Der nierenkranke Ex-Bremer lehnt vor Gericht 350.000 Euro Vergleich ab

Klasnic: Ich kämpfe um Gerechtigkeit

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Ivan Klasnic mit seiner Frau Patricia auf dem Weg zum Landgericht Bremen. Der Ex-Werderaner lehnte dort einen Vergleich von 350.000 Euro ab

Die Lippen von Ivan Klasnic begannen zu zittern. „Es geht mir nicht um das Geld“, versicherte der langjährige Werder-Fußballer mit ernstem Blick.

 „Ich möchte, dass die Gerechtigkeit siegt und die Wahrheit rauskommt.“ Umringt von vielen Kamerateams erklärte der 29-Jährige am Freitag, warum er im Zivilprozess gegen Ärzte seines Ex-Vereins auch in der mündlichen Verhandlung einen Vergleichsvorschlag ablehnte. Zuvor hatte Klasnic im Sitzungssaal 231 des Bremer Landgerichts den Medizinern grobe Behandlungsfehler vorgeworfen: „Ich hätte auf dem Platz sterben können.“

Im Januar 2007 war eine Nierenspende von seiner Mutter Sima fehlgeschlagen, weil der Körper das Organ abstieß. Eine Niere seines Vaters Ivan sen. wurde dann im März 2007 erfolgreich transplantiert. Vor Gericht wurden im 85-minütigen Schnelldurchlauf Klasnic’ achtjährige Krankengeschichte und die juristischen Standpunkte ausgebreitet. Und der frühere Bremer Stürmer, der mittlerweile in Nantes spielt, ging nicht auf das Angebot des Vorsitzenden Richters Uwe Boysen ein, der Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von zusammen mehr als 350.000 Euro für angemessen hält. Er klagt weiter, „um wirklich zu hören, dass die Ärzte mich falsch behandelt haben“. Der Kroate will ein Urteil, damit „ich die Sache abschließen und in Ruhe schlafen kann“.

Klasnic klagt gegen Teamarzt Götz Dimanski, die Internistin Manju Guha und zwei Reha-Einrichtungen von Werder. Er wirft ihnen vor, die Nierenprobleme nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Die Fehlfunktion hätte anhand von Blutwerten bereits 2001/2002 und nicht erst bei einer Blinddarm-OP Ende 2005 diagnostiziert werden können. Der Profi, der ein Jahr nicht seinem Beruf nachgehen konnte, verlangt Schmerzensgeld und Ersatz für entgangenen Gewinn in einer Gesamthöhe von rund 1,1 Millionen Euro.

„So sehr mich menschlich das Schicksal des Patienten bewegt, ist es dennoch keine Frage, dass ich mich zur Wehr setzen muss, wenn Vorwürfe kommen, die absolut ungerechtfertigt sind“, sagte Dimanski, der darauf verwies, Klasnic an einen Spezialisten verwiesen zu haben. Doch der Richter sagte: „In der Tendenz meinen wir, dass Doktor Dimanski hätte tätig werden können und müssen.“ Er wird einen Gutachter beauftragen. Und Klasnic kämpft weiter um sein Recht…

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