So lief die TV-Übertragung bei RTL

TV-Kritik: Öde Jogi-Quali statt „Jupp Jupp Jupp“-Comeback

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Jens Lehmann (r.) ist fachlich so fit wie Ancelottis qualmender Fitnesstrainer Giovanni Mauri körperlich.

In seiner TV-Kritik beleuchtet Jörg Heinrich diesmal die TV-Übertragung des WM-Qualifikationsspiels Nordirland gegen Deutschland beim Free-TV-Sender RTL.

Belfast - „Endlich wieder WM-Quali, endlich keine Bundesliga“ – das ist ein Satz, den kein Fußballfan unter 3,6 Promille ernsthaft in den Mund nehmen würde. Statt am Wochenende das spektakuläre „Jupp Jupp Jupp“-Comeback zu bestaunen, läuft wieder die öde Jogi-Quali, und das auch noch im RTL. Dort haben sie die Nationalelf gestern zum 379. Mal als „Oase“ zum Wohlfühlen bezeichnet, quasi als Erdinger Therme des Fußballs. Wobei: So schön ins Schwimmen wie Analyse-Ulknudel Jens Lehmann kommen die Menschen nicht einmal in Erding.

Florian König: Lässt seinen Formel-1-Lebensgefährten Niki Lauda in Japan im Stich, um in Belfast spektakuläre Neuigkeiten über die deutsche Elf zu verraten: „Das Ziel ist ein Sieg. Alle, wirklich alle, wollen den letzten entscheidenden Schritt Richtung Russland tun.“ Und dabei hatten wir fest damit gerechnet, dass die Mannschaft verlieren will, weil so schön ist Russland ja auch nicht.

Dr. Felix Görner: Der promovierte Reporter passte sich dem bodennahen Niveau an und versprach, weil ja Sandro Wagner spielen durfte: „Es könnten wieder Wagner-Festspiele werden.“ Bei jedem anderen Sender wird man für so einen Geistesblitz in die Klatschredaktion versetzt, für RTL langt‘s aber leicht noch.

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Jens Lehmann: Der ­Schrecken der Starnberger Autobahn gab sich wieder offensiv ahnungslos. Zum Experimental-Sturmduo mit Festspiel-Wagner und Müller fiel ihm ein: „Isn guter Versuch, ich würd fast sagen, müssen wir mal sehen.“ Tiefer konnte die Analyse nicht gehen, denn: „Ich hab keine Trainingseindrücke.“ Mal beim Training reinzuschneien, ist in der kargen RTL-Gage halt nicht drin.

Noch hübscher war Lehmanns exklusive Info über Herthas Marvin Plattenhardt, der gerade „ein schlechtes Erlebnis in Norwegen oder Schweden hatte“. Norwegen? Schweden? Ja mei, irgendwo halt, wo‘s kalt ist. Lösung des Rätsels: Plattenhardt hatte nirgendwo ein schlechtes Erlebnis, nicht einmal in Kaltland. Denn Hertha twitterte postwendend: „In Östersund war Platte gar nicht dabei.“ Jens Lehmann ist fachlich so fit wie Ancelottis qualmender Fitnesstrainer Giovanni Mauri körperlich. Mit welchen Gags wird er uns am Sonntag beim Schlagerspiel gegen Aserbaidschan überraschen? Ich würd fast sagen, müssen wir mal sehen.

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