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Türkgücü München hat Not am Mann! Oral, Schuster oder Thioune - Wer folgt auf Kayabunar?

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Von: Dominik Mittermaier, Marinus Savary

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Wer wird der neue starke Mann bei Türkgücü München? Daniel Thioune, Dirk Schuster und Tomas Oral (v. re. n. li) werden beim Drittligisten gehandelt.
Wer wird der neue starke Mann bei Türkgücü München? Daniel Thioune, Dirk Schuster und Tomas Oral (v. re. n. li) werden beim Drittligisten gehandelt. © Imago

Die Frist von Alper Kayabunar als Türkgücü-Interimstrainer ist abgelaufen. Nach DFB-Statuten muss der Drittligist einen neuen Trainer mit gültiger Lizenz vorstellen.

München - Türkgücü München läuft die Zeit davon. Die Münchner brauchen schnellstmöglich eine Trainerlösung. Der aktuelle Interimstrainer Alper Kayabunar besitzt nicht die nötige Lizenz, um seine Traineraktivität als Chef fortzuführen und die 15-tägige Frist ist am Samstag abgelaufen. Dem Verein droht jetzt sogar eine Strafe vom DFB. Geschäftsführer Kothny nimmt diese aber in Kauf: „Wenn es eine Strafe gibt, dann kann ich sie nicht verhindern. Aber ich werde mich nicht schwächen, durch die falsche Trainerentscheidung“. Wichtig ist es jetzt einen erfahrenen Ersatz zu finden, der dem ambitionierten Drittligist wieder das Siegen lehrt. Aktuell ist die Liste der freien Trainer mit Drittliga-Erfahrung jedoch nicht allzu lange. Dennoch nehmen wir mögliche Kandidaten unter die Lupe.

Trainerkarussell dreht sich weiter - Welcher Trainer könnte für Türkgücü München in Frage kommen?

Claus Schromm vom FC Augsburg* kennt sich im Münchner Profifußball bestens aus. Der gebürtige Münchner ist allerdings seit dieser Saison als Nachwuchs-Cheftrainer beim Bundesligisten angestellt. Aufgrund seiner früheren und langjährigen Tätigkeit bei der SpVgg Unterhaching als Trainer und sportlicher Leiter kennt er die Stadt und seine Fußballvereine in- und auswendig. Augsburg ist seine erste Anlaufstelle außerhalb von München. Gut möglich, dass der 52-Jährige nicht widerstehen kann, wenn ein Klub aus der Heimat ihn als Cheftrainer engagieren möchte.

Stefan Krämer trainiert aktuell die KAS Eupen aus der ersten belgischen Liga, hat aber zuvor schon einige Stationen als Cheftrainer in Deutschland absolviert. Die Erfahrungspunkte sprechen für ihn. 261 Spiele als Trainer für Bielefeld, Cottbus, Erfurt, Uerdingen und Magdeburg. Vor allem die Lage in Uerdingen ist mit der jetzigen von Türkgücü zu vergleichen. Zwei Amtszeiten hat er dort hinter sich (2018,2020), bei denen er mit einigen Nebenkriegsschauplätzen zu kämpfen hatte. Mit dem damaligen Präsidium gab es die ein oder andere Kontroverse. Dennoch konnte der 54-Jährige 2020 den Klassenerhalt klar machen. Der gebürtige Mainzer bringt viele Eigenschaften als Trainer mit, die Türkgücü von seinem neuen Cheftrainer erwartet. Allerdings ist er noch bis 2023 an Eupen gebunden.

Türkgücü München: Gelingt Kothny der Trainer-Coup?

Der Name Daniel Thioune ist spätestens seit der letzten Saison nicht nur den absoluten Fußballexperten ein Begriff. Der 47-Jährige hat mit dem VfL Osnabrück eindrucksvoll bewiesen, wie der Sprung in die 2. Bundesliga* gelingen kann. Daraufhin übernahm der Erfolgstrainer beim ehemaligen Bundesliga-Dino Hamburger SV, verpasste jedoch den Aufstieg in die Bundesliga* und musste den HSV verlassen. Die dort gesammelte Erfahrung macht Thioune automatisch zu einem begehrten Übungsleiter für Türkgücü. Das Wichtigste jedoch ist, dass er momentan frei verfügbar ist. Ob Thioune die Aufgabe in der dritten Liga für ansprechend hält, ist jedoch fraglich.

Dirk Schuster verfügt sogar über Erfahrung in der Bundesliga. Sein größter Erfolg war der Durchmarsch von der dritten in die erste Liga mit dem SV Darmstadt 98 von 2013 bis 2015. Deutschlands höchste Spielklasse war dann doch eine Nummer zu groß. Seine letzte Station war Erzgebirge Aue in der zweiten Liga. Eventuell könnte ihn jetzt aber wieder ein Engagement in der dritten Liga reizen. Dort wo er mit Darmstadt 98 seinen Erfolgslauf begonnen hatte.

Türkgücü München: Zwei interessante Kandidaten mit türkischen Wurzeln

Tomas Oral ist nicht nur wegen seinen türkischen Wurzeln wohl ein absoluter Wunschkandidat von Türkgücü München. Der 48-Jährige ist letzte Saison noch aufgestiegen aus der 3. Liga - vor der Saison noch das eigentliche Ziel an der Heinrich-Wieland-Straße. Der 48-Jährige mit türkischen Wurzeln führte letzte Saison den FC Ingolstadt nach gewonnener Relegation in die zweithöchste Spielklasse Deutschlands. Dennoch trennten sich Trainer und Verein. Beide Parteien waren sich nicht einig, wie die Zukunft des Vereins ausschauen sollte. Neben seinen zwei Amtszeiten beim FCI war Oral auch beim Karlsruher SC, dem FSV Frankfurt und RB Leipzig in Deutschland tätig. Oral zeigte sich im Sommer nach dem Ingolstadt-Aus zudem offen bezüglich seiner Zukunft. „Als Trainer ist die Arbeit immer sehr intensiv, deswegen werde ich mich erst mal neu sortieren. Gleichzeitig freue ich mich aber auf neue Aufgaben. Herausforderungen ziehen sich wie ein roter Faden durch meine Karriere. Ich habe bewiesen, dass ich für kurzfristigen aber auch langfristigen Erfolg stehe“, sagte er damals im Interview mit der Bild-Zeitung.

Ein anderer Übungsleiter mit türkischem Hintergrund ist Ismail Atalan. Türkgücü München wäre die dritte Station in der 3. Liga für den 41-Jährigen. Der Deutsch-Türke war nach seiner Zeit bei den Sportfreunden Lotte für kurze Zeit beim Hallescher FC an der Seitenlinie aktiv, wurde aber nach nur fünf Spielen (vier Niederlagen, ein Unentschieden) entlassen. Atalan verfügt über die Erfahrung von 49 Spielen in der 3. Liga. Das Karriere-Highlight: Mit einem Punkteschnitt von 2,31 wurde Atalan in der Saison 15/16 mit Lotte in der Regionalliga West Meister und stieg auf.

Bester Drittliga-Trainer für Türkgücü München?

Der Beste Drittliga-Trainer nach Punkteschnitt ist Uwe Neuhaus. Mit einem Schnitt von 2,05 Punkten pro Spiel ist er in dieser Kategorie der beste Drittliga-Trainer – und vereinslos! Sowohl Union Berlin als auch Dynamo Dresden trainierte er in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands. Seine Bilanz: In beiden Spielzeiten wurde Neuhaus mit seinem Team Meister. Klar ist aber auch, dass Uwe Neuhaus bisher ausschließlich bei Traditionsvereinen gearbeitet hat. Türkgücü gehört also nicht zu seinem bisherigen Beuteschema – oder wird gerade deshalb der Münchner Verein zu einer interessanten Herausforderung?

Von der Liste gestrichen werden kann Torsten Ziegner. Nach Informationen des Münchner Merkurs führten Gespräche des Vereins mit dem 44-Jährigen zu keiner Einigung. Der ehemalige Trainer der Würzburger Kickers hat bereits 298 Spiele als Cheftrainer absolviert, davon die meisten in der 3. Liga. Allerdings kamen beide Parteien nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Die Angelegenheit ist also vom Tisch. (Dominik Mitermaier/Marinus Savary) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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