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Truus im tz-Interview: "Louis, lächle mal für mich"

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Louis van Gaal war die Enttäuschung beim Bankett anzumerken © Getty

München - Die bittere Final-Pleite – auch Louis van Gaal wurde davon schwer getroffen, suchte Trost bei seiner Frau Truus. Im tz-Interview erklärt sie, wie ihr Mann mit Niederlagen umgeht und wie sie ihn wieder zum Lachen bringt.

Frau van Gaal, ihr Mann wirkt immer sehr stark. Wie sehr trifft ihn so eine Niederlage?

Truus van Gaal: Das ist schon hart für ihn. Mein Mann will immer gewinnen und er hat auch immer gedacht, dass sie gewinnen würden gegen Inter. Deswegen ist er natürlich enttäuscht, dass das nicht geklappt hat. Ich denke, er wird ein, zwei Tage brauchen, um das zu verkraften. Aber grundsätzlich ist er natürlich stolz auf diese Saison.

Ist es das, was ihn gerade aufrecht erhält?

van Gaal: Ja. Er hat mir gesagt, dass er sehr stolz ist, dass die Menschen so begeistert sind, denn wir haben zwei große Titel geholt. Und waren im Finale der Champions League! Okay, das haben wir verloren, aber die Saison war doch besser, als alle erwartet haben.

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Wie ist er, wenn er so enttäuscht ist? Können Sie dann mit ihm reden oder frisst er alles in sich rein?

van Gaal: Nein, nein, er redet mit mir darüber! Er sagt dann: ,Oh, schade, ist das schade!’ Und ich habe gesagt: ,Okay, Louis, aber du hast das Double geholt! Das ist doch super! Und die Menschen sind stolz darauf!‘ Wenn wir jetzt nur noch darüber reden, dass wir das Champions-League-Finale verloren haben, dann machen wir das andere schlecht. Es bleibt doch soviel übrig!

Aber lachen kann er erstmal nicht, oder? Auf dem Balkon wirkte er sehr ernst.

van Gaal: Naja, es nagt schon an ihm. Louis ist ein Mann, der sich nie verstellt. Er ist immer echt. Und wenn er traurig oder sauer oder böse ist, dann zeigt er das auch. Wissen Sie, ich bin ja manchmal auch traurig, aber dann kann ich trotzdem ein bisschen lachen – wenn es sein muss. Das würde Louis niemals machen. Sein Gefühl ist immer echt, jeder kann sehen, wie er sich fühlt.

Wie bekommen Sie ihn denn trotzdem in den nächsten Tagen zum Lachen?

van Gaal: Oh, das geht. Schon beim Bankett habe ich das wieder geschafft. Ich sage dann: ,Come on, Louis! Wir haben doch so viele schöne Dinge in unserem Leben, lächle mal für mich!‘ Und das macht er dann auch. Weil wir ja doch ein sehr gutes Leben haben.

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Frau Rummenigge hat Ihren Mann beim Bankett zum Tanzen aufgefordert, er hat sich hartnäckig geweigert. Tanzt er grundsätzlich nicht oder war er zu enttäuscht?

van Gaal: Nein, normal tanzt er schon gerne, dass hat Herr Ude ja schon bei der Meisterfeier auf dem Balkon gesehen. Aber auf dem Bankett war er einfach nicht in der richtigen Stimmung, das war noch zu frisch.

Will er jetzt erstmal mit Fußball nichts zu tun haben?

van Gaal: Nein, nein, nein! Er will immer etwas mit Fußball zu tun haben. Dass er sich nicht mit Fußball befassen würde, das gibt es nicht.

Aber Sie fahren in den Urlaub, zum Abschalten…

van Gaal: Ja, wir fliegen am Mittwoch nach Portugal, wir haben ja dort ein Haus. Wir machen Urlaub, dann ist bald alles vergessen. Und nach zwei, drei Wochen, dann sagt er: Ich habe jetzt Lust wieder zu arbeiten! Das ist immer so bei ihm.

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