Herr Kuranyi, wollen Sie sich an Klinsi rächen?

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Kevin Kuranyi will den Bayern am Samstag mindestens einen "einschenken".

Unter Mike Büskens blüht Kevin Kuranyi wieder auf. Drei Spiele, drei Siege, drei Tore: Rechtzeitig vor dem Duell mit seinem Intimfeind Jürgen Klinsmann kommt der Schalker Torjäger auf Touren – und spricht im tz-Interview sogar über ein Comeback beim DFB.

Herr Kuranyi, mit welchen Gefühlen treten Sie bei Klinsmanns Bayern an?

Kuranyi: Wir wollen und müssen dort gewinnen, damit unsere Serie hält und wir ins internationale Geschäft kommen. Bayern ist der Favorit, man darf sie trotz ihrer Probleme nicht unterschätzen.

Klinsmann wird Ihren guten Lauf und Schalkes neue Stärke mit gemischten Gefühlen betrachten…

Kuranyi: Mein Ziel ist ganz klar ein Sieg in München. Ein Tor von mir wäre natürlich schön.

Und dann machen Sie vor Klinsmann den Diver? Als Rache für die Ausbootung vor der WM 2006?

Kuranyi: Viele Leute fragen: Zahlst du es ihm zurück? Ich frage mich: Kann man das überhaupt zurückzahlen? Ich sage lieber: Ich habe es verarbeitet. Es war ohne Zweifel die größte Enttäuschung in meiner Karriere, damals nicht zur WM zu dürfen – obwohl ich dem Nationaltrainer zuvor mit einigen wichtigen Toren geholfen hatte. Aber deshalb denke ich jetzt nicht an Rache. Auch wenn es sehr wehgetan hat – Samstag will ich einfach nur einen Sieg.

Weil Sie gegen Russland zur Halbzeit das Stadion verließen, hat Sie Löw aus dem Nationalteam verbannt. Was dachten Sie, als nun Podolski seinen Kapitän Ballack schlug – und nicht mal eine Geldstrafe zahlen musste?

Kuranyi: Wer einen Fehler gemacht hat wie ich, der muss die Konsequenzen akzeptieren. Dass sie bei mir so hart ausfallen, hätte ich mir nicht gewünscht. Jetzt muss ich hart kämpfen, um eine neue Chance in der Nationalmannschaft zu bekommen.

Wie realistisch ist ein Comeback?

Kuranyi: Durch Worte werde ich es nicht erreichen können. Ich bin erst 27, ich habe noch viele Jahre vor mir. Alles, was ich heute habe, habe ich mir erkämpft. Das ist auch in Sachen Nationalteam der einzige Weg.

Schalke will Ihren 2010 auslaufenden Vertrag verlängern. Können Sie sich das nach vier turbulenten Jahren bei S04 vorstellen?

Kuranyi: Wir werden diese Gespräche demnächst beginnen. Ich freue mich darauf, bin neugierig, wie Schalke plant.

Dabei hieß es, Sie hätten im Winter die Freigabe erbeten.

Kuranyi: Das wurde falsch dargestellt. Es gab Angebote aus Spanien und England für mich, darüber habe ich mich beim Verein erkundigt. Das ist das Recht eines jeden Spielers, aber ich wollte den Verein nicht verlassen.

Warum sind Sie nicht geflüchtet?

Kuranyi: Es war der falsche Zeitpunkt. Ich lasse die Jungs nicht im Stich, wenn es schlecht läuft. Und zum Ende meines vierten Jahres auf Schalke merke ich nun sogar, dass ich so etwas wie Anerkennung erfahre.

Interview: jjb

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