FC Augsburg

Herr Luhukay, haben Sie einen Wohnwagen?

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Jos Luhukay: Noch keine Spur vom Derby-Fieber.

Fröhlicher Flachländer: Jos Luhukay trainierte in seiner ­Karriere den 1. FC Köln, Paderborn, Mönchengladbach und jetzt den FC Augsburg. Wir trafen ihn zum Interview.

Herr Luhukay, noch wohnen Sie in einem Hotel auf Augsburgs Partymeile. Wie gefällt’s Ihnen?

Luhukay: Bis jetzt habe ich nur Hotel und Trainingsgelände gesehen. Ich war nicht ein Mal in der Stadt.

Keine Feier am Freitag nach dem 3:0 über Osnabrück?

Luhukay: Um Gottes Willen, dazu bin ich zu sehr auf meine Arbeit fixiert. Am Tag danach war um halb zehn Training.

Stattdessen sind Sie zu Ihrer Familie gereist. Was sagt sie zu Ihrem Wechsel?

Luhukay: Sie haben sich gefreut. „So kann’s weitergehen“, haben sie gesagt (lacht). Wenn ich eine passende Wohnung gefunden habe, werden sie hin und wieder hier sein.

Jetzt geht’s gegen Fürth und den TSV 1860. Spüren Sie schon das Derby-Fieber?

Luhukay: Ich bin noch total ruhig. Aber das Kribbeln wird kommen. Wir freuen uns schon. Für beide Mannschaften geht’s noch um was. Das wird sehr reizvoll.

Torghelle fällt bis zum Saisonende aus. Wie stellen Sie um?

Luhukay: Wir haben Alternativen: Kioyo, Szabics und Hain. Mal sehen, wer neben Michael Thurk aufläuft.

Stichwort Hain: Welche Rolle spielen junge Spieler in Ihrem Konzept?

Luhukay: Eine große. Aber wichtig ist, dass wir nicht nur mit jungen Spielern bestehen können. Wir brauchen dazwischen auch ein paar erfahrene, die sie an die Hand nehmen können. Die Jungen schwanken noch in ihrer Leistung. Da brauchen sie Hilfe. Wir müssen die richtige Mischung finden.

Manager Andreas Rettig wollte einen Trainer mit „positivem Etikett“. Was steht auf Ihrem Etikett?

Luhukay: Ich weiß nicht genau, wie er das gemeint hat. Aber ich will attraktiven, erfolgreichen Fußball spielen lassen. Wenn das fürs Etikett reicht, habe ich nichts dagegen.

Nicht nur Ihr Etikett ist positiv. Warum sind niederländische Trainer so beliebt?

Luhukay: Man muss sich anpassen können, offen und kommunikationsstark sein. Bei mir ist das gegeben. Ich bin seit fast 15 Jahren Trainer in Deutschland. Da gab es immer viel Respekt für meine Arbeit und ein sehr gutes Verhältnis zu den Fans. Ich habe den Schritt nie bereut.

Warum lieber Deutschland als die Niederlande?

Luhukay: Ich habe mir hier als Trainer einen gewissen Stellenwert erarbeitet. Es ist sehr schön, wie sich die Deutschen mit dem Fußball identifizieren. Auch ich bin mit ganzem Herzen bei der Sache. Den Schritt zurück mache ich nicht.

Mal sprechen Sie von den Niederlanden, mal von Holland: Ist das kein böses Foul?

Luhukay: Wo ich herkomme, sagt man, dass wir Niederländer sind. Ab Eindhoven und nördlich davon wird man als Holländer gesehen. Richtig intensiv habe ich das mit Huub Stevens beim 1. FC Köln erlebt. Er ist immer total stinkesauer und böse gewesen, wenn er als Holländer bezeichnet wurde (lacht). Der nimmt das sehr ernst.

Wenn wir schon beim Thema sind. Haben Sie einen Wohnwagen?

Co-Trainer Markus Gellhaus meldet sich zu Wort:Steht da draußen auf’m Parkplatz (lacht)!

Luhukay: Nein, nein, nein. Aber das höre ich häufig (lacht). Manchmal fahre ich zu langsam. Dann sagen sie mir: „Steig’ aus deinem Wohnwagen und gib mal Gas!“

Haben Sie mal einen besessen?

Luhukay: Nein.

Sie tragen einen prägnanten Schnauzbart. Wird das in Augsburg modern, wenn’s nächste Saison bergauf geht?

Luhukay: In Gladbach war das beim Aufstieg ganz schön. Mehrere Spieler haben sich die Haare abrasiert. Das wollten sie auch bei mir. Habe ich aber nicht zugelassen. Dann haben sie sich beim letzten Heimspiel Schnurrbärte aufgeklebt. Der Bart gehört einfach zu mir. Ich habe auch kein Problem damit, wenn er weg ist.

Wie wär’s mit einer Wette?

Luhukay: Lassen Sie es mich so sagen: Wenn es in Zukunft irgendwann möglich ist, dass wir mit dem FC Augsburg aufsteigen, können wir darüber nachdenken.

Also wegrasieren?

Luhukay: Ich sage doch: darüber nachdenken (lacht).

Interview: Tobias Kimmel

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