe (32.).

Schalke agierte dagegen in der ersten Hälfte über weite Strecken äußerst zurückhaltend. Ohne den verletzten Kevin-Prince Boateng, der wegen Wadenproblemen nicht spielen konnte, fehlte den Gästen ein Antreiber. Der FCN hatte so lange Zeit wenig Mühe, die Schalker Aktionen schon im Mittelfeld zu unterbinden.

So dauerte es bis zur 29. Minute, ehe ein Schuss von Jermaine Jones erstmals für Gefahr vor dem Nürnberger Tor sorgte. Auch Roman Neustädter verfehlte kurz vor der Pause knapp das Ziel (42.). Dennoch monierte Heldt zur Pause, „dass wir viel zu passiv sind“.

Die schnellsten Trainerentlassungen seit 1999

Bundestrainer, wie aktuell Joachim Löw, sitzen in der Regel fest im Sattel. Schwerer haben es da die Bundesliga-Trainer. Besonders wenn die ersten Spiele verloren gehen, wird der Coach meist als erstes hinterfragt. Sehen Sie hier die Trainerentlassungen seit 1999 und in welcher Situation sie den Verein verlassen mussten. © getty
1999/2000: Jörg Berger, Eintracht Frankfurt, 17. Spieltag, 18. Platz, 9 Punkte. © getty
2000/01: Andreas Zachhuber, Hansa Rostock, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © getty
2001/02: Frank Pagelsdorf, Hamburger SV, 6. Spieltag, 12. Platz, 5. Punkte. © getty
2002/03: Andreas Brehme, 1. FC Kaiserslautern, 3. Spieltag, 16. Platz, 1 Punkt. © dpa
2003/04: Armin Veh, Hansa Rostock, 8. Spieltag, 14. Platz, 5 Punkte. © dpa
2004/05: Jupp Heynckes, Schalke 04, 4. Spieltag, 17. Platz, 3 Punkte. © dpa
2005/06: Klaus Augenthaler, Bayer Leverkusen, 4. Spieltag, 12. Platz, 4 Punkte. © getty
2006/07: Peter Neururer, Hannover 96, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © dpa
2007/08: Petrik Sander, Energie Cottbus, 6. Spieltag, 18. Platz, 2 Punkte. © getty
2008/09: Jos Luhukay, Borussia Mönchengladbach, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2009/10: Jörn Andersen, FSV Mainz 05, vor Saisonbeginn, nach der Pleite im DFB-Pokal gegen Lübeck. © dpa
2010/11: Christian Gross, VfB Stuttgart, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2011/12: Michael Oenning, Hamburger SV, 6. Spieltag, 18. Platz, 1 Punkt. © getty
2012/13: Felix Magath, Vfl Wolfsburg, 8. Spieltag, 18. Platz, 5 Punkte © dpa

Nach dem Wechsel erwischte erneut Nürnberg den besseren Start. Diesmal war es Josip Drmic, der in Fährmann seinen Meister fand (54. ). Der Schweizer verzog zudem kurz darauf aus bester Position. Die ersatzgeschwächten Schalker taten sich dagegen weiterhin schwer, konstruktiv nach vorne zu spielen.

SID

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