Etabliert dank Mäzen Hopp

TSG 1899 Hoffenheim: Gründung und Stationen des Fußballvereins

Gemeinsamer Torjubel bei 1899 Hoffenheim
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Gemeinsamer Torjubel bei 1899 Hoffenheim

Dietmar Hopp ist für viele Fans untrennbar mit der TSG 1899 Hoffenheim verbunden. Doch der Club hat viel mehr zu bieten als nur einen spendablen Mäzen.

  • Vom kleinen Investorenclub verwandelte sich die TSG 1899 Hoffenheim zu einem etablierten Mitglied in der Bundesliga.
  • Nach dem Durchmarsch in die Bundesliga darf der Verein nun auch internationale Wettkämpfe bestreiten.
  • Clevere Transfers und eine eigene Nachwuchsakademie führen den Fußballclub zum Erfolg.

Hoffenheim – Bei der Gründung des TV Hoffenheim im Jahr 1899 wusste keiner, wie weit es für den Club aus dem Kraichgau zukünftig nach oben gehen würde. Vor allem Turnen und Leichtathletik bestimmten das Vereinsbild in derAnfangszeit. Für Fußball war der FV Hoffenheim zuständig. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte 1945 die Fusion der beiden Vereine zur TSG 1899 Hoffenheim.

Lange spielte die TSG 1899 Hoffenheim unterklassig, doch seit den 80er-Jahren gelang der stetige Aufstieg bis in die Regionalliga. Dort konnte sich der Club etablieren – und dann stieg mit Dietmar Hopp ein Großinvestor ins Spiel mit ein.

TSG 1899 Hoffenheim: Dietmar Hopp als Investor

Der SAP-Mitgründer und Mäzen Dietmar Hopp (80) gehört zu den umstrittensten Personen der deutschen Fußballwelt. Für die TSG 1899 Hoffenheim ermöglichte sein Engagement aber einen fulminanten Durchmarsch, wie er im Profifußball nur selten zu sehen ist. Seit 2005 ist Hopp bei der TSG engagiert.

Die Strukturen im Verein veränderten sich mit der Zeit und das Umfeld professionalisierte sich. Mit teuren Transfers und einer konsequenten Nachwuchsförderung genoss das Projekt Hoffenheim die Zustimmung der Öffentlichkeit. Mit dem Erfolg drehte sich jedoch die Meinung und die TSG 1899 Hoffenheim musste sich von anderen Vereinen als „Retortenclub“, der von finanzkräftigen Geldgebern gelenkt wird, bezeichnen lassen.

Dietmar Hopp ist allerdings auch weit über die Fußballwelt hinaus engagiert und fördert ebenfalls Wissenschafts- und Kulturzweige. Zugleich stellt das Projekt Hoffenheim für ihn die Verwirklichung von Profifußball in der Rhein-Neckar-Region dar.

TSG 1899 Hoffenheim: Fußballerfolge im Kraichgau

Lange war es ruhig um den Fußballclub. 2001 gelang dann jedoch als Meister der Oberliga Baden-Württemberg der Sprung in die Regionalliga. Mit diesem Aufschwung im Rücken gelang es schließlich auch, zwischen 2002 und 2005 viermal den badischen Pokal zu gewinnen, was die TSG 1899 Hoffenheim zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigte. Der Club machte sich hierbei einen Namen, weil er während der Duelle auch höherklassige Gegner ausschaltete.

Von 2007 bis 2008 gelang dann ein märchenhafter Durchmarsch von der Regionalliga Südwest bis in die Bundesliga, wo sich die TSG 1899 Hoffenheim mittlerweile etabliert hat. Auch Ausflüge in die Euro- und Champions-League bestätigen diesen Erfolg.

TSG 1899 Hoffenheim – Vereinsfakten:

  • größter Sportverein im Kraichgau mit über 10.700 Mitgliedern
  • Sonderregelung: Hopp hält 96 % des Kapitals und der Stimmrechte
  • als „Retortenclub“ vielen Fans anderer Vereine ein Dorn im Auge

TSG 1899 Hoffenheim: Aufstiege und Titel

Das erste große Ausrufezeichen gelang der TSG 1899 Hoffenheim bereits in der ersten Bundesligasaison als Herbstmeister 2008. Die bisher beste Platzierung erreichte der Verein als Drittplatzierter in der Saison 2017/2018. Hier erreichte er auch die direkte Champions-League-Qualifikation.

Weitere nennenswerte Titel und Aufstiege:

  • 2008: Vizemeister in der Zweiten Bundesliga >> direkter Bundesligaaufstieg
  • 2007: Vizemeister in der Regionalliga Süd >> Aufstieg in die Zweite Bundesliga
  • 2001: Meister Oberliga Baden-Württemberg
  • 2000: Meister Verbandsliga Baden
  • 2002-2005: Seriensieger badischer Pokal

TSG 1899 Hoffenheim: Konstanz dank Investor

Das Projekt von Dietmar Hopp und der TSG 1899 Hoffenheim waren von Anfang an langfristig angelegt. So bestand der Plan, bis 2010 in den Profifußball vorzustoßen. Dies gelang jedoch deutlich schneller. Die großzügige finanzielle Unterstützung von Hopp und das potente Netzwerk von Sponsoren ermöglichten es dem Verein, mehr Transfers zu tätigen als die Konkurrenz.

Nach dem beispiellosen Aufstieg spielte die TSG in der Bundesliga teilweise furiosen Fußball, doch die letzte Konstanz ließ lange auf sich warten. Knapp zehn Jahre nach dem Aufstieg in die Bundesliga ist die TSG 1899 Hoffenheim heute fester Bestandteil der höchsten deutschen Spielklasse.

TSG 1899 Hoffenheim: Das Heimstadion

Zum 100. Geburtstag spendierte Dietmar Hopp der TSG 1899 Hoffenheim das Dietmar-Hopp-Stadion. Er finanzierte den gesamten Bau aus seinem Privatvermögen. Zunächst passten 5.000 Zuschauer in das Stadion. Wegen des Aufstiegs in die Zweite Bundesliga gab es 2007 eine Erweiterung des Fassungsvermögens auf 6.350 Zuschauer. Mit dem Aufstieg in die Erste Bundesliga reichte diese Kapazität jedoch nicht mehr aus und so musste die TSG zunächst in das Mannheimer Carl-Benz-Stadion ausweichen.

Die Junioren und Damen der TSG 1899 Hoffenheim nutzen das Dietmar-Hopp-Stadion weiterhin. Für die TSG-Profimannschaft baute der Club in Sinsheimer Gewerbegebiet die Rhein-Neckar-Arena, die gut über die A6 zu erreichen ist. 2009 wurde das Stadion eingeweiht. Die Namensrechte wechselten seitdem mehrmals den Besitzer. Aktuell heißt die Heimspielstätte PreZero-Aren a. Das Stadion ist Eigentum des Vereins. Der Standort lässt sich mithilfe von Google Maps ermitteln.

TSG 1899 Hoffenheim: Trainerhistorie

Mit dem sportlichen Erfolg der TSG 1899 Hoffenheim ist wesentlich auch der Name Ralf Rangnick (61) verbunden. Er war von 2006 bis 2011 Cheftrainer bei der TSG und hatte so einen großen Anteil am Durchmarsch in die Bundesliga. Auf ihn folgten Holger Stanislawski (50), Markus Babbel (47) und Markus Gisdol (50). Markus Gisdol konnte in der Saison 2013/2014 ganz knapp am letzten Spieltag den Abstieg verhindern. 2015/2016 übernahm Huub Stevens (66) denTrainerposten. Mit ihm gelang der Klassenerhalt. Aus gesundheitlichen Gründen hörte er jedoch am Ende der Saison auf.

Mit Julian Nagelsmann (32) übernahm ein Trainer aus der eigenen Jugend das Training des TSG 1899 Hoffenheim. Junge und frische Ideen trugen maßgeblich zu seinem Erfolg bei. Unter Nagelsmann erreichte die TSG auch ihre größten Erfolge in der jungen Bundesligageschichte. Nagelsmann zog es aber zum Kontrahenten RB Leipzig. So ist aktuell Alfred Schreuder (47) Cheftrainer bei 1899 Hoffenheim.

TSG 1899 Hoffenheim: Vereinsfarben und Trikots

Blau und Weiß sind die traditionellen Farben von der TSG 1899 Hoffenheim. Auch das Maskottchen „Hoffi“, ein Elch, ist in diesen Farben gekleidet. Das Heimtrikot der TSG ist komplett in Blau gehalten. Die Stutzen sind weiß. Das Auswärtstrikot präsentiert sich in der Farbe Mint. Auch hier sind die Stutzen weiß. Der Ausstatter von 1899 Hoffenheim ist die Firma Joma.

TSG 1899 Hoffenheim: Top-Transfers des Vereins

In dieser Saison gab es viel Bewegung im Kader der TSG 1899 Hoffenheim. Neu ist beispielsweise Diadie Samassékou (24), der von RB Leipzig für 12 Millionen Euro Ablöse in den Kraichgau wechselte. Für die gleiche Ablöse kam auch der Stürmer Munas Dabbur (28) von FC Valencia. Sogar Sebastian Rudy (30) fand seinen Weg zurück. Die Abwehr verstärkt ab dieser Saison Robert Skov (24), der vom FC Kopenhagen neu zum Team hinzugestoßen ist. Jacob Bruun Larsen (21) vom BVB komplettiert die Reihe der namhaften Zugänge.

Auf der anderen Seite verließen mit Joelinton (23), Kerem Demirbay (26), Nico Schulz (27) und Nadiem Amiri (23) viele gestandene Größen die TSG 1899 Hoffenheim. Insgesamt gelang ein Transferüberschuss von 67,35 Millionen Euro in der aktuellen Saison. Zwar hat die TSG so viel ausgegeben, wie noch niemals zuvor, doch einige Rekordtransfers spülten hohe Ablösesummen in die Vereinskasse. Der Weggang von Joelinton nach Newcastle zum Beispiel brachte 44 Millionen Euro ein.

TSG 1899 Hoffenheim: Leistungszentrum

Grundlage für die erfolgreiche Jugendarbeit des TSG 1899 Hoffenheim ist neben dem Nachwuchszentrum auch das Konzept „Anpfiff ins Leben“. Seit 2001 existiert das Programm, das schnell prominente Unterstützer, wie beispielsweise Jürgen Klinsmann (55), fand. Junge Talente finden im Leistungszentrum in Zuzenhausen ihren Weg zum Profifußball. Bei der Förderung der Jugendlichen achtet die TSG auch auf eine berufliche Qualifikation, die den Spielern nach ihrer aktiven Phase dabei helfen soll, ein neues Standbein aufzubauen. Coaching und Ausbildung bilden in derAkademie von Hoffenheim wesentliche Schwerpunkte.

Die TSG 1899 Hoffenheim arbeitet für dieses Programm mitfünf Schulen aus der Region zusammen und hat 2008 die Auszeichnung „Eliteschule des Fußballs“ vom DFB erhalten. Gelegentlich kommen Vorwürfe auf, dass die Hoffenheimer Talente aus anderen Clubs abwerben würde. Der Verein verweist jedoch darauf, dass dies auch bei anderen Clubs gängige Praxis sei. Ergänzt wird die eigene Akademie durch Kooperationen und Talentsichtungen in der Rhein-Neckar-Region, um aufstrebende Jungspieler frühzeitig erkennen und fördern zu können.

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