Absturz nach Bundesliga-Traum?

Münchner Fußball-Klub versinkt im Chaos: Jetzt sollen ihn Investoren retten - „Haben ein siebenstelliges Leck“

Fußball-Kultstätte: Das Olympiastadion München, Heimspielort von Türkgücü München.
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Fußball-Kultstätte: Das Olympiastadion München, Heimspielort von Türkgücü München.

Bei Türkgücü München regiert nach dem Rückzug von Investor Hasan Kivran das Chaos. Rund um das Heimspiel im Olympiastadion gegen Dynamo Dresden droht die Zahlungsunfähigkeit. Retten neue Geldgeber den Klub auf den letzten Drücker?

München - Es zählt für Touristen außerhalb der Corona-Krise zu den Sehenswürdigkeiten in München: das Olympiastadion.

Heimstätte von Olympia 1972 und Kultstätte der Bundesliga. Seit dieser Saison wird in dem weiten Rund am Oberwiesenfeld auch wieder Fußball gespielt. Türkgücü München machte es möglich, jener Aufsteiger in die 3. Liga, dessen Traum dem Vernehmen nach ebenfalls die Bundesliga war, zumindest das Unterhaus.

3. Liga: Türkgücü München versinkt vor Heimspiel gegen Dynamo Dresden im Chaos

Doch Anfang Januar und vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Montagabend (11. Januar, 19.30, live bei Magenta Sport) gestaltet sich die Situation gänzlich anders.

Konkret: Dem Stadt- und Ligarivalen des FC Bayern 2 und des TSV 1860 München droht nach dem unvermittelten Rückzug von Präsident und Investor Hasan Kivran plötzlich die Zahlungsunfähigkeit.

Will nicht mehr: Der langjährige Türkgücü-Investor Hasan Kivran, der die Münchner aus dem Amateur-Fußball in die 3. Liga geführt hatte.

„Natürlich ist die Situation eine Herausforderung“, sagte Geschäftsführer Max Kothny BR24, aber man könne den Spielbetrieb definitiv bis Saisonende fortführen. Der Mannschaft habe er gesagt: „Ihr kümmert euch ums Sportliche, ich und mein Team kümmern uns darum, dass es hier bestmöglich weitergeht.“ Bis Saisonende also - und dann?

Rivale des FC Bayern 2 und des TSV 1860: Türkgücü München muss beim DFB Zahlungsfähigkeit nachweisen

In einem anderen Interview klang Kothny schon deutlich vorsichtiger. „Wir haben ein siebenstelliges Leck“, sagte der 24-Jährige MagentaSport.

Dabei muss der Klub aus dem Münchner Osten Medienberichten zufolge bis zum 21. Januar beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachweisen, dass er die 3. Liga weiterstemmen kann. Aktuell verlassen bereits mehrere Spieler den Klub, unter anderem „Königstransfer“ Tom Boere*.

Kothny, der erst unlängst einen Vermarktungsdeal fixierte, sucht derweil händeringend nach neuen Investoren für Türkgücü München*. „Es ist nicht so, dass wir kurz vor Abschluss stünden“, erklärte er zur Suche nach neuen Geldgebern und berichtete von einem Kampf „um die Nachlizenzierung. Ich gehe davon aus, dass wir mit der einen oder anderen Anpassung die Saison sichern können“. Unter anderem die Jobs von 32 Profifußballern hängen an diesem Bemühen.

Türkgücü München: Investor Hasan Kivran zieht sich zurück - Absturz statt Bundesliga?

Kurz vor Weihnachten hatte Investor Kivran überraschend das Ende seines teuren Engagements angekündigt, was offensichtlich auch den Klub überrumpelte. Markant: Kurz zuvor hatte es noch Spekulationen über eine möglicherweise spektakuläre Verpflichtung von Ex-Bundesliga-Profi Mehmet Ekici (Fenerbahce Istanbul) gegeben.

Wie es mit Türkgücü München weitergeht? Kothny erzählte von großem Interesse an seinem Klub, „bundesweit“ kämen zum Beispiel Anfragen für Geistertickets rein.

Es bleibt spannend bei jenem Verein, dessen Vorgänger schon in den 1980er Jahren tausende Zuschauer ins benachbarte Münchner Dantestadion lockte. (pm) *fupa.net ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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