Die Noten der Fernsehköpfe

TV-Kritik: "Neuer" Moderator bei ARD erfunden

Mehmet Opdenhövel und Mehmet Scholl.

München - In seiner TV-Kritik formuliert tz-Kolumnist Jörg Heinrich wieder einige skurrile Beobachtungen. Zudem gibt er den Fernseh-Köpfen Noten.

Holla-radi-ria-dei, es gibt Hoffnung! TomTom Bartels, unser Navigationsgerät durch die Untiefen des Weltfußballs, hat ganz neue Fernsehschaffende erfunden. Er gab am Freitag mit diesen herrlichen Worten ab auf die Dachterrasse: „Jetzt freuen wir uns auf Mehmet Opdenhövel und Mehmet Scholl.“ Nicht nur Opdi war entzückt und schlug seinem diensthabenden Experten spontan vor: „Mehmet Opdenhövel – das klingt gut. Willst Du meine Frau werden?“ Und auch die Zuschauer waren begeistert. Endlich frische Gesichter! Wir wollen Mehmet Welke, Steffen Réthy und Olli Müller-Hohenbartels! Vielleicht sind ja ein paar Gute dabei, so wie früher Waldi Rubenbauer und Heribert Valérien. Beim Deutschlandspiel berichtete aber noch die gewohnte Besetzung von der Copacablabla. Hier die Einzelkritik.

Matthias Opdenhövel: Der Gute-Laune-Onkel gab den Schlandesvater und öffentlich-rechtlichen DFB-Einpeitscher: „Hoffentlich nimmt die deutsche Mannschaft die aus Ghana auseinander.“ Auch sonst ziemlich Schwarz-Rot-Gaga, bisher schwächste WM-Leistung, jede Menge Opdi-Mist. Typische Sinnlos-Frage an Scholl über Jogis Spieler: „Was ist in den Augen zu lesen? Entschlossenheit, Wille? Die ham Bock, ne?“ Hätte Gelb für Zeitspiel verdient. Erst nach der Partie wieder in gewohnter Frotzel-Form, als er sich über seine eigene Formulierung von Kloses „15. WM-Tor bei einer Weltmeisterschaft“ beömmelte. Note 3-

Mehmet Scholl: Das Wortereignis vom Ersten spürte genau, dass auf der Schwachterrasse diesmal viel zu viel Unfug gequatscht wurde. Als Opdenhövel feststellte, dass Thomas Müller in einer Tour redet, spottete Scholli: „Du doch auch.“ Wunderbar zärtliche Liebeserklärung an Müller-Wohlfahrt in tiefer Nacht: „Doc, Du weißt, ich liebe Dich!“ Note 2-

Tom Bartels: Die Stimme des Volkes verzählt zuverlässig, was 24,54 Millionen Zuschauer auch ganz von allein am Fernseher erkennen. Also zum Beispiel beim Stand von 0:0: „Es ist ein enges Spiel.“ Oder, als es 2:2 steht: „Das Spiel steht auf der Kippe.“ Für die nächsten Bartels-Partien wünschen wir uns in der 93. Minute: „Wenn der Schiri abpfeift, fällt höchstwahrscheinlich kein Tor mehr.“ Der stetig quasselnde Kunst-Aufreger kam in Wortaleza der ARD-Anweisung, auch bei Einwürfen und Querpässen zu brüllen wie ein Indianer am Marterpfahl, engagiert nach. Der Schlimme des Volkes außerdem mit gepflegtem Dumpf-Patriotismus: „Wir wünschen uns ja mit, dass die Bälle im richtigen Tor landen.“ Note 4-

DFB-Bus: Einer der Hauptdarsteller des Abends. Opdenhövel leidet an massivem Bus-Fetischismus, bekam sich kaum mehr ein vor Begeisterung. „Er fährt, er fährt“, jubelte er, und: „Er fährt schön bei uns dran vorbei.“ Wir hatten Weißbier-Waldi, jetzt haben wir Bus-Opdi. MAN, oh MAN! Die ARD als Bussi-Bussi-Gesellschaft. Hach, wenn das ­Rudi Egerer, Star-Busfahrer des FC Bayern, noch erlebt hätte. Tolle Leistung vom Bus. Note 2

Fernanda Brandao: Hatte ihren spektakulärsten Auftritt schon am Freitag, als sie den Schweizer Bernhardiner Rufus interviewte: „Rufus, was ist Dein Kommentar?“ Rufus war das Ganze zu blöd, er verweigerte die Aussage. Kluges Hundi! Die sinnlose Samba-Trulla kann in keiner Hinsicht ihrem Vater Klaus Maria Brandao das Wasser reichen. Die ARD könnte ihr Niveau deutlich steigern, wenn künftig Cathy Fischer die Interviews führt. Oder Rufus. Note 5-

Jörg Heinrich

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