Länderspiel Deutschland - Spanien

TV-Kritik: Dr. Scholl im Zack-Zack-TV

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Das WM-Duo ist wieder da: Mehmet Scholl mit Matthias Opdenhövel

München - Das Länderspiel Deutschland gegen Spanien wurde am Dienstag wieder in der ARD übertragen - mit Dr. Scholl, wie ihn tz-Kolumnist Jörg Heinrich in seiner TV-Kritik nennt.

Dahoam is dahoam! Nachdem die letzten Länderspiele im Rahmen des RTL-Sendenmarathons vielstündig übertragen wurden, kehrte Jogi am Dienstag reumütig zur ollen Tante ARD zurück, dem Canale Grande, in dem die Nationalelf einst noch siegen konnte. Unter dem Rock’n’Roller-Motto „Here Vigo“ verraten wir Ihnen, was sich so ereignet hat.

Das Mehmet-Comeback: Erstmals seit dem Finale im sommerlichen Rio analysierte Mehmet Scholl ein Länderspiel. Wie bewältigt dieser Mann nur sein hektisches Leben, dieses atemlose Hetzen von Termin zu Termin, alle vier Monate ein neuer? Viel Zeit hatte Stress-Mehmet nicht, im Zack-Zack-TV blieben nur zwanzig Minuten für die Vorberichterstattung. Unseres Erachtens genau die richtige Länge, vielleicht noch 18 Minuten zu lang. Dr. Scholl gab sich milde in Sachen Jogi-Probleme, und verglich die Lahm-Verletzung liebevoll mit einem Schienbeinköpfchentrümmerbruch. Putzig war, dass sich ausgerechnet Mehmet, der einst Mario Gomez wundliegen ließ, über die Medienschelte in Sachen Poldi ereiferte.

Der lustige Simon: Nur eine Woche nach Karnevalsbeginn kam das Länderspiel genau richtig für den kölschen Parade-Jecken Steffen Simon, für den Schienbeinköpfchentrümmerbruch unter den Fußballkommentatoren. Schon als wir lasen, dass der legendäre Spaßvogel das Spiel überträgt, haben wir enthemmt Kamellen in die Luft geworfen: „Da simmer dabei! Dat is prima! VIVA SIMONIA!“

Steffens herrlichste Erkenntnisse: Der Öffentlich-Schreckliche rätselte erstmal ausführlich, welche vier Weltmeister von Rio in Vigo noch mitspielten. „Wer war der Vierte, wollnwa nicht vergessen, natürlich Toni Kroos.“ Kann man wissen als Kommentator, muss man nicht. In Sachen Deutsch dilettierte Simon wie gewohnt: „Vor vier Wochen war noch unklar, ob man das Länderspiel hier ausführen lassen kann.“ Wir sangen an dieser Stelle den Juliane-Werding-Klassiker „Am Tag, als Conny Umstandskramer starb“. Überdies pries der ausführende Kommentator den deutschen „EM-Titel 2014“ und den „feuchten Regen“. Er taufte praktisch alle Menschen in „Carlos“ um, darunter Carlos Puyol und Carlos Ancelotti. Fehlten nur noch Carlos Valentin, Carlos Lagerfeld und der Carlosplatz Stachus. Bloß Carlos, der Käfer, wurde nicht gefragt, man hat ihn einfach fort gejagt.

Jörg Heinrich

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