Fußball-Durchlaucht verabschiedet sich mit Handkuss.

TV-Kritik zum DFB-Pokal-Finale: Ein Besserer als Fritz von Thurn und Taxis kommt nicht nach

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Fritz von Thurn und Taxis.

Jemand Besseres als Fritz von Thurn und Taxis kommt nicht nach! Das meint Jörg Heinrich in seiner TV-Kritik zum DFB-Pokal-Finale.

Berlin - Fußball-Durchlaucht Fritz von Thurn und Taxis verabschiedet sich mit Handkuss. Und Steffen Simon findet, dass Pyros ganz was Feines für die Gesundheit sind – es sollte sie rezeptfrei in der Apotheke geben. Das Pokalfinale bot jede Menge TV-Spektakel, obwohl Lothar Matthäus nicht den Kaffee für Patrick Wasserziehr umrührte. Wir fassen die Ereignisse für Sie kompakt zusammen.

Sky: Es war dermaßen heiß in Berlin, dass sich Moderator Wasserziehr von seinem persönlichen Leib-Zufächler mit kühler Luft versorgen lassen musste. Lothar verzählte, gähn, was Lothar halt immer verzählt: „Duchl will den Bodd, Reus bisher ohne Diddl.“ Tiefpunkt: Wasserziehr konfrontierte Thomas Tuchel 20 Minuten vor Anpfiff (!) mit einer Gaga-Umfrage, in der 40 Prozent der Menschen für seinen Rauswurf plädieren. Sagen Sie mal, Herr Wasserziehr: Wie würden Sie moderieren, wenn man Ihnen 20 Minuten vor der Sendung sagt, dass 40 Prozent der Zuschauer Ihren Kopf fordern? Schäbig war das.

Steffen: Während das Internet wegen des TuT-Abschieds unter dem Hashtag #FritzLove hyperventilierte, war von #SteffenLove nichts zu lesen. Kein Zufall, denn der wunderliche Kommentator empfahl sich engagiert für die baldige Frührente. Sein Tiefpunkt: Das Dortmunder Intelligenz-Zölibat verräuchert die ganze Bude mit seinen Pyros, als hätte Carmen Nebel die Finger im Spiel. Auf Sky stänkert Fritz amüsant über den Unfug („Es stinkt a bissl rein ins Olympiastadion“), doch Steffen findet’s jut. Sein Urteil in alternativen Fakten: „Nicht gefährlich!“ Die Pyro-Opfer, deren Plastik-Trikots in anderen Stadien lichterloh in Flammen aufgingen, sehen das anders.

Helene und Mehmet: Acht Minuten lang wurde Helene Fischer bei ihrem Halbzeit-Singen ausgepfiffen – lautstarker Protest der Fans gegen CD-Reklame mit Playback-Mucke, die zum US-Superbowl passt, aber nicht zu einem zünftigen deutschen Pokalfinale. Damit sich das nicht wiederholt, plant der DFB bereits, den Orgelspieler Franz Lambert zu exhumieren und wieder in einem fahrenden Fußball auf die Stadionrunde zu schicken. Die Fernsehzuschauer sollten allerdings nicht merken, dass Helene, für deren Auftritt die ARD eigens die Tagesschau verkürzte, nicht ganz so gut ankam – die Regie regelte die Lautstärke der Pfiffe herunter und gab möglichst hurtig ab zu Mehmet Scholl. Der Ex-Trainer musste sich maximalst verbiegen – und mit Tuchel einen der gespenstisch schlauen Trainer preisen, die er gerne als „Taktikstreber“ schmäht, weil sie Fußball spielen lassen, der nicht mehr in sein Weltbild passt. Auch das war hübsch anzusehen.

Fritz: Die Fritzcola stand parat bei seinen Fans, die Internetleitung via Fritzbox war geschaltet – und der Grandseigneur aus Linz kommentierte tatsächlich sein letztes Spiel. Zu Beginn rief er den Fußballgott an: „Ich weiß ja gar nicht, ob der Fußballgott da oben ist. Vielleicht steht er neben dem Pfosten da hinten und streckt die Haxn hin und kickt den Ball.“ Und am Ende, als einem als Fritz-Fan ganz blümerant zumute wurde, sagte er mit den Worten des großen österreichischen Schauspielers Heinz Conrads Servus: „Einen Handkuss den Damen, und einen schönen guten Abend den Herren und der Jugend!“

Dann war’s vorbei, und eines steht fest: Jemand Besseres kommt nicht nach.

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