tz-Experten-Kolumne von Thomas Helmer

"In der Offensive war es nicht immer stimmig"

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Die USA waren am Donnerstag das schwächste Team der WM, sagt tz-Experte Thomas Helmer. Von der deutschen Nationalmannschaft hätte er sich eine stärkere Offensive gewünscht.

München - Die USA waren am Donnerstag das schwächste Team der WM, sagt tz-Experte Thomas Helmer. Von der deutschen Nationalmannschaft hätte er sich eine stärkere Offensive gewünscht.

Eines mal vorweg: Die USA waren am Donnerstag das schwächste Team, das ich in dieser WM bislang gesehen habe. Daher war ich schon etwas enttäuscht, dass wir vorne nicht zu mehr in der Lage waren. Derzeit bringen wir nicht die Kraft in der Offensive auf den Platz, die wir von unseren Spielern gewohnt sind. Wir bringen den letzten Pass nicht an, es fehlt einfach die letzte Durchschlagskraft. Aufs Wetter können wir es diesmal auch nicht mehr schieben, denn Luft müssen die Spieler gestern genug bekommen haben. Da hätte ich mir einfach mehr erwartet.

"Gerade im Offensivbereich ist sie nicht immer stimmig, das ist zumindest mein Eindruck", sagt tz-Experte Thomas Helmer.

Woran es liegt? Vielleicht an der Zusammensetzung! Gerade im Offensivbereich ist sie nicht immer stimmig, das ist zumindest mein Eindruck. Gut, Jogi Löw hat diesmal Podolski von Beginn an gebracht. Das hat mich gefreut für ihn – dass er nach 45 Minuten wieder vom Platz musste, weniger. Mich hat etwas gewundert, warum Mario Götze nach seinem Tor gegen Ghana nicht von Beginn an ran durfte. Ich hätte ihn spielen lassen und vielleicht auch mal Miro Klose in der Startelf probiert.

Gegen eine defensiv eher schwächere Mannschaft wie Ghana haben wir ebenfalls gesehen, dass wir kaum zu Torchancen kommen, wenn die Außenverteidiger sich nicht mit nach vorne einschalten und die offensiven Mittelfeldspieler unterstützen. Ich verstehe schon, dass wir hinten in der Abwehr nichts vernachlässigen dürfen, aber je mehr wir den Gegner unter Druck setzt – das kann unser Team–, umso sicherer werden wir. Vor allem, wenn wir auch die Tore machen.

Aber damit am Ende die Buden auch fallen, muss ich vorne erst mal jemanden drin stehen haben. Letztlich hängt alles mit der deutschen Ausrichtung zusammen, und ich glaube, dass es jetzt nicht unbedingt schaden könnte, wenn die etwas offensiver ausfallen würde. Ich appelliere da besonders an Mesut Özil, der bislang immer von Beginn an spielen durfte. Speziell von ihm erwarte ich da einfach noch mehr. Seine Aufgabe ist ja, die Offensive zu beleben. Ich meine nicht, dass er die Kisten selbst machen muss, aber die Vorlagen dafür sollte er schon liefern. Das erwarte ich auch von ihm. Vor allem wenn man bei den Vereinen gespielt hat und gesetzt ist. Die Jungs vor ihm müssen gefüttert werden. Ein Götze kann das schon auch teilweise selbst, aber wenn Miro Klose dort vorne drinsteht, braucht er Flanken und Vorlagen. Wie soll er denn sonst die Tore machen? Daher kommt jetzt auf Özil eine große Aufgabe zu.

Thomas Helmer

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