Was die Fernsehstars nun machen könnten

TV-Kritik: Scholl zum FCB? Opdi als MVG-Busfahrer?

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Matthias Opdenhövel (r.) und Mehmet Scholl.

München - In seiner TV-Kritik überlegt tz-Kolumnist Jörg Heinrich, was die ganzen Köpfe aus dem Fernsehen denn in Zukunft machen könnten - von Fernanda Brandao bis Matthias Opdenhövel.

Pfiat di, Dachterrasse! Unsere Fernsehfreunde sind auf dem Weg zurück nach Deutschland. Sagen Sie nicht, liebe Leser, wir hätten Sie nicht gewarnt! Schon ab Mittwoch kann es Ihnen passieren, dass Matthias Opdenhövel im 56er Bus vom Schloss Blutenburg nach Fürstenried West am Lenkradl sitzt und Ihnen ein Ohr abkaut. Denn: Für viele TV-Schaffende ergeben sich ganz neue berufliche Perspektiven.

Fernanda Brandao: Die naturbeschwipste Samba-Else schult um auf Kasatschok, um uns 2018 bei der WM in Russland unter ihrem neuen Namen Ludmilla Brandaowa erneut zu bedrohen. Was sie nicht weiß, hehe: In Russland wird sie kaum zum Zug kommen. Denn dort führt kein Weg an Helene Fischer vorbei, die uns als Expertin ihre sibirische Heimat zeigt.

Mehmet Scholl: Findet vom Fernsehen wieder ins reguläre Berufsleben zurück, was nicht viele schaffen. Holt als Nachfolger von Pep 2017 mit dem FCB die Champions League. Arbeitet nebenbei als Louis-van-Gaal-Beschimpfer für englische Zeitungen.

Katrin Müller-Hohenstein: Wurde gerade von ZDF-Chefredakteur Peter Frey für ihre „Interviews mit Mehrwert“ gepriesen. Wir stellen fest: Wer solchen Unfug erzählt, fälscht auch Kerner-Sendungen. Kati wird zum KIKA rotiert. Da hat sie Tiere, da hat sie Pflanzen, da kann sie putzige Mehrwertfragen stellen, wie zum Beispiel: „Macht es Spaß, Fußballprofi zu sein?“ Bei Erfolg wird der Sender in KIKAtrin umgetauft.

Oliver Kahn: Vor der WM hätte man gesagt: Wenn der Drucktitan lustig ist, dann ist Heidi Klum fett. Nun startet Olli als Comedian durch und beißt Mario Barth weg. Tritt bereits 2015 mit seinem Programm „Männer haben Druck, Frauen aber auch“ im Olympiastadion auf.

Brazzo Salihamidžiç: Macht sich in der Grüß-Branche selbstständig. Sie können ihn zum Beispiel für Ihre Konzernzentrale buchen. Brazzo steht am Eingang, ruft „Servus, Müller“ oder „Servus, Heichele“, und haut allen zünftig auf die Schulter. Die Begrüßten grüßen dann „Servus, Brazzo“ zurück, hauen ebenfalls auf die Schulter, und gehen mit einem Supergefühl an die Arbeit. Ein begrüßenswerter Berufswechsel!

Matthias Opdenhövel: Macht sein Hobby zum Beruf. Opdi wird Münchens erster kommentierender Busfahrer, der beim Fahren alles erklärt, was gerade passiert: „Wunderschön fährt der Bus an die Haltestelle, der Fahrer drückt auf den Knopf.“ Bussi, Bussi – ein Spektakel zum Knutschen!

Oliver Welke: Muss zurück in die Heute-Show, findet dort aber nie mehr einen so lustigen Partner wie Oliver Kahn. Die Sendung gerät in die Krise, bis sie auf eine Dachterrasse mit Blick auf den Kölner Dom verlegt wird. Schweiz-Grantler Urs Meier wird der neue Hassknecht. So nächt, Frau Merkchel!

Und der Rest? Gerd Gottlob geht in die Beton-Branche, denn keiner betont so ulkig wie er („Ich schreie das Tor herBEEEIII!“). Tom Bartels kehrt in seinen erlernten Beruf als Skisprungreporter zurück und erklärt auch dort, was ohnehin jeder von selber sieht: „Das weiße Zeug ist Schnee.“ Grammatik-Messi Oliver Schmidt sortiert zu Übungszwecken bis 2029 Buchstabennudeln und wird nie mehr gehört. Steffen Simon geht als erster Fußballkommentator in die Geschichte ein, der in der 45. Minute sagt: „Nach der Halbzeit bin ich nicht mehr für Sie da, ich hab ja auch nicht ewig Zeit.“ Wird danach für einen mehrjährigen Aufenthalt auf der ISS (Institut Steffen Simon) ins Weltall geschossen.

Jörg Heinrich

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