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FCI vor der Bundesliga-Premiere

Herr Matip, ergeht es Ingolstadt wie Paderborn?

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Stadion, Rasen, ­Fanshop – ­Ingolstadt hat sich rausgeputzt für die Bundesliga. Marvin Matip freut sich auf die Saison.

Ingolstadt - Am Samstag in Mainz beginnt eine neue Ära beim FC Ingolstadt, dann feiern die Schanzer ihre Bundesliga-Premiere. Die tz besuchte den Neuling.

So hatte sich Ralph Hasenhüttl den Start in die Pflichtspielsaison nicht vorgestellt. Eine 1:2-Pleite in der ersten Pokalrunde in Unterhaching. „Das war nicht der FC Ingolstadt, den im letzten Jahr alle geliebt haben und der für eine solche Euphorie gesorgt hat“, resümierte er. Als die tz ihn am Montag in Ingolstadt trifft, hat er den Blick schon wieder nach vorne gerichtet. „So ­eine Niederlage bietet die Chance, gestärkt daraus hervorzugehen“, ist sich Hasenhüttl sicher. „Ich ­hoffe, dass wir die richtigen Schlüsse ziehen.“ Wie diese aussehen, wird sich wohl erst am Samstag beim ersten ­Bundesliga-Auswärtsspiel der Vereinsgeschichte in Mainz zeigen. „Diese Mannschaft ist immer daran gemessen worden, wie sie auf diese Rückschläge ­reagiert“, sagte er. Auch 2014 hatte der FCI mit dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal ­einen verpatzten ­Saisonstart hingelegt – ehe ein glorreiches Jahr in der Liga folgte. „Daran ziehen wir uns jetzt hoch“, sagt auch Innenverteidiger Marvin Matip. „In Mainz werden wir ein komplett anderes Spiel ­sehen.“ Im Interview mit der tz ­erklärt er genauer, wie der Traum der Schanzer weitergehen soll.

Herr Matip, haben Sie das 1:2 in Haching verarbeitet?

Marvin Matip: Geht so, es war ein rabenschwarzer Tag. Aber vielleicht tut uns so ein Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit auch ganz gut.

Die vergangene Saison begann ebenfalls mit dem Pokalaus…

Marvin Matip: Es wäre wünschenswert, wenn sich diese Pleite ähnlich auswirken würde. Im Augenblick ist die Mannschaft gefrustet, aber wir zweifeln nicht an uns. Wir haben uns gut vorbereitet und haben richtig Lust. Auf die Bundesliga, die Stadien und die Gegner.

Bislang fiel oft das Wort „schmutzig“ in Verbindung mit dem Spielstil des FCI. 

Marvin Matip: Wir wollen, dass es dem Gegner keinen Spaß macht. Damit ist kein überhartes Einsteigen gemeint, sondern das, was auch Haching gegen uns gemacht hat: den Gegner in Grund und Boden laufen, Nadelstiche setzen und unsere Qualität in die Waagschale werfen.

Warum ist Ingolstadt nicht das nächste Fürth, Braunschweig oder Paderborn?

Marvin Matip: Wir starten mit denselben Grundvoraussetzungen, aber wir können aus ihren Fehlern lernen. Paderborn zum Beispiel war nicht weit davon entfernt, die Liga zu halten. Ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Punkte holen werden, wenn wir an unsere Grenzen gehen. Vielleicht reicht es ja dann auch, um am Ende über dem Strich zu stehen.

Bislang können gerade mal vier Neuzugänge verzeichnet werden. Wie kommt’s, dass es nur so wenige sind?

Marvin Matip: Man kann es als eine Art Dankeschön und Vertrauensvorschuss an die Jungs deuten. Das ist ganz bewusst so gewählt, weil wir alle an uns glauben und diesen eingeschworenen Haufen aus dem Vorjahr beibehalten wollen.

Sie sind seit 2010 ein Schanzer. Wie blicken Sie zurück?

Marvin Matip: Ich kam sportlich zu einer schwierigen Zeit, die Aufstiegseuphorie war nach zwei Niederlagen wie weggeblasen, die Infrastruktur noch im Aufbau. Aber der Verein ist seinen Weg gegangen und heute ist alles da: optimale Trainingsbedingungen, ein schönes Stadion - und nun wollen wir dafür sorgen, dass auch in der kommenden Saison hier Bundesliga gespielt wird.

Welche Rolle spielt das Nachwuchsleistungszentrum?

Marvin Matip: Eine eminent wichtige! Das Märchen vom Werksklub mit den unerschöpflichen Geldmitteln schwindet meinem Gefühl nach mehr und mehr in der Öffentlichkeit, es wächst die Erkenntnis: Beim FCI wird seriös gewirtschaftet! Und da kommt der Verein nicht drum herum, Talente zu fördern und in die erste Mannschaft zu integrieren. Dafür muss man den Spielern auch etwas anbieten können, aber mittlerweile sind die Bedingungen hier ja absolut bundesligatauglich. Das NLZ erhielt drei Sterne bei der letzten Zertifizierung.

Welche Rolle spielt Audi?

Marvin Matip: Die eines starken Partners, der diese Infrastruktur ganz klar mitgefördert hat und für den wir auch sehr dankbar sind. Dennoch lebt der Klub von den Leuten, die hier ihr Herzblut, ihre Zeit und ihre Nerven reinpacken. Und wer sich mit uns beschäftigt, wird merken, dass er es mit einem kleinen, aber sehr sympathischen Verein zu tun hat.

Wie hat sich der Aufstieg auf die Fanszene ausgewirkt?

tz-Reporter José Carlos Menzel López auf der Trainerbank im Audi Sportpark.

Marvin Matip: Seit ich hier bin, wächst sie stetig an, das ist unglaublich. Und ich hoffe, dass es auch so weitergeht. Mag sein, dass wir auswärts keine 6000 Fans wie Schalke oder Dortmund mitbringen, aber diejenigen, die wir mitbringen, lieben ihren Verein genauso. In Haching haben uns die Fans trotz der Pleite Mut zugesprochen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren haben 3500 gegen Oberhausen nach einer halben Stunde das Pfeifen angefangen.

Der Zuschauerschnitt lag in der vergangenen Saison noch bei etwas über 8000…

Marvin Matip:  …und jetzt werden wir 17 mal ausverkauft sein, wenn ich mich nicht ganz irre.

Der FC Ingolstadt 04 in Zahlen

  • Mitglieder: ca. 1000
  • Jahresetat: 18 bis 20 Mio.
  • Dauerkarten: 10.000
  • wertvollster Spieler: Pascal Groß, drei Millionen Euro Marktwert
  • prominentester Fan: Horst Seehofer wurde in Ingolstadt geboren.
  • Audi-Beteiligung: 20 Prozent
  • Hauptsponsoren: Media Markt, Adidas, Audi
  • Zuschauerschnitt: 9.111 (2014)
  • Stadionkapazität: 15.000
  • Teamname: Schanzer, 1537 wurde Ingolstadt Landesfestung, genannt die "Schanz"
  • Gründung: 1. Juli 2004 durch die Fusion der Fußballabteilungen von MTV Ingolstadt und ESV Ingolstadt
  • Erfolge: Aufstieg in die Regionalliga 2006, Aufstieg in 3. Liga 2007, Aufstieg in 2. Liga 2008, Wiederaufstieg in 2. Liga, 2010, Aufstieg in Bundesliga 2015.

José Carlos Menzel López

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