Zwei Treffer im Pokal

Turban-Torjäger Werner: "Ein geiles Gefühl"

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Tobias Werner

Münster - Tobias Werner hat den FC Augsburg mit zwei Toren ins Achtelfinale des DFB-Pokals geführt. Der "Turban-Torjäger" hofft nun auf weitere Einsätze in der Startelf.

Tobias Werner war längst geduscht, doch die Folgen seines Einsatzes beim 3:0 (1:0)-Erfolg des FC Augsburg in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Preußen Münster waren noch immer unübersehbar. Da war seine mit drei Klammern verarztete Wunde am linken Ohr, die auch in den Stunden nach Spielschluss blutig war und schmerzte. Und da war dieser mit Stolz erfüllte Blick und ein Lächeln, das Werners Innenleben für alle erkennbar zum Ausdruck brachte. Mit Druckverband am Kopf hatte Werner in bester Dieter-Hoeneß-Manier zwei Treffer erzielt und seinem FCA den erneuten Weg ins Pokal-Achtelfinale geebnet.

Und sich selbst bei Trainer Markus Weinzierl für künftige Startelfeinsätze empfohlen. „Es ist ein geiles Gefühl“, sagte Werner, der nicht nur aufgrund seiner Treffer (45.+1/57.) der auffälligste Mann auf dem Platz war. Zwei Großchancen zu Beginn jeder Halbzeit ließ der 28-Jährige aus, letztlich stieg Werner am Dienstagabend dennoch zum „Turban-Torjäger“ auf.

Die Frotzeleien seiner Kollegen konnte Tobias Werner verschmerzen. „Er sah cool aus - wie Wayne Rooney“, scherzte Augsburgs Angreifer Sascha Mölders. Andere Mitstreiter erinnerte der Kopfverband des zweifachen Torschützen an Dieter Hoeneß, der den FC Bayern mit einem ähnlichen Outfit im Pokal-Finale 1982 zum Sieg geköpft hatte. „Ich mache meinem Gegenspieler keinen Vorwurf. Am Ende war es ja auch noch gut, weil ich mit einem Turban getroffen habe“, kommentierte Werner seinen ersten Doppelpack seit knapp fünf Jahren.

Werner bestätigte seine ansteigende Form, bereits vor knapp zwei Wochen hatte Werner, der in der laufenden Bundesliga-Saison lediglich eingewechselt wurde, mit seinem späten Siegtreffer beim 2: 1 gegen den SC Freiburg auf sich aufmerksam gemacht. Als „super“ beschrieb Weinzierl den starken Auftritt seines Mittelfeldspielers, „wir sind froh, dass er gut gespielt hat. Er ist wieder fit und wichtig für uns“.

Werner gab sich kämpferisch, ohne jedoch an Lob für seine Teamkollegen angesichts der bislang erfolgreichen Saison zu sparen. „Ich habe schon gesagt, dass ich langsam wieder der Alte und nah dran an der Startelf bin. Ich will es dem Trainer so schwer wie möglich machen“, sagte Werner. Doch die Leistung der gesamten Mannschaft mache ihn stolz: „Das ist ein Team, das in der Bundesliga noch für viel Furore sorgen kann.“

Der Ärger über die bittere Niederlage bei Hannover 96 am vergangenen Wochenende (1:2) war beim FCA verflogen. Auch, weil in Münster die Wiederholung des Erfolges aus dem Vorjahr gelang. Vor rund elf Monaten waren die Schwaben durch ein 1:0 an gleicher Stelle ebenfalls in die Runde der letzten 16 Mannschaften eingezogen. Bereits am Freitag wartet auf die Augsburger der nächste schwere Gegner, wenn in der Bundesliga Borussia Mönchengladbach gastiert. „Das wird eine brutale Hausnummer“, sagte Werner.

Die Tore von Werner (45./57.) und Mölders (59.) bescherten den Augsburgern den fünften Achtelfinal-Einzug in Serie. Anders als beim knappen 1:0 an gleicher Stätte im vorigen Oktober fiel der Zweitrunden-Sieg im DFB-Pokal diesmal leicht. „Wenn man das mit unserem Auftritt vor einem Jahr vergleicht, war das eine sehr erwachsene Leistung“, befand Weinzierl.

Wie der Coach attestierte Stefan Reuter der Mannschaft Fortschritte. „Sie ist stabiler und selbstbewusster geworden. Heute hat man den Klassenunterschied deutlich gesehen.“ Darüber hinaus konnte sich der Manager über Zusatzeinnahmen freuen: Im Achtelfinale am 3./4. Dezember sind mindestens weitere rund 500 000 Euro allein aus dem TV- und Vermarktungsbereich garantiert.

Liebend gern würde Reuter das Geld diesmal für etwas anderes verwenden als vor einem Jahr: „Im vorigen Winter hat Qualität gefehlt. Da mussten wir personell nachbessern. Wir hoffen, dass wir das diesmal nicht brauchen.“ Beiläufig erinnerte Reuter an den Bau des Jugend-Leistungszentrums: „Das kostet auch Geld.“

sid/dpa

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