Die tz-Experten-Kolumne

Fischer: Wer gewinnt, hat immer recht

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Klaus Fischer.

München - In der tz-Experten-Kolumne erklärt Dietmar Hamann, warum Deutschland ohne Bastian Schweinsteiger keine Chance auf den WM-Titel hat und übt Kritik an Kapitän Philipp Lahm.

Die Pflichtaufgabe ist mit großer Mühe erledigt, die Tür ins Viertelfinale aufgestoßen. Gegen Algerien musste einfach ein Sieg her, egal ob mit oder ohne Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger, egal ob mit Özil auf außen, vier Innenverteidigern in der ­Abwehrkette oder einem Weltklasse-Rechtsverteidiger Philipp Lahm auf der – nicht nur meiner Meinung nach – suboptimalen Position im ­defensiven Mittelfeld.

Wer gewinnt hat recht, so ist das im Fußball. Und deshalb sollte man Joachim Löw in Ruhe weiterarbeiten lassen. Dass es am Freitag im Viertelfinale in Rio de Janeiro ­gegen Frankreich nicht einfacher wird, weiß er selbst am besten.

Ich sehe das Turnier aus deutscher Sicht bislang nur verhalten optimistisch. Gegen Portugal beim ersten Spiel ist alles für unsere Mannschaft gelaufen, von den nicht bestraften Fehlpässen über den Elfmeter bis zum ­Platzverweis. Gegen Ghana war nach dem 1:2 ein Kraftakt nötig, um das Unentschieden zu retten, auch die Leistung beim Sieg gegen die USA war keine Offenbarung.

Allerdings: Wer hat denn bislang restlos überzeugt bei dieser Weltmeisterschaft? Die Brasilianer? Wirklich nicht. Die wurden gegen Chile nur von Neymar und der Latte am Leben gehalten.

Die Argentinier? Komplett abhängig von ­Lionel Messi, der bisher äußerst effizient spielt. Die Holländer? Fast genauso abhängig vom unglaublich auftrumpfenden Arjen Robben. Am besten haben mir bisher die Kolumbianer gefallen, das ist eine kompakte, hervorragend eingestellte und technisch feine Mannschaft, die Brasilien alles abverlangen wird. Auch die Franzosen sind als Team zusammengewachsen, bislang habe ich Franck Ribéry da nicht vermisst.

Also ich freue mich auf unser Spiel am Freitag im Maracana-Stadion!

von Klaus Fischer

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