Bernd, der Kernschmelzer

TV-Kritik zur Frauen-WM: "Wenn der Typ nicht die Klappe hält ..."

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ARD-Kommentator Bernd Schmelzer.

München - Die DFB-Mädels haben das WM-Halbfinale verloren - und tz-Kolumnist Jörg Heinrich schlug sich bei dem Spiel die Nacht um die Ohren: seine TV-Kritik.

Es war das Spiel, bei dem Bernd Schmelzer und Helene Fischer zu ein und derselben Person verschmelzten. Helene Schmelzer, Bernd Fischer, völlig wurscht. Hauptsache: atemlos durch die Nacht. Das deutsche WM-Aus gegen die Amerikanerinnen war bis in der Früh um drei die Hope-Solo-Show des BR-Reporters, der ganze Stadtviertel aus dem Schlaf riss. „Schläft noch jemand in Deutschland? Ich kann’s mir nicht vorstellen“, japste Herzkasperl-Bernd. Ja wie denn, Alter, wenn du so schreist? Aber es hat Spaß gemacht, es war authentisch und mitreißend, es kam von Herzen. Und mit Tom Bartels am Mikro wäre die Nation garantiert sanft entschlummert.

„Früher sind Sie für Ali aufgestanden, heute für Natze“, verkündete Schmelzer gleich zu Beginn, in the middle of the Neid. Danach geriet er zügig in die nervliche Krise. „Das geht zu leicht, das geht zu leicht, so dürft ihr sie doch nicht durchlassen da hinten!“, rief er Richtung Spielfeld. Aber hörte ihn Silvia Neid unten auf der Trainerinnenbank? Setzte sie die taktischen Anweisungen des Allgäuers um? Offenbar nicht, denn der Kommentator lief immer heißer. Bernd, der Kernschmelzer. „Aufwachen! Aufwachen, Freunde, es ist Halbfinale!“

Prompt wachte Frau Heinrich auf der Couch auf und meckerte: „Wenn der Typ nicht augenblicklich die Klappe hält, wünsche ich ihm drei Jahre schlechten Sex.“ Schnell umschalten zu Eurosport, wo Marco Hagemann eine Klasse besser kommentierte als bei seinen RTL-Einsätzen, wo man ihm vorschreibt, welcher Meinung er zu sein hat. „Angerer, du Teufelsfrau!“, jubelte Hagemann, doch Frau Heinrich grantelte schon wieder: „Der ist mir zu leise. Dann lieber doch der mit dem schlechten Sex.“

Schmelzer jetzt endgültig on Fire. Deutschland, das Schland der unbegrenzten Tormöglichkeiten – doch der Ball wollte nicht ins Kisterl, heieiei. Bei der Kopfverletzung von Alexandra Popp, die mit Turban zurückkehrte, ulkte Schmelzinho: „Alex Popp-Hoeneß.“ Was bekam sie noch mit vom Spiel – oder litt sie unter dem „Christoph-Kramer-Syndrom“? Beim vergebenen Elfmeter von Celia Sasic: „Vorbeiiiii, vorbeiii, was ist hier loooos?“ No Woman, no Schrei. Viel Woman, viel Schrei. Aber so engagiert muss man Fußballspiele in der Nacht übertragen und gerne auch tagsüber.

Jörg Heinrich

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