Köppel: "Da kann ich schon laut werden"

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tz-Redakteur Tobias Kimmel (r.) im Gespräch mit Ingolstadt-Trainer Horst Köppel.-.

Feuerwehrmann Horst Köppel (60) soll in Ingolstadt in den letzten fünf Saisonspielen die Kohlen aus dem Feuer holen. Das tz-Interview.

Wie viele Spieler des FC Ingolstadt kannten Sie Anfang vergangener Woche?

Köppel: Vom Namen sicherlich mehr als zehn, aber richtig beurteilen konnte ich sechs oder sieben. Vor allem die älteren Spieler wie Zecke, Gerber, Lokvenc.

Wie sieht Ihr Crash-Kurs Ingolstadt aus?

Köppel: Ich habe mich gleich im ersten Training bemüht, die Mannschaft selbst einzuteilen. Die Nachnamen, Positionen und Gesichter kenne ich jetzt, die Vornamen noch nicht sicher. Spätestens am Donnerstag habe ich alle drauf.

Gegen Mainz saßen Sie relativ emotionslos auf der Tribüne. Kommt das noch?

Köppel: Ich war ja noch gar nicht vorgestellt. Am Sonntag werden Sie mich ganz anders erleben. Wie ich mich kenne, werde ich überhaupt nicht sitzen.

Was stimmt Sie positiv?

Köppel: Mich hat das Konzept überzeugt. Ingolstadt ist für die Zukunft keine schlechte Adresse. Ich kenne die 2. Liga. Die Mannschaft hat die Substanz, sich selbst herauszuholen. Ich mache es aus Überzeugung.

Wie packen Sie das an?

Köppel: Es ist wichtig, ein Mittelding zwischen Selbstvertrauen einflößen und Fehler aufdecken zu finden. Die guten Sachen müssen sie noch besser machen, die Fehler verhindern. Das gilt bis zum nächsten Spiel. Was dann kommt, ist situationsbedingt.

Zu Gegner Nürnberg pflegen sie eine besondere Beziehung.

Köppel: Gegen Nürnberg habe ich mein erstes und letztes Bundesligaspiel gemacht, mein erstes und letztes Spiel mit Gladbach, das erste als Trainer mit Gladbach – es gab ein 0:0. Ansonsten habe ich alle gewonnen. Obwohl – ich glaube das erste Spiel mit Gladbach habe ich verloren. Aber ich hab’s vergessen (lächelt).

Sind Sie abergläubisch?

Köppel: Ich habe eine Glücksuhr. Die ziehe ich nur beim Spiel an. Sonst ist sie mir zu schade. Das hat bisher immer geholfen, zum Beispiel beim Sieg gegen Bayern (2:0 im Jahre 2004 d. Red.). Gegen Nürnberg werde ich sie tragen.

Sie wirken wie ein netter Onkel…

Köppel: Onkel ist schon mal netter als Opa (lacht). Ich bin zwar stolzer vierfacher Opa, fühle mich aber nicht so.

Was bringt Sie auf die Palme?

Köppel: Wenn ich merke, dass Spieler mehr bringen könnten, das aber nicht tun. Und unnötige Niederlagen.

Wie reagieren Sie dann?

Köppel: Da kann ich schon laut werden. Wenn ein Spieler meine Anweisungen nicht annimmt, wird es eng für ihn.

Wie lange sehen Sie sich noch im Trainergeschäft?

Köppel: Ich fühle mich jung und fit genug, das noch drei, vier Jahre lang zu machen und möglichst in Ingolstadt.

Interview: Tobias Kimmel

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